Helfer für´s Grobe
X11-Konfigurationstools
Wer mit wem?
Wenn bis hierher alles geklappt hat, muss schließlich noch (in der Screens-Sektion) eine Verbindung zwischen Monitor und Grafikkarte hergestellt werden, aus der auch hervorgeht, welche Auflösungen (Modes) später in welchen Farbtiefen (Depth) dargestellt werden können. Der X-Server sucht sich später diejenige Screen-Sektion heraus, die er auf der Grundlage der oben genannten Daten darstellen kann. Dabei wählt er die höchste, darstellbare Auflösung, die er in der darzustellenden Farbtiefe in der Display-Untersektion unter Modes findet. Wenn er keine Zeile DefaultColorDepth (bzw. DefaultDepth) findet, in der die Standard-Farbtiefe explizit festgelegt wurde, und er auch keinen entsprechenden Parameter direkt beim Aufruf übergeben bekommt, dann verwendet er übrigens die erstgenannte (niedrigste) Farbtiefe.
Manche Konfigurationstools lassen dem Benutzer an dieser Stelle recht viel Flexibilität, andere schlagen (nicht immer sinnvolle) Standard-Modi vor. Mit [Strg]-[Alt]-[+] bzw. -[-] können Sie übrigens später unter X11 zwischen den hier eingestellten Auflösungen hin- und herschalten. Optional können Sie bei manchen Konfigurationstools auch eine "virtuelle" Auflösung (Virtual) einrichten, die größer ist als die tatsächlich darstellbare. Schießlich veranlassen die Konfigurationstools in der Regel noch den X-Server dazu, auf der Basis der vorgenommenen Einstellungen "probeonly" zu starten. Wenn Sie bis hierher als richtig gemacht haben, begrüßt Sie X nach kurzer Zeit. Manche Tools fragen bei dieser Gelegenheit auch gleich, ob nach dem Systemstart automatisch xdm (grafischer Login-Screen) gestartet werden soll. Wenn Sie sich sicher sind, dass der X-Server mit den von Ihnen vorgenommenen Einstellungen ordentlich startet, dann können Sie dies im Prinzip bejahen, es sei denn, Sie bevorzugen aus bestimmten Gründen einen Login auf der Textkonsole.
Optimieren der Refresh-Rate
Da die automatisch erzeugten Modelines (siehe Monitor-Abschnitt) in der Regel noch nicht das Optimum aus Ihrer Grafikkarte/Monitor-Kombination herausholen, empfiehlt es sich, nachträglich mit einem Modeline-Generator wie z. B. xvidtune [7] oder KVideoGen [8] eine Optimierung der Modelines vorzunehmen. Achtung: Stellen Sie vorher absolut sicher, dass in der Monitor-Sektion der aktuell gültigen XF86Config unter HorizSync bzw. VertRefresh die exakten Werte des angeschlossenen Monitors stehen. Ist dies nicht der Fall, kann es nämlich im schlimmsten Fall zu schweren Beschädigungen Ihres Monitors kommen!! KVideoGen ist zwar recht komfortabel und erlaubt zudem einige besonderen (nicht immer ungefährlichen!) Tricks, setzt aber ein installiertes KDE-/qt-System voraus.
Da xvidtune ohnehin jeder Distribution beiliegt und einen etwas seriöseren Eindruck hinterlässt, setze ich persönlich lieber dieses Tool ein. Xvidtune begrüßt Sie zunächst mit einer Warnung, die Sie nach Kenntnisnahme mit OK bestätigen können. Wechseln Sie im folgenden mit Next bzw. Prev in den Auflösungsmodus (siehe HDisplay/VDisplay), dessen Modelines Sie optimieren möchten. Rechts unten sehen Sie den jeweils aktuellen Refresh-Wert Vertical Sync (Hz). Mit Wider/Narrower bzw. Shorter/Taller können Sie diesen Wert im folgenden beeinflussen. Die veränderten Einstellungen werden durch Klick auf Test aus Sicherheitsgründen nur kurzzeitig aktiv. Beim Klick auf Apply schaltet xvidtune dagegen permanent auf die neuen Modeline-Werte.
Machen Sie am Anfang ruhig nur kleine Schritte und "test"en Sie diese immer wieder kurz. Sollte das Bild über den rechten/linken bzw. oberen/unteren Rand hinausragen bzw. sonstige Darstellungsfehler aufweisen, dann können Sie diese Mängel u. U. dadurch ausgleichen, dass Sie das Bild mit Left/Right bzw. Up/Down nachjustieren. Verändern Sie das Ganze so lange, bis Sie die optimale Refresh-Rate für die gewählte Auflösung (möglichst ohne Darstellungsfehler) gefunden haben. Sollte die Bildlage bei der optimalen Refresh-Rate noch verbesserungsbedürftig sein, können Sie diese u. U. direkt über Ihre Monitor-Hardware (Onscreen-Display, Bildlage o.ä.) verändern. Show gibt die (auflösungsabhängige) optimale Modeline schließlich auf dem X-Term aus, auf dem Sie xvidtune zuvor gestartet haben.
Setzen Sie diese Zahlenreihe an der entsprechenden Stelle Ihrer XF86Config ein. Je nachdem, wie viele Modelines Ihr Konfigurationsprogramm zuvor in der Monitor-Sektion erzeugt hat, ist es u. U. durchaus nicht ganz trivial, die zu ersetzende Modeline zu finden. Richten Sie sich dabei am besten nach dem ersten Wert (Pixel Clock in MHz), der in der mit xvidtune erzeugten Modeline nach der Auflösungsangabe folgt. Wenn Sie in der Monitor-Sektion eine Modeline finden, die diesen Wert enthält und darüber hinaus auch in der Auflösung übereinstimmt, dann dürften es sich im Normalfall auch um die zu ersetzende Modeline handeln. Nachdem die XF86Config abgespeichert wurde, sollte nach einem Neustart des X-Servers Ihre optimale Refresh-Rate dauerhaft übernommen worden sein. [Strg]-[Alt]-[<-] beendet bei Bildschirmflimmern sofort den X-Server, mit [Strg]-[Alt]-[F1] bis -[F6] können Sie im Zweifelsfall auf ein anderes Textterminal wechseln, um die XF86Config erneut zu editieren.
Übersicht
|
| xf86config | XF86Setup | Sax | setup | drakxconf | xf86cfg | Sax 2 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Hersteller/Autor | XFree86 | XFree86 | SuSE | Red Hat | Mandrakesoft | XFree86 | SuSE |
| Allgem. Eigenschaften | |||||||
| Text/Menü/VGA16/SVGA | */-/-/- | -/-/*/- | -/-/*/- | -/*/-/- | -/*/*/* | -/-/*/* | -/-/*/* |
| Bedienung: Tast./Maus | */- | */* | */* | */* | */* | */* | */* |
| Sprache: deutsch/engl. | -/* | -/* | */* | */* | */* | -/* | -/* |
| Erklärungstext/Hilfe | */* | */- | */* | */- | -/- | */- | */* |
| Jederzeitiges "Zurück" | nein | ja | Ja | ja | nein | ja | Ja |
| Konfiguration Monitor/Grafik |
|
|
| Xconfigurator 4.3.5 | XFDrake | ||
| Monitor-Einst. Liste/manuell | */* | */* | */* | */- | */- | */* | |
| Grafikk.-Einst. Liste/manuell | */* | */* | */* | */* | -/- | */- | |
| Freie Auswahl Auflös./Farbtiefe | */* | */* | */* | */* | vorgegeben | */* | */* |
| Weitere Einstellungen möglich? | Ja | ja | Ja | ja | ja | ja | Nein |
| Darstellungsoptimierung integriert/Hinweis | -/- | */- | -/- | -/* | -/- | */- | */* |
| Displaymanager-Integration | nein | nein | Nein | ja | ja | nein | Nein |
| Abschlussinformation | Ja | ja | Nein | ja | nein | nein | Nein |
| Konfiguration Tastatur |
|
|
| kbdconfig 1.9.2.4 | keyboarddrake | ||
| Modell-Auswahl Liste/manuell | */* | */- | */- | -/- | */- | */- | |
| Länderlayout Liste/manuell | */* | */- | */- | -/- | */- | */- | */- |
| Änderung Tastenwiederholrate | nein | Ja | Ja | nein | nein | ja | Ja |
| Weitere Einstellungen möglich? | Ja, Keymapping | ja | Ja | nein | nein | ja | Ja |
| Testfeld | nein | ja | Ja | nein | nein | nein | Ja |
| Konfiguration Maus |
|
|
| mouseconfig 4.4 | mousedrake | ||
| Auswahlliste Mausprotokoll | Ja | ja | Ja | ja | ja | ja | Ja |
| Bus/Seriell/PS/2/USB | */*/*/- | */*/*/- | */*/*/- | */*/*/- | */*/*/* | */*/*/- | */*/*/* |
| Auswahloption Device | Ja | ja | Ja | nein | In Verb. Mit Prot. | ja | Ja |
| Anzahl Knöpfe | nein | ja | Ja | nein | nein | nein | Ja |
| Option "Emulate 3Buttons" | Ja | ja | Ja | ja | nein | ja | Ja |
| Option "ChordMiddle" | Ja | ja | Ja | nein | nein | nein | Ja |
| Radmaus/Trackball | -/- | -/- | */- | -/- | -/- | -/- | */- |
| Testbereich | nein | ja | Ja | nein | ja | nein | Ja |
| Weitere Eingabegeräte | Acecad Tablet | nein | Ja | nein | nein | nein | Ja |
| Bewertung Einstellungsvielfalt | 1.5 | 1.75 | 1.5 | 2.5 | 4 | 1.5 | 1.25 |
| Bewertung Bedienerfreundlichkeit/Handling | 4 | 2 | 1.5 | 2 | 2 | 3 | 2 |
Glossar
DRI
Direct Rendering Infrastructure (DRI) ist eine von VA Linux System, Inc. entwickelte Technologie. Diese macht es in Kombination mit einigen anderen (ebenfalls in XFree86 4 integrierten) Komponenten möglich, dass X-Client-Applikationen (also z. B. Spiele) nicht (wie bisher üblich) nur indirekt über den X-Server und das zugrundeliegende Betriebssystem mit der Grafik-Hardware kommunizieren können, sondern die besonderen Fähigkeiten des Grafikchips mit den geringstmöglichen Reibungsverlusten auch auf (nahezu) direktem Wege ansprechen kann.
Device
Gerätedatei unter Linux. Im Verzeichnis /dev befindet sich eine große Zahl an (potentiell) ansprechbaren Gerätedateien. Diese symbolisieren konkrete Hardware-Komponenten, z. B. steht /dev/hda1 für die erste Partition auf der ersten IDE-Festplatte oder /dev/tty0 für die erste serielle Schnittstelle (COM1) in Ihrem PC.
Softlink
Ein Softlink ist ein Datei, deren einziger Sinn darin besteht, einen direkten Verweis auf eine "echte" Datei zu enthalten. Softlinks werden in der Regel bewusst eingesetzt, um bestimmte Dateizugriffe zu erleichtern.
Infos
[1] Homepage von XFree86: http://www.xfree86.org
[2] Homepage von DRI: http://dri.sourceforge.net
[3] Linux Input Drivers: http://www.suse.cz/development/input/
[4] Radmäuse unter X11: http://privat.schlund.de/e/eike-bernhardt/linux/wheel.html
[5] Grafiktabletts unter X11: http://www.hof-berlin.de/tablet/tablett.html
[6] USB unter Linux: http://www.linux-usb.org/
[7] 3D-Grafik unter Linux: http://www.linux3d.org/
[8] Homepage von KVideoGen: http://without.netpedia.net/kvideogen/



