Benutzeroberflächen unter Linux

Alles Geschmackssache

Sie kommen frisch aus der Windows-Welt und fragen sich, was sich hinter all den Fachbegriffen unter Linux verbirgt? Alles halb so wild. LinuxUser versorgt Sie mit dem Mindestwortschatz, der das Leben in der Welt der Pinguine erheblich vereinfacht. Diesmal beschäftigen wir uns mit dem, womit man als Desktop-Anwender normalerweise ständig konfrontiert wird: mit der Benutzeroberfläche.

Wenn Sie bisher die Betriebssysteme Windows, MacOS o. ä. eingesetzt haben, sind Sie bestimmt ein ganz bestimmtes Desktop-Look'n'Feel gewohnt. Grafische Menüs und Desktop-Symbole (Icons), die für bestimmte, auf der Festplatte vorhandene Dateien stehen, lassen sich dort auf relativ intuitive Weise mit Hilfe der Maus handhaben. Doch das war zumindest in der Windows-Welt nicht immer so. Manche von Ihnen können sich vielleicht noch an ein Betriebssystem namens MS-DOS erinnern, das rein textbasiert war und noch bis in die Mitte der neunziger Jahr hinein auf den meisten Intel-kompatiblen PCs seinen rudimentären Dienst verrichtete. MS-DOS war im Prinzip nichts anderes als ein stark abgespecktes Unix. So stark abgespeckt, dass für damalige Anwender die tägliche Arbeit z. T. recht frustrierend sein musste ;-). Erst mit Windows 3.x, das noch auf MS-DOS aufsetzte, und später mit Windows 95/98 kam bei Microsoft der heute gewohnte Bedienkomfort auf die grauen Intel-Rechner.

Auf mein Kommando!

Linux wurde 1991 geboren. Zu einer Zeit also, da in der PC-Welt MS-DOS noch das vorherrschende Betriebssystem war. Linus Torvalds, der Vater des ersten Linux-Kernels, wollte damals auf seinem PC zu Hause eine ähnliche Funktionalität wie die Unix-Großrechner an seiner Universität. Eine Shel ist ein Programm, das die Tastatureingaben eines Anwenders auf der Textkonsole interpretiert und dann die entsprechende Dateioperationen u. a. für den Benutzer vornimmt. Der Kommandointerpreter unter MS-DOS, im Prinzip nichts anderes als eine Shell, hieß übrigens COMMAND.COM und bot dem Benutzer nur ein Bruchteil der heute immer noch verbreiteten Unix-Shells sh, csh oder ksh. Unter Linux hat sich übrigens die bash (Bourne Again SHell), eine Erweiterung der älteren Bourne-Shell, weitgehend als Standard-Shell durchgesetzt.

Grau, aber oho

Mit der zunehmenden Leistungsfähigkeit der PC-Hardware stieg auch bei der wachsenden Anhängerschar von Linux der Wunsch nach einer komfortableren Bedienung von Anwendungsprogrammen. Unter den diversen anderen Unix-Derivaten wurde der "grafische Modus" schon seit längerem mit Hilfe eines speziellen Anwendungsprogramms, dem sogenannten X-Server, realisiert. Für Linux kam natürlich nur eine Open-Source-Variante eines solchen X Window Systems in Frage: XFree86/X11R6 oder kurz: X11. Ein X-Server für sich genommen stellt aber noch keine grafische Benutzeroberfläche dar, sondern schaltet lediglich in einen höheren Grafikmodus und reagiert auf Signale von den Eingabegeräten (Tastatur, Maus, usw.).

Hochauflösend, aber grau und unflexibel: ein gestarter X-Server in Reinform

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Desktop-Alternative GNOME 1.2
    Von vielen X11-Anwendern nicht beachtet und von manchen Distributoren gar vorzeitig abgeschrieben meldet sich die Desktop-Umgebung GNOME in einer neuen Version zurück. LinuxUser stellt Ihnen die wichtigsten Komponenten von Helix GNOME 1.2 vor und hilft Ihnen bei der Frage, ob sich ein Upgrade bzw. eine Neuinstallation lohnt.
  • Jo´s alternativer Desktop
    Wie Ihr Linux-Desktop aussieht, bestimmen allein Sie. Mit deskTOPia nehmen wir Sie von nun an regelmäßig mit auf die Reise ins Land der Windowmanager und Desktopumgebungen, stellen Nützliches und Farbenfrohes, Hingucker und hübsches Spielzeug vor. In dieser Ausgabe bittet Ihr Desktop im Lande des GNOMEs zum Tanz.
  • Erste Version von LXQt veröffentlicht
    Die Version 0.7 von LXQt ist die erste öffentliche Version der neuen schlanken Desktop-Umgebung. Sie soll mittelfristig das beliebte LXDE sowie Razor-qt ablösen.
  • Klein, schnell und ressourcensparend: der XFCE-Desktop
    XFCE bietet eine schlichte und auch auf älteren Rechnern noch wieselflink agierende Oberfläche, ohne dabei wichtige Komponenten zu unterschlagen.
  • Jo's alternativer Desktop
    Wie Ihr Linux-Desktop aussieht, bestimmen allein Sie. Mit deskTOPia nehmen wir Sie regelmäßig mit auf die Reise ins Land der Window-Manager und Desktop-Umgebungen, stellen Nützliches und Farbenfrohes, Hingucker und hübsches Spielzeug vor. Und getreu dem Motto "Unser Desktop soll schöner werden" zeigen wir hier ein Tool, das einem jeden Window-Manager neuen Glanz verleiht. Kosmetik für den Desktop.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 12/2017: Perfekte Videos

Digitale Ausgabe: Preis € 5,95
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Stellenmarkt

Aktuelle Fragen

Broadcom Adapter 802.11n nachinstallieren
Thomas Mengel, 31.10.2017 20:06, 2 Antworten
Hallo, kann man nachträglich auf einer Liveversion, MX Linux auf einem USB-Stick, nachträglich...
RUN fsck Manually / Stromausfall
Arno Krug, 29.10.2017 12:51, 1 Antworten
Hallo, nach Absturz des Rechners aufgrund fehlendem Stroms startet Linux nicht mehr wie gewohn...
source.list öffnet sich nicht
sebastian reimann, 27.10.2017 09:32, 2 Antworten
hallo Zusammen Ich habe das problem Das ich meine source.list nicht öffnen kann weiß vlt jemman...
Lieber Linux oder Windows- Betriebssystem?
Sina Kaul, 13.10.2017 16:17, 6 Antworten
Hallo, bis jetzt hatte ich immer nur mit
IT-Kurse
Alice Trader, 26.09.2017 11:35, 2 Antworten
Hallo liebe Community, ich brauche Hilfe und bin sehr verzweifelt. Ih bin noch sehr neu in eure...