Auf immer und ewig

Nachdem sich nun das Programm als alltagstauglich entpuppt hat, soll es fortan selbstverständlich immer unseren Desktop zieren. Und damit Sie nicht in jeder Ausgabe ein und die selbe Predigt meinerseits vorgesetzt bekommen, basteln wir uns dieses mal nach bestem KDE-Vorbild quasi einen neuen Window-Manager: Er besteht aus einem einfachen Bash-Script, in dem wir zuerst die Umgebungsvariable setzen, danach DFM starten, und erst anschließend einen Window-Manager ins Spiel kommen lassen:

#!/bin/sh
LC_ALL="de_DE"; export LC_ALL
dfm &
mein_Fenter-Manager

Abgespeichert unter dfmdesktop muss diese Datei noch als ausführbar gekennzeichnet werden – ein chmod 777 dfmdesktop erledigt das zufriedenstellend. Idealer Platz für selbstgebasteltes dieser Art ist das Verzeichnis /usr/local/bin, in das der "User" root die Datei noch verschieben sollte: mv dfmdesktop /usr/local/bin/. Dieses simple Script kann von nun an anstelle des Window-Managers aufgerufen werden, und unser Window-Manager wird künftig mit Icons auf dem Desktop erscheinen.

Abbildung 2: Dateimanager mit Desktop-Icons

Beim Angeln …

Der Haken? Sicher gibt es den: Drag & Drop ist ja ganz nett, aber das funktioniert natürlich hier z. B. nicht aus dem Netscape Navigator heraus – beide bleiben eigenständige Programme. Hingegen kann aus dem Dateimanager eine Datei auf den Desktop gezogen werden, oder eine Textdatei auf ein Editor-Icon (bzw. eine HTML-Datei auf ein Browser-Icon), um sofort in diesem geöffnet zu werden.

Mancher wird verwundert feststellen, dass sein Window-Manager nicht wie gewohnt auf Mausklicks im freien Desktop reagiert. Abhilfe schafft hier das Deaktivieren des Desktopkontextmenüs – zu finden nicht etwa in den Optionen, sondern unter dem Menüpunkt DFM für X11 unmittelbar über den Optionen. Um diese Einstellung zu behalten, muss sie explizit im selben Menü nochmals gespeichert werden.

Und wer aufgrund seiner hohen Bildschirmauflösung seinen X-Server auf 100dpi-Schriften umgestellt hat, findet die Konfigurationsoberfläche auch nicht so aufgeräumt wie in Abbildung 1 gezeigt – die Texte passen aufgrund der Schriftgröße nicht mehr hinein und sind gerade noch zu erahnen. Dieser Umstand sollte jedoch weder stören noch dem Einsatz des Programmes entgegen stehen.

DFM für Heimwerker

Wer den DFM nicht auf den CDs seiner Distribution als fertiges Paket vorfindet (oder lieber die aktuelle Version haben möchte), muss mit dem dieser Zeitschrift beiliegendem tar.gz-Archiv vorlieb nehmen. Doch auch dieses ist leicht installiert: Neben den üblichen beim "Übersetzen" (Kompilieren) benötigten Paketen (make, gcc, xdevel) werden die Devel-Pakete von GTK+ sowie libXpm vorausgesetzt – alle liegen den üblichen Distributionen bei. Sind diese installiert, wird das Archiv als "User" root entpackt, worauf ein ./configure das System überprüft und ein sogenanntes "Makefile" erstellt wird. Mit dessen Hilfe kompiliert dann das Tool make ein lauffähiges Programm. Fehlt nur noch das abschließende Kopieren (Installieren) der beim Kompilieren neu erstellten Dateien, sowie das Setzen der nötigen Dateirechte – was uns ein make install abnimmt:

jo@planet ~> su -
Password:
root@planet:~> tar -xvzf dfm-0.99.7.tar.gz
root@planet:~> cd dfm
root@planet:~/dfm> ./configure
root@planet:~/dfm> make
root@planet:~/dfm> make install
root@planet:~/dfm> logout
jo@planet ~>

Glossar

Window-Manager

Hauptaufgabe dieser ist es, Anwendungen mit Rahmen auszustatten und diese anschließend auf dem Desktop zu verwalten. Sie setzen auf einem aktiven X-Server auf, der die grafische Ausgabe zur Verfügung stellt. KDE und GNOME sind sogenannte Environments, die für allerhand mehr oder weniger austauschbare Zutaten zum Window-Manager sorgen.

Bash-Script

Die Bash ist die Standard-Textkonsole unter Linux. Für diese kann man sogenannte Scripts erstellen, deren Inhalt als Liste von Anweisungen aufgefasst und zeilenweise ausgeführt wird.

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