Der Grundstein wird gelegt

Das Installationsprogramm verläuft ohne großen grafischen Aufwand. Hier kommt eine einfache, textorientierte Anwendung mit vielen ausführlichen Erklärungen. Sie haben die Möglichkeit, nach jeder Aktion zum Hauptmenü zurückzukehren. Hier bekommen Sie auch Auskunft über die Fortschritte in der Installation. Die Steuerung ist einfach: Mit den Pfeiltasten, der Return-Taste oder dem Tabulator können Sie schnell und sicher in dem Programm navigieren. Jedesmal, wenn ein Teil in der Installation abgeschlossen ist, gibt das System einen Tipp, welcher Schritt als nächstes folgen sollte ("Weiter"). Einzelne Abschnitte können jedoch jederzeit wiederholt oder übersprungen werden.

Als erstes konfigurieren Sie die Tastatur. Wählen Sie mit Hilfe der Pfeiltasten Ihren eigenen Tastaturtyp (z. B. "Germany") aus und bestätigen Sie dieses mit Return. Jetzt geht's zum Partitionieren der Festplatte. Sollten Sie bisher kein Backup von Ihren alten Daten gemacht haben, ist hier die letzte Gelegenheit dazu. An diesem Punkt können Sie noch abbrechen, die CD-ROM oder die Diskette aus dem Laufwerk entfernen, den Rechner neu starten und die Daten sichern. Andernfalls geht es jetzt ans Eingemachte: Wählen Sie "Partitioniere die Festplatte" und bestätigen mit Return. Bei einer fabrikneuen, leeren Festplatte kann es sein, dass Sie eingangs eine Fehlermeldung erhalten, eine neue Partitionstabelle angelegt wird und erst danach das Programm cfdisk, ein Partitionseditor, startet. Übrigens: Die Man-Page zu diesem Tool können Sie auf der Heft-CD unter dists/potato/main/disks-i386/20000821/doc/cfdisk.txt finden.

Die Boot-Partition muss, wie erwähnt, in den ersten 1024 Zylindern der Festplatte liegen. Als ersten Schritt legen Sie eine "Linux native"-Partition an. Mit den Pfeiltasten können Sie auf New gehen, wenn Sie mit Return bestätigen, gibt es eine weitere Auswahlmöglichkeit: Primary, Logical oder Cancel. Wählen Sie die primäre Partition aus. Als nächstes geben Sie die Grösse an (siehe. Kasten "Für jeden ein Stück vom Kuchen"). Jetzt folgt die alles entscheidende Frage: Wo soll die Partition liegen – am Anfang oder Ende der Platte? Wählen Sie "Beginning" und bestätigen Sie das mit der Enter-Taste. Jetzt muss die Partition noch bootfähig werden, legen Sie dieses unter dem Punkt Bootable fest. In der Tabelle sollte jetzt unter Flags das Wort "Boot" stehen.

Für die Swap-Partition durchlaufen Sie die gleiche Prozedur noch einmal. Achten Sie bei der Auswahl des Partitions-Typen darauf, dass Sie "Linux Swap" (Nr. 82) auswählen. Für die Testinstallation von Debian Linux ist eine neue, völlig leere Festplatte mit 30,7 GB benutzt worden. Hier stellte sich die Frage nach weiteren Partitionen. Neben root und swap als primäre Partitionen wurden noch vier weitere Unterteilungen vorgenommen: var, usr, opt und home.

Für den Testrechner, auf dem viel installiert und ausprobiert werden soll, wurden 4 GB für usr ausgewählt. Bei kleineren Festplatten kann diese Partition auch deutlich kleiner gewählt werden. Ebenso ist der Wert für opt völlig optional. Am besten machen Sie sich an dieser Stelle eine kurze Notiz über die Verteilung wie in Tabelle 1.

Tabelle 1: Aufteilung der Festplatte

/dev/hda1 swap
/dev/hda2 root
/dev/hda5 var
/dev/hda6 usr
/dev/hda7 opt
/dev/hda8 home

Bisher ist noch nichts auf der Festplatte geändert worden. Erst, wenn Sie "Write" auswählen, passiert wirklich etwas. Sind Sie sich sicher, dass die Aufteilung Ihrer Festplatte richtig ist, bestätigen Sie die Sicherheitsabfrage mit "yes".

Partitionen formatieren und einbinden

Weiter geht's mit dem Formatieren und Einbinden einer Swap-Partition. Im Falle des Testrechners hat Debian diese sofort anhand der Signatur erkannt. Alternativ könnte an dieser Stelle eine bereits initialisierte Swap-Partition aktiviert werden. Wenn Sie sich gegen eine solche Aufteilung entschieden haben, geht es "Weiter ohne Swap Partition". Der nächste Schritt ist das Einbinden der Linux-Partition(en). Hier kommt die Liste ins Spiel, die Sie vorher über Ihre Partitionen angelegt haben (siehe Tabelle 1). Sie bekommen eine Auswahl mit allen Partitionen, die als Dateisystem-Typ "Linux" bekommen haben. Die Größe steht nicht hinter den angebotenen Partitionen, daher ist es gut zu wissen, welches Device (z. B. /dev/hda1) zu welchem Namen passt. Wenn Sie alte Partitionen Ihrer Festplatte mit nicht mehr benötigten Daten einbinden möchten, können Sie das auch an dieser Stelle machen. Wichtig: Bevor Sie mit der Installation von Software beginnen, sollten auf jeden Fall alle angelegten Partitionen mit ihren Dateisystemen versehen und eingebunden werden. Bleibt nur noch anzumerken, dass zuerst / gemountet werden muss.

Im nächsten Schritt installieren Sie das Basis-System mit Kernel und Modulen. Wählen Sie das Medium (CD-ROM oder Diskette) aus, das den Linux-Kernel enthält. Sollte die automatische Erkennung bei der Heft-CD nicht funktionieren, durchsuchen Sie die CD und wählen z. B. das Verzeichnis /debian aus. Auch hier nochmal der Hinweis: Eine genau Liste, welche Hardware sich in Ihrem Rechner befindet und mit welchen Parametern (Interrupt, I/O-Adresse) diese gegebenenfalls konfiguriert werden muss, ist durchaus sinnvoll. Sollten Sie an dieser Stelle Schwierigkeiten haben, ist aber auch kein Problem, einzelne Module später einzubinden – es ist sogar sinnvoll, nur die Module auszuwählen, die zum Systemstart gebraucht werden.

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