Kunterbunte Anwendungen

Obwohl es noch einige weitere Desktop-Umgebungen gibt (z. B. CDE, UDE oder XFce), zeichnet sich momentan unter Linux ein (hoffentlich fruchtbarer) Wettstreit zwischen GNOME und KDE ab. Für beide existiert inzwischen eine große Zahl an "nativen" Anwendungen. X11-Anwendungen können nämlich auf unterschiedliche Art und Weise programmiert werden. Je nachdem, welches grafische Toolki der Entwickler zur Erstellung seines X11-Programms verwendet hat, zeigt sich die Anwendung auf dem Desktop in unterschiedlichem Gewand. In der Vergangenheit wurden viele X11-Anwendungen mit einer ganzen Reihe solcher Toolkits erstellt (z. B. Tk, Xaw, XForms, Motif). Eine klassische X11-Anwendung erkennt man oft (aber nicht immer) daran, dass der erste Buchstabe des Programmnamens ein "X" ist, also z. B. XawTV oder xpdf. Heutzutage werden die meisten neuen X11-Programme entweder mit dem Toolkit gtk+ (GNOME) oder mit dem Toolkit qt (KDE) erstellt. Mit welchem der beiden Toolkits das jeweilige Programm erstellt wurde, erkennt man meist daran, dass ein "G" (für gtk+/GNOME) bzw. ein "K" (für qt/KDE") vor dem eigentlichen Programmnamen steht.

Schichtenarchitektur von Linux

  Desktop-Umgebung Drag'n'Drop; Session-Management KDE; GNOME
  Window-Manager ermöglicht Bewegen und Verändern der Größe von X11-Anwendungen z. T. auch schon Menüs, Panels und Hintergrundbilder vorhanden fvwm2, sawfish, kwm
  X-Terminal X11-Emulation der Textkonsole, zum Starten von X11-Anwendungen xterm
X-Server   Spezielles Anwendungsprogramm, das höhere Grafikauflösungen ermöglicht und Eingabegeräte (Maus, Tastatur, …) nach Ereignisse abfrägt XFree86
  Anwendungsprogramme text- oder menübasierte Anwendungen mit z. T. enormer Funktionsvielfalt Emacs
Konsole Systemprogramme Software für Betrieb, Kontrolle und Wartung hardware-naher Komponenten Shell: Bash
Linux-Kernel   Grundlegende Betriebssystemfunktionen, Hardware-nahe Treibersoftware Unterstützung für ext2- und vfat-Dateisysteme

Abwechslung muss sein!

Noch ein wichtiger Tipp zum Schluss: Da X11-Programme, die mit grafischen Toolkits entwickelt wurden, in der Regel auch nur dann lauffähig sind, wenn das entsprechende Toolkit korrekt installiert ist, empfiehlt es sich momentan, sowohl KDE als auch GNOME vollständig (zumindest aber die jeweiligen Basispakete beider Desktops) zu installieren. Wer mag, kann übrigens die verschiedenen installierten Desktopumgebungen und Fenstermanager durchaus auch abwechselnd einsetzen. Die X11-Logins (also der grafische Startbildschirm, bei dem man sich als Benutzer einloggt) auf neueren Linux-Distributionen bieten dafür normalerweise eine entsprechende Auswahlliste (z. B. unter Sitzungstyp).

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Acht und eins macht zehn
    Der Nachfolger von Windows 8.1 trägt nicht die Versionsnummer 9, sondern springt direkt auf die 10. Was hier – neben der Rückkehr des Startmenüs – geboten wird, verrät unser Kurztest.
  • Desktop-Alternative GNOME 1.2
    Von vielen X11-Anwendern nicht beachtet und von manchen Distributoren gar vorzeitig abgeschrieben meldet sich die Desktop-Umgebung GNOME in einer neuen Version zurück. LinuxUser stellt Ihnen die wichtigsten Komponenten von Helix GNOME 1.2 vor und hilft Ihnen bei der Frage, ob sich ein Upgrade bzw. eine Neuinstallation lohnt.
  • Mittlere Reife
    In der zehnten Klasse erwerben viele Schüler die "mittlere Reife". Ob Microsoft mit Windows 10 in den Augen langjähriger Linux-Anwender einen mittleren Reifegrad erreichen konnte und wie Sie dem System ein wenig nachhelfen, verrät dieser Artikel.
  • Jo´s alternativer Desktop: selectwm
    Ihre .xinitrc ist eine ständige Baustelle? selectwm könnte Sie Ihrem Editor entreißen.
  • Technik-Dinosaurier
    Alte Anwendungen und Spiele erleben ein Revival in der Dosbox. Die Software emuliert einen kompletten PC samt Uralt-Betriebssystem.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 12/2016: Neue Desktops

Digitale Ausgabe: Preis € 5,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Aktuelle Fragen

Drucker Epson XP-332 unter ubuntu 14.04 einrichten
Andrea Wagenblast, 30.11.2016 22:07, 2 Antworten
Hallo, habe vergeblich versucht mein Multifunktionsgerät Epson XP-332 als neuen Drucker unter...
Apricity Gnome unter Win 10 via VirtualBox
André Driesel, 30.11.2016 06:28, 2 Antworten
Halo Leute, ich versuche hier schon seit mehreren Tagen Apricity OS Gnome via VirtualBox zum l...
EYE of Gnome
FRank Schubert, 15.11.2016 20:06, 2 Antworten
Hallo, EOG öffnet Fotos nur in der Größenordnung 4000 × 3000 Pixel. Größere Fotos werden nic...
Kamera mit Notebook koppeln
Karl Spiegel, 12.11.2016 15:02, 2 Antworten
Hi, Fotografen ich werde eine SONY alpha 77ii bekommen, und möchte die LifeView-Möglichkeit nu...
Linux auf externe SSD installieren
Roland Seidl, 28.10.2016 20:44, 1 Antworten
Bin mit einem Mac unterwegs. Mac Mini 2012 i7. Würde gerne Linux parallel betreiben. Aber auf e...