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Debian- und RPM-Pakete im Griff

Paketinstallation

RPM

So wie Debians Paket-Tools alle auf dem Kommandozeilenprogramm dpkg aufsetzen, gibt es auch bei RPM-basierten Distributionen ein grundlegendes Verwaltungs-Tool für die Konsole, das bezeichnenderweise rpm heißt. Es bietet ähnlich leistungsfähige Optionen wie dpkg, mit denen Sie Pakete installieren, entfernen oder updaten können. Die wichtigsten davon sind:

rpm -i paket-1.23-1.i386.rpm
rpm -U paket-1.23-1.i386.rpm
rpm -e paket

Mit der ersten Option "-i" (kurz für "--install") von rpm wird ein Paket neu installiert, das noch nicht auf dem Rechner vorhanden ist, dabei ist der volle Dateiname des RPM-Pakets anzugeben. Entsprechend führt rpm bei der Option "-U" ein Paket-Update durch; hier wird also ein installiertes Paket durch eine neuere Version ersetzt. rpm stellt dabei sicher, dass die alte Version vorher vollständig entfernt wird. Diese Update-Option funktioniert übrigens auch, wenn noch keine ältere Version vorhanden ist: Sie können also "-U" generell anstelle von "-i" verwenden. Im dritten Befehlsaufruf soll ein Paket entfernt werden ("-e" oder "--erase"); hier ist nur der Basisname des Pakets ohne Versionsnummern anzugebene.

RPM-Pakete haben immer Namen der Form paket-1.23-1.i386.rpm. "1.23" ist dabei die Versionsnummer des Programmes, das "-1" gibt an, zum wievielten Mal aus den Quelltexten ein RPM-Paket gebaut wurde, und "i386" bezeichnet die Prozessor-Architektur, für die das Paket kompiliert wurde.

Nützliche Zusatzoptionen für die Installation mit rpm sind "--nodeps" und "--force": Die erste zwingt rpm, Paketabhängigkeiten (etwa benötigte Bibliotheken) zu ignorieren und ein Paket auch dann zu installieren, wenn ein verlangtes Zusatzpaket nicht vorhanden ist; mit der zweiten können Sie rpm anweisen, über Paket-Konflikte hinwegzusehen und das Paket beispielsweise auch dann zu installieren, wenn dadurch gleichnamige Dateien eines anderen Pakets überschrieben würden. Ein Befehl der Form

rpm -U --nodeps --force paket-1.23-1.rpm

sollte also immer zur Installation führen; die Konsequenzen sollten Sie vorher überdenken, wenn ein einfaches "rpm -U paket…" eine Fehlermeldung brachte.

Auch eine Übersicht über installierte Pakete gibt rpm ohne große Umstände: mit rpm -qa erhalten Sie eine Liste sämtlicher auf dem System vorhandener Pakete, rpm -q paketname zeigt für ein bestimmtes Paket an, ob es vorhanden ist. Falls ja, erhalten Sie mit rpm -qi paket mehr Informationen über das Paket, und rpm -qil paket gibt zusätzlich eine Liste aller zum Paket gehörenden Dateien aus.

Grafische RPM-Tools

Für die beiden beliebten Desktop-Systeme KDE und GNOME gibt es je ein komfortables Tool zur Verwaltung von RPM-Paketen. Diese heißen kpackage (KDE) und gnorpm (GNOME). Mit diesen Paket-Tools stehen Ihnen Frontends zur Verfügung, die übersichtlich eine Liste der installierten Pakete anzeigen und (wie rpm selbst) das Installieren, Aktualisieren und Löschen von Paketen erlauben. Die beiden Tools bieten bei der Installation ebenfalls die Möglichkeit, sich über Abhängigkeiten oder Paket-Konflikte hinweg zu setzen, können aber natürlich nicht den gesamten Funktionsumfang des mächtigen rpm-Programms abbilden.

Abbildung 2: kpackage kann wahlweise auf RPM- oder Debian-basierten Systemen eingesetzt werden

Abbildung 3: Der Name ist Programm: gnorpm arbeitet ausschließlich mit RPM-Paketen

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Infos zum Autor

Hans-Georg Eßer

Hans-Georg Eßer

Hans-Georg Eßer ist Chefredakteur der Zeitschrift EasyLinux, Doktorand an der Uni Erlangen-Nürnberg und seit Mitte der 90er begeisterter Linux-Anwender.


Infos zur Publikation

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LinuxUser 06/2012

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