KDE Themes Teil 3

Des K(aiser)s neue Kleider

Dass KDE die Fähigkeit besitzt, recht schnell mittels sogenannter Themes sein Äußeres zu ändern, dürfte inzwischen hinreichend bekannt sein. Diese Serie beschreibt, wie man eigene Themes erstellt.

Obwohl es sehr wahrscheinlich ist, dass noch vor dem Erscheinen dieses letzten Teils bereits die erste stabile Version des Desktop Environments KDE 2 [1] erscheinen wird, soll dieser Artikel schon die Trilogie zu KDE Themes abschließen. Am Ende des Artikels werde ich übrigens noch kurz darauf eingehen, wie Themes für KDE 1.1.2 auch unter KDE 2 genutzt werden können. Vorher beschäftigen wir uns aber erst einmal mit den letzten drei Punkten unserer ToDo-Liste.

  • Startleiste
  • Hintergrundbild
  • Icons
  • Fenster-Knöpfe
  • Fenster-Titelleiste
  • Fenster-Rahmen
  • Systemklänge
  • Farbschema
  • KFM Einstellungen Wir erweitern in den einzelnen Schritten die bereits in den beiden ersten Teilen verwendete Datei

eclipse.themerc(siehe Listing 1).

Los geht´s

Wie im zweiten Teil weise ich an dieser Stelle erneut auf die zentrale Bedeutung des KDE-Designmanagers kthememgr [5] und der Datei

eclipse.themerchin. Dieses Wissen ist grundlegend für die komplette Artikelserie und somit auch für die folgenden Arbeitsschritte. Sollten Ihre Kenntnisse um diese zentralen Punkte bereits verblasst sein, empfehle ich Ihnen, vor dem Weiterlesen dieses Artikels die beiden vorherigen Teile noch einmal kurz durchzuarbeiten.

Das Ohr sieht mit

Um in unsere Themes Systemkläge einbauen zu können, ist ein grundlegendes theoretisches Vorwissen zum Thema Soundverarbeitung hilfreich. Akkustische Signale dienen der Untermalung von Ereignissen auf dem Desktop, wie z.B. dem Schließen eines Fensters. KDE benutzt hierfür Audiodateien im .wav-Format. Leider unterscheiden sich teilweise Dateien aus der Windows-Welt von denen (anderer) Betriebssysteme. Wav-Dateien unter Windows können nämlich eine umgekehrte Bitordnung aufweisen. Will man solche Dateien unter Linux nutzen, muss man sie mittels

sox windoofdatei.wav linuxdatei.wavwandeln. Sox ist übrigens unter [7] zu finden.

Die Gewinnung von Audiodateien kann, wie sollte es anders sein, von unterschiedlichsten Quellen erfolgen (Audio-CD, Selbsteinspielen etc.). Zur Aufnahme der Klänge kann das KDE-Tool krecord [8] (siehe Abbildung 1) genutzt werden. Will man mit diesem Programm Klänge aufzeichnen, geht man folgendermaßen vor:

  • Starten von krecord durch einen Klick auf den entsprechenden Eintrage im Unterpunkt Multimediades Startmenüs
  • Starten der Aufnahme durch einen Linksklick auf den "Aufnahme-Knopf" (roter Punkt)
  • Aufnehmen :-)
  • Aufnahme durch einen Linksklick auf den "Stop-Knopf" (schwarzes Viereck) beenden
  • Aufrufen des Speicherdialogs durch einen Linksklick auf die abgebildete Diskette
  • Festlegen des Dateinamens
  • Speichern der Daten in einer .wav-Datei durch Linksklick auf den OK-Knopf. (Bei der mir vorliegenden Version von krecord ist die Beschriftung dieses Knopfes irreführenderweise nicht OK, sondern Open.)
Abbildung 1: krecordeignet sich zum Aufnehmen von Klängen

Das Rohmaterial, welches wir nun aufgenommen haben, kann und muss nachbearbeitet werden. Dazu steht das KDE-Tool kwave [9] (siehe Abbildung 2) zur Verfügung. Probieren geht ja bekanntlich über studieren. Daher empfehle ich Ihnen an dieser Stelle, mit diesem Tool ein bisschen herumzuexperimentieren.

Abbildung 2: kwaveist ein Tool zur Nachbearbeitung von Klangaufnahmen

Nachdem unsere Klänge nun ggf. nachbearbeitet sind, müssen wir sie in unsere Konfigurationsdatei eintragen (vgl. Zeilen 064 bis 094 in Listing 1). Die einzelnen Parameter des Abschnitts [Sounds] sind in Tabelle 1 zu finden.

Tabelle 1: Sounds

Abschnittsbezeichner [Sounds]
Aktivieren der Systemklänge ConfigInstallCmd=enableSounds
Starten des Audioservers ConfigActivateCmd=kwmcom syssnd_restart
Audiodatei für das Aktivieren des ersten virtuellen Desktops Desktop1=Dateiname
Audiodatei für das Aktivieren des zweiten virtuellen Desktops Desktop2=Dateiname
Audiodatei für das Aktivieren des dritten virtuellen Desktops Desktop3=Dateiname
Audiodatei für das Aktivieren des vierten virtuellen Desktops Desktop4=Dateiname
Audiodatei für das Aktivieren des fünften virtuellen Desktops Desktop5=Dateiname
Audiodatei für das Aktivieren des sechsten virtuellen Desktops Desktop6=Dateiname
Audiodatei für das Aktivieren des siebten virtuellen Desktops Desktop7=Dateiname
Audiodatei für das Aktivieren des achten virtuellen Desktops Desktop8=Dateiname
Audiodatei für das Abmelden von KDE Logout=Dateiname
Audiodatei für die Meldung vor dem Abmelden LogoutMessage=Dateiname
Audiodatei für das Starten von KDE Startup=Dateiname
Audiodatei für das Aktivieren eines Fensters WindowActivate=Dateiname
Audiodatei für das Schließen eines Fensters WindowClose=Dateiname
Audiodatei für das Wiedereinblenden eines Fensters WindowDeIconify=Dateiname
Audiodatei für das Ausblenden eines Fensters WindowIconify=Dateiname
Audiodatei für das Maximieren eines Fensters WindowMaximize=Dateiname
Audiodatei für das Ende beim Verschieben eines Fensters WindowMoveEnd=Dateiname
Audiodatei für den Anfang beim Verschieben eines Fensters WindowMoveStart=Dateiname
Audiodatei für das Öffnen eines Fensters WindowOpen=Dateiname
Audiodatei für das Ende beim Ändern der Größe eines Fensters WindowResizeEnd=Dateiname
Audiodatei für den Anfang beim Ändern der Größe eines Fensters WindowResizeStart=Dateiname
Audiodatei für das Einrollen eines Fensters WindowShadeDown=Dateiname
Audiodatei für das Ausrollen eines Fensters WindowShadeUp=Dateiname
Audiodatei für das Anheften eines Fensters WindowSticky=Dateiname
Audiodatei für das Beenden eines Dialogfensters WindowTransDelete=Dateiname
Audiodatei für das Öffnen eines Dialogfensters WindowTransNew=Dateiname
Audiodatei für das Wiederherstellen der Originalgröße eines Fensters WindowUnMaximize=Dateiname
Audiodatei für das Aufheben der Haftwirkung eines Fensters WindowUnSticky=Dateiname

Die Systemklänge des Beispiel-Themes habe ich übrigens via Gitarre direkt eingespielt. Für Interessierte: Der Accord, der beim Aufrufen des Abmelde-Dialoges erklingt, ist ein Dm9 (in Gitarrenschreibweise (x x 7 7 6 0)).

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