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Sound-Karten unter Linux

Dem Rechner die Töne entlockt

01.12.2000 Mit dem Einzug von Linux auf den heimischen Desktop wächst das Bedürfnis nach der Multimediafähigkeit des Betriebssystems. Linux steht nicht mehr hinter Windows zurück, wenngleich die Konfiguration etwas anders verläuft.

Bei den Soundkarten, so wie bei allen anderen Geräten, die nicht "on board", also auf dem Mainboard integriert sind, gibt es drei verschiedene Typen. Historisch gesehen am ältesten sind die sogenannten Legacy-Karten. Darauf folgten die Jumperless-Karten, die von den Plug'n'Play-Karten (Plug'n'Play; engl.: Einstecken und läuft) abgelöst werden sollten. Alle drei Typen gehören zur Gruppe der ISA-Karten und sie unterscheiden sich in der Handhabung der IRQs und DMAs sowie des verwendeten Adressbereichs im Hauptspeicher.

The next Generation

Über kurz oder lang wird ISA durch PCI verdrängt werden. Das ist ein Standard, der alle alten Systeme und die mit ihnen verbunden Probleme, beseitigen soll. Normalerweise ist deshalb bei der Konfiguration von PCI-Karten keine manuelle Einstellung mehr nötig. Bei der Einführung des Standards wurde versucht, eine sinnvolle Autokonfiguration zu ermöglichen.

Jumpern oder nicht Jumpern

Da sich die PCI-Karten in der Regel unauffällig verhalten und einfach vom Computer selber konfiguriert werden, beschränkt sich diese Anleitung auf die ISA-Karten und hier im speziellen auf die Erweiterungen vom Typ Plug'n'Play.

In der Praxis sieht nämlich so aus, dass Sie als Anwender bei der Legacy-Karte die Einstellungen über sogenannte Jumper vornehmen. Dazu müssen sie aber die genaue Belegung der Ressourcen in Ihrem Rechner kennen und das stellt für einen Laien ein nicht zu unterschätzendes Unterfangen dar. Da diese Belegung bei jedem Rechner anders aussieht, können wir hier keine allgemein verbindlichen Ratschläge geben. Sie können sich aber die momentane Belegung anzeigen lassen.

[agrytz]$ cat /proc/interrupts
           CPU0
  0:  123278398          XT-PIC  timer
  1:     604654          XT-PIC  keyboard
  2:          0          XT-PIC  cascade
  5:    1204103          XT-PIC  usb
  8:    1972305          XT-PIC  rtc
 10:   78682782          XT-PIC  Intel EtherExpress Pro 10/100 Ethernet
 12:    5904997          XT-PIC  PS/2 Mouse
 13:          5          XT-PIC  fpu
 14:     557015          XT-PIC  ide0
 15:      25235          XT-PIC  ide1
NMI:          0
ERR:          0

Gleiches gilt für die DMA-Belegung.

[agrytz]$ cat /proc/dma
 4: cascade

Und zu guter letzt auch für die Adressbelegung:

[agrytz]$ cat /proc/ioports
0000-001f : dma1
0020-003f : pic1
0040-005f : timer
0060-006f : keyboard
0070-007f : rtc
0080-008f : dma page reg
00a0-00bf : pic2
00c0-00df : dma2
00f0-00ff : fpu
0170-0177 : ide1
01f0-01f7 : ide0
02f8-02ff : serial(auto)
0376-0376 : ide1
03c0-03df : vga+
03f6-03f6 : ide0
03f8-03ff : serial(auto)
b000-b01f : Intel Speedo3 Ethernet
b400-b41f : usb-uhci
b800-b807 : ide0
b808-b80f : ide1

Für den richtigen Sound muss auch im Kernel die Unterstützung für die entsprechende Karte aktiviert sein. Dazu müssen Sie sich die Karte genau ansehen und den Chip, der darauf arbeitet identifizieren. Anschließend empfiehlt es sich unter /usr/src/linux/Documentation/sound die richtige Documentation für die Karte zu suchen und mindestens zweimal gründlich zu lesen. Wie der Kernel neukompiliert wird, steht in der Dokumentation der meisten Distributionen genau beschrieben. Ansonsten hilft das Kernel-HowTo von der unten angegebenen URL weiter.

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