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Eingabe im Gänsemarsch

Linux-USB in der Praxis

01.11.2000 Mit dieser Ausgabe beginnt eine Artikelserie über USB-Peripheriegeräte. Dieses Mal sind Eingabegeräte an der Reihe: Tastaturen, Mäuse, Joysicks und Grafiktabletts.

Gleich zu Anfang darf festgestellt werden: Die Erfolgsquote ist erfreulich hoch. Keines unserer 10 Geräte verweigerte den Dienst. Das liegt vor allem daran, dass sowohl Mäuse als auch Tastaturen ein fest definiertes Protokoll verwenden. Bei den Joysticks gibt es hingegen Unterschiede: manche funktionieren mit dem Standardtreiber, bei anderen (zum Beispiel Logitech Wingman Force) müssen zusätzliche Module geladen werden.

Tastaturen

Wer ausschließlich eine USB-Tastatur an den Computer anschließen will, hat es einfach: Er aktiviert im BIOS seines Rechners einfach "Support USB-Keyboard" und kann den Rest des Artikels überspringen. Die Tastatur wird nämlich einfach vom BIOS erkannt und dann unter Linux wie eine ganz normale Tastatur angesprochen. Sobald jedoch unter Linux die Module für den USB-Controller geladen werden, wird dieser re-initialisiert und die Kommunikation über das BIOS ist nicht mehr möglich. Es muss dann eine Kernel-Unterstützung installiert werden. Zur Auswahl stehen zwei verschiedene Module, die mit USB-Tastaturen umgehen können: usbkbd und hid. Der einzigen Vorteil, den der usbkbd-Treiber hat, ist seine Größe: da es ein spezifischer Tastaturtreiber ist, braucht er nur ein Viertel soviel an Arbeitsspeicher (wobei die 16k von hid.o eigentlich auch nicht alle Welt sind). Der hid-Treiber hingegen unterstützt nebenbei auch gleich Mäuse, Joysticks und einige Grafiktabletts. Bei unserem Test stellte sich weiterhin heraus, dass die Sondertasten des Microsoft-Keyboards nur mit dem hid-Treiber nutzbar sind. Abschließend wird noch das Modul keybdev benötigt, welches die Tastatur-Ereignisse an den Konsolentreiber weitervermittelt.

SuSE 6.4 und USB

SuSE 6.4 verwendet kein dynamisches Verfahren, um die nötigen USB-Module zu laden. Dies kann dazu führen, dass bei Verwendung einer USB-Tastatur keine Eingabe mehr möglich ist. In der Datei /etc/config.d/usb.rc.config hat sich ein kleiner Fehler eingeschlichen: statt der zwei Module hid und keybdev wird das Modul usb-keyboard geladen, welches trotz des intuitiven Namens aber gar nicht existiert. Auch das Modul mouse gibt es nicht – mousedev wäre hier richtiger. Folglich sollte unter SuSE 6.4 die Zeile in der Konfigurationsdatei wie folgt aussehen:

USB_DRIVERS="hid keybdev mousedev"

Auch was die Device-Files betrifft, war SuSE in der noch weit verbreiteten Version 6.4 kein Vorbild. Schon beim Anschluss einer Maus wird man verzweifeln, wenn man nicht bemerkt, dass die vorinstallierten Dateien falsch sind. Lösung: Einfach die vorhandenen Dateien löschen und in USB-Introbeschrieben neu anlegen.

Keysonic ACK-298

Nicht nur die 105 Tasten, sondern auch der zusätzliche PS/2-USB-Maus-Anschluss des Keysonic ACK-298 funktionierten wie erwartet. Der integrierte Konverter wandelt die PS/2-Steuersignale auf das USB-Maus-Protokoll um. Dabei werden jedoch "nur" drei Maustasten und ein Rad unterstützt. Die Maus an der Keysonic-Tastatur wird dabei wie jede andere USB-Maus angesprochen – und auch entsprechend eingerichtet (siehe Abschnitt über Mäuse). Trotz des geringen Preises diese Produktes liegen die Hände auf dem mitgelieferten Vorbau bequem auf und die Tasten haben einen festen Druckpunkt – man ist sich also immer darüber im Klaren, ob die Taste gedrückt wurde oder nicht.

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LinuxUser 03/2012

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