Debian GNU/Linux 2.2 – "Potato"
Kartoffel-Chips für alle
Nennen Sie es beim Namen
Selbst wenn der Computer nicht an irgendein Netzwerk angeschlossen ist, muss dieses eingerichtet werden. "Wähle den Host-Namen" – hier können Sie Ihrer Fantasie freien Lauf lassen und dem Rechner einen neuen Namen geben oder die Vorgabe "debian" übernehmen. Als nächstes wird das Basis-System installiert. Dieses muss noch mit ein paar Informationen versehen werden ("Konfiguriere das Basis-System"), z. B. werden Sie nach der Zeitzone gefragt. Sollte neben dem Linux-System noch ein DOS/Windows auf dem Computer laufen, stellen Sie die Systemuhr nicht auf "GMT", sondern auf die lokale Zeit.
Nehmen Sie jetzt das Boot-Medium aus dem Laufwerk und testen, ob der Computer von der Festplatte aus bootet ("Starte das System neu"). Hat bis hierhin alles geklappt, werden Sie nach dem Neustart aufgefordert, ein Root-Passwort zu wählen. Übrigens: Die Verwendung von Shadow-Passwörtern ist durchaus zu empfehlen. Wenn Sie zu irgendeinem Zeitpunkt nicht mehr damit arbeiten möchten, können die Einstellungen natürlich wieder geändert werden. Was das Root-Passwort betrifft: Es gehört zum Systemverwalter, sollte daher einerseits besonders sicher gewählt werden (eine Kombination aus Zeichen, Zahlen und Sonderzeichen) ist, andererseits sollten Sie sich klar machen, dass dieses kein "normaler" Arbeitsaccount ist. Nehmen Sie den Superuser nicht als persönlichen Account, auch wenn niemand sonst auf dem Rechner arbeiten möchte. Daher bekommen Sie als nächstes die Möglichkeit, einen neuen, eigenen Account für die tägliche Arbeit anzulegen.
Noch mehr Software?
Wenn Sie weitere Software statt von CD aus dem Netz installieren möchten, können Sie bereits an dieser Stelle die Verbindung zum Internet konfigurieren. Möchten Sie die Pakete von der Heft-CD nehmen, können Sie das beruhigt auf später verschieben (mit dem Tool pppconfig ist das Einrichten einer PPP-Verbindung ein Kinderspiel). Zur Installation weiterer Pakete spielt das Tool apt (siehe Artikel "Debian- und RPM-Pakete im Griff" auf Seite 22) eine wichtige Rolle. Dieses setzt auf den Debian-Paketen auf und braucht als Angabe eine Quelle, woher es die Software beziehen soll. Im Fall der Heft-CD ist die Wahl einfach, alternativ würde es auch mit Internet-Quellen (HTTP- und FTP-Servern) und Festplatte etc. klarkommen.
Bei der zusätzlichen Installation von Software haben Sie die Wahl zwischen "einfach" und "fortgeschritten". Für den Einsteiger empfiehlt sich "einfach" – Sie können später immer noch einzelne Pakte nach- bzw. deinstallieren (siehe hierzu ebenfalls den Artikel auf Seite 24). Bei der Installation dieser Pakete werden Sie immer mal wieder nach Konfigurationen gefragt, z. B. wie das Mailsystem eingerichtet werden soll oder welche Standard-Homepage für Lynx gelten soll. Grundsätzlich gilt für diesen Schritt in der Installation: Es gibt Abhängigkeiten zwischen Debian-Paketen, d. h. die Funktionalität eines Paketes a kann auf der korrekten Konfiguration von einem Paket b beruhen. Da es aber vorkommen kann, dass b vor a installiert wird, erhalten Sie eventuell Fehlermeldungen, dass Paket b nicht konfiguriert werden kann, weil a (noch) fehlt. Im Fall der einfachen Konfiguration wird das fehlende Paket automatisch nachinstalliert, bei der für Fortgeschrittene wiederholen Sie einfach den Schritt "Configure" vom dselect-Menü aus. Wenn Sie einmal eine Frage zu einer Konfiguration nicht beantworten können, machen Sie sich keine Sorgen – Sie haben jetzt schon ein lauffähiges System. Lesen Sie weitere Handbücher zum Thema, Man-Pages oder wenden sich an erfahrene "Linuxer". Wenn Sie noch Fragen zur Heft-CD haben, können Sie die LinuxLand-Hotline kontaktieren – viel Spaß mit Debian!



