Bei den Soundkarten, so wie bei allen anderen Geräten, die nicht "on board", also auf dem Mainboard integriert sind, gibt es drei verschiedene Typen. Historisch gesehen am ältesten sind die sogenannten Legacy-Karten. Darauf folgten die Jumperless-Karten, die von den Plug'n'Play-Karten (Plug'n'Play; engl.: Einstecken und läuft) abgelöst werden sollten. Alle drei Typen gehören zur Gruppe der ISA-Karten und sie unterscheiden sich in der Handhabung der IRQs und DMAs sowie des verwendeten Adressbereichs im Hauptspeicher.
The next Generation
Über kurz oder lang wird ISA durch PCI verdrängt werden. Das ist ein Standard, der alle alten Systeme und die mit ihnen verbunden Probleme, beseitigen soll. Normalerweise ist deshalb bei der Konfiguration von PCI-Karten keine manuelle Einstellung mehr nötig. Bei der Einführung des Standards wurde versucht, eine sinnvolle Autokonfiguration zu ermöglichen.
Jumpern oder nicht Jumpern
Da sich die PCI-Karten in der Regel unauffällig verhalten und einfach vom Computer selber konfiguriert werden, beschränkt sich diese Anleitung auf die ISA-Karten und hier im speziellen auf die Erweiterungen vom Typ Plug'n'Play.
In der Praxis sieht nämlich so aus, dass Sie als Anwender bei der Legacy-Karte die Einstellungen über sogenannte Jumper vornehmen. Dazu müssen sie aber die genaue Belegung der Ressourcen in Ihrem Rechner kennen und das stellt für einen Laien ein nicht zu unterschätzendes Unterfangen dar. Da diese Belegung bei jedem Rechner anders aussieht, können wir hier keine allgemein verbindlichen Ratschläge geben. Sie können sich aber die momentane Belegung anzeigen lassen.
[agrytz]$ cat /proc/interrupts
CPU0
0: 123278398 XT-PIC timer
1: 604654 XT-PIC keyboard
2: 0 XT-PIC cascade
5: 1204103 XT-PIC usb
8: 1972305 XT-PIC rtc
10: 78682782 XT-PIC Intel EtherExpress Pro 10/100 Ethernet
12: 5904997 XT-PIC PS/2 Mouse
13: 5 XT-PIC fpu
14: 557015 XT-PIC ide0
15: 25235 XT-PIC ide1
NMI: 0
ERR: 0Gleiches gilt für die DMA-Belegung.
[agrytz]$ cat /proc/dma 4: cascade
Und zu guter letzt auch für die Adressbelegung:
[agrytz]$ cat /proc/ioports 0000-001f : dma1 0020-003f : pic1 0040-005f : timer 0060-006f : keyboard 0070-007f : rtc 0080-008f : dma page reg 00a0-00bf : pic2 00c0-00df : dma2 00f0-00ff : fpu 0170-0177 : ide1 01f0-01f7 : ide0 02f8-02ff : serial(auto) 0376-0376 : ide1 03c0-03df : vga+ 03f6-03f6 : ide0 03f8-03ff : serial(auto) b000-b01f : Intel Speedo3 Ethernet b400-b41f : usb-uhci b800-b807 : ide0 b808-b80f : ide1
Für den richtigen Sound muss auch im Kernel die Unterstützung für die entsprechende Karte aktiviert sein. Dazu müssen Sie sich die Karte genau ansehen und den Chip, der darauf arbeitet identifizieren. Anschließend empfiehlt es sich unter /usr/src/linux/Documentation/sound die richtige Documentation für die Karte zu suchen und mindestens zweimal gründlich zu lesen. Wie der Kernel neukompiliert wird, steht in der Dokumentation der meisten Distributionen genau beschrieben. Ansonsten hilft das Kernel-HowTo von der unten angegebenen URL weiter.



