Gnomogram

News und Programme rund um GNOME

01.12.2000
GNOME und GTK als Programmbasis von GNOME haben in den letzten Jahren immer mehr Anhänger gefunden. Inzwischen gibt es Programme für fast jede Aufgabe und täglich kommen neue hinzu. In der Rubrik Gnomogram wollen wir jeden Monat die Perlen unter den GNOME-Tools vorstellen und über die neuesten Gerüchte und Informationen zu GNOME berichten.

Wahl des GNOME Foundation Boards

Mit Erscheinen dieses Heftes dürfte das erste GNOME Foundation Board gewählt sein. Dieses neue Gremium wird das GNOME Steering Committee ablösen und, soweit bei einem verteilten Projekt wie GNOME möglich, versuchen, die weitere Entwicklung von GNOME zu lenken. Außerdem wird das Board mit anderen freien Projekten bzw. Firmen zusammenarbeiten, Fonds verwalten, Konferenzen organisieren und eine Anlaufstelle für die Presse sein. Eine ausführlichere Definition der GNOME Foundation finden Sie unter [1]. Die elf Direktoren des Boards werden via E-Mail von Mitgliedern der GNOME-Gemeinschaft gewählt, wobei darauf geachtet wird, dass nicht mehr als vier Direktoren zu ein und derselben Firma gehören. Bis zum Redaktionsschluss gab es kaum Überraschungen bei den Nominierungen, obwohl teilweise kritisiert wurde, dass zu wenige wirkliche Hacker zur Wahl stehen.

Sun Accessibility Lab

Sun hat unter [2] angekündigt, ein Accessibility Lab zu gründen, in dem Technologien entwickelt werden sollen, die GNOME 2.0 auch für Behinderte zugänglich machen. Weiterhin soll Sun zufolge zusammen mit der GNOME Foundation ein Fond eingerichtet werden, um andere Projekte zu unterstützen, die ähnliche Technologien für GNOME entwickeln.

Openoffice

Unter [3] kann man seit Mitte Oktober die ersten Vorabversionen von Openoffice, der nächsten Version von Staroffice, herunterladen. Der Code ist aber noch sehr unausgereift und mit etwa 80 Mb für den Quellcode bzw. über 50 Mb für die vorkompilierte Version auch nicht gerade klein. Wer sich OpenOffice selber kompilieren will, muss sich darauf einstellen, dass der Rechner, je nach Prozessorgeschwindigkeit, mindestens einen Tag lang damit beschäftigt sein wird. Trotzdem war der Ansturm auf den Sourcecode in den ersten Tagen so groß, dass der Server zeitweise nicht zu erreichen war.

Themen installieren

In letzter Zeit gab es immer mehr Programme, die sogenannte Themen (Themes) unterstützen, mit denen man die Oberfläche des Programms umgestalten kann. Diese Themen sehen zwar sehr schön aus, aber wenn jedes Programm sein eigenes Look-and-Feel mitbringt, sorgt das eher für Verwirrung als für Benutzerfreundlichkeit. Besser ist es, wenn alle Programme das gleiche Thema nutzen. Bei GNOME ist dies glücklicherweise von Vorne herein der Fall, da alle Programme auf der GTk-Bibliothek basieren. Das aktuelle GTk-Thema kann man im Kontrollzentrum unter Arbeitsplatz/Themen auswählen ändern. Wem die mitgelieferten Themen noch nicht ausreichen, der kann unter [4] noch jede Menge weiterer Themes herunterladen und mit Neues Thema installieren unter Arbeitsplatz/Themen auswählen installieren. Dazu muss man bloß das gespeicherte Archiv auswählen. Das Themen-Capplet im Kontrollzentrum entpackt es dann in ~/.themes/. Für die Gestaltung und das Verhalten der Fenstern ist unter GNOME allerdings ein separater Fenstermanager zuständig, auf den das GTK-Thema keinen Einfluss hat. GNOME ist ja prinzipiell in der Lage, mit vielen Fenstermanagern zusammenzuarbeiten. Inzwischen wird aber hauptsächlich Sawfish (ehemals Sawmill) verwendet. Das Thema von Sawfish lässt sich im Kontrollzentrum unter Fenstermanager Sawfish/Aussehen ändern. Andere Fenstermanager können übrigens unter Fenstermanager ausgewählt und mit Konfigurationwerkzeug für FenstermanagerName aufrufen konfiguriert werden. Sawmill-Themen [5] muss man nach ~/.sawmill/themes/ oder /usr/share/sawmill/themes/ kopieren, wobei im Falle des letzteren Verzeichnisses das Thema für alle Benutzer installiert wird. Dabei muss man aber darauf achten, dass das Archiv auf tar.gz endet und namentlich dem Verzeichnis entspricht, welches im Archiv enthalten ist. Dieses kann man dann mit tar -ztf archiv.tar.gz überprüfen. Man kann das Archiv aber auch gleich mit tar -zxpvf archiv.tar.gz entpacken und sich das Umbenennen sparen. Für alle Screenshots in diesem Artikel werden übrigens das Sawfish-Thema Blue-steel und das GTK-Thema Coolness verwendet.

GNOME im AquaOS Look

Gnofract 4d

Gnofract 4d [6] ist ein Programm, das, anders als Gnofract [7], 4-Dimensionale Fraktale rendert, die eine Mischung aus Mandelbrot- und Julia-Fraktalen darstellen. In diesem 4-Dimensionalen System kann man sich natürlich nicht nur in 4 Richtungen bewegen, sondern auch um 6 Flächen drehen. Je nach Position in diesem System verändert sich dann der Anteil von Julia- bzw. Mandelbrotfraktal im dargestellten Fraktal. Zusätzlich zu diesen Funktionen unterstützt Gnofract 4d auch noch sogenannte Colormaps, übrigens im selben Format wie Fractint, die das Fraktal verschieden einfärben. Außerdem kann man das Fraktal vergrößern, zumindest soweit die Rechentiefe es erlaubt. Neben dem normalen gibt es noch einen stark an Kai´s Power Tools erinnernden Explorer-Modus, in dem man die Fraktaleinstellungen zufällig mutieren kann. Dabei regelt ein Schieber, wie stark die Einstellungen mutiert werden sollen. Alle Fraktale kann man natürlich auch als Bild bzw. die Parameter des Fraktals in einem eigenen Format abspeichern.

Gnofract 4d im Explorer Modus

GnomePM

GnomePM [8] ist als Ersatz für den Yahoo! Java Portfolio Manager gedacht, der aktuelle Informationen zu den Aktien in einem virtuellen Portfolio bietet. Wer schon einmal versucht hat, Java-Applets unter Netscape auszuführen, wird diese Alternative sicherlich begrüßen. GnomePM kann mehrere Portfolios verwalten, in denen es jeweils Kurse, Volumen und viele andere Informationen zu den einzelnen Aktien anzeigt. Außerdem kann man unter dem Menüpunkt More Info noch Charts, Headlines, Bewertungen usw. der Aktien im Standard-Browser laden. Auch wenn man das Symbol einer Aktie nicht kennt, kann GnomePM es unter Angabe des Firmennamens finden. All diese Informationen werden standardmäßig von der amerikanischen Yahoo! Finanz Site geladen, obwohl es auch möglich ist, unter Program/Preferences einen anderen Yahoo! Host anzugeben. Da aber der deutsche Ableger von Yahoo! seine Seiten etwas anders aufbaut, zeigt GnomePM mit "quote.yahoo.de" als Host leider falsche Daten an. Alle Kurse, die GnomePM von Yahoo übernimmt, sind nicht in Echtzeit, sondern haben beim Nasdaq 15 Minuten, ansonsten 20 Minuten Verzögerung. Dazu kommt noch, dass die Daten von GnomePM standardmäßig nur alle 5 Minuten aktualisiert werden, was man aber unter Program/Preferences verändern kann.

Linux IPOs versus Technologie Blue Chips

Der Autor

Björn Ganslandt ist Schüler und leidenschaftlicher Bandbreiteverschwender. Unter dem Nickname "Ansimorph" ist er öfters in irc.gnome.org anzutreffen.

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