Gut aufgeteilt

K-splitter

01.11.2000
Wer sagt, dass Klatsch und Tratsch in einer Linux-Zeitschrift keinen Platz haben? K-splitter plaudert Monat für Monat aus dem KDE-Nähkästchen, posaunt Neuigkeiten aus der K-Welt aus und schaut hin und wieder neugierig hinter die Kulissen.

Ansichtssache

Nicht nur geteilter Meinung, sondern auch geteilter Ansicht können Sie künftig dank eines neuen Konqueror-Features über so manche Homepage sein. Denn der Nachfolger des kfm erlaubt es Ihnen, mit Hilfe ein paar simpler Mausklicks das Hauptfenster in beliebig viele Abschnitte aufzuteilen. Sie meinen, eine Web-Seite im Browser-Fenster ist genug? Auch darüber kann man geteilter Ansicht sein…

Vielleicht wollen Sie ja doch einmal mit dem einen Auge die neuesten KDE-Nachrichten überfliegen, während Sie mit dem anderen stets den Kursverlauf Ihrer Aktien im Auge behalten – ohne dafür gleich einen Haufen neuer Fenster wie in Netscape öffnen zu müssen.

Kein Problem hingegen mit den neuen Ansichtsmöglichkeiten des Konquerors. Klicken Sie einfach auf den Menüpunkt Window und dort auf Split View Left/Right (oder die Tastenkombination [Strg-Shift-L]) – et voilà: Auch der Konqueror hat – wie so vieles im Leben – künftig seine zwei Seiten (Abbildung 1). Übrigens müssen Sie sich nicht auf zwei Fenster beschränken. Wer mag, kann jederzeit die einzelnen Fenster weiter unterteilen.

Abbildung 1: Zweigeteilt

Einmal gesplittet navigieren Sie sich durch die Fensterhälften des Konquerors, indem Sie einfach die Fensterseite anklicken, die Sie aktivieren wollen. Ein kleiner grüner Button in der linken unteren Ecke zeigt Ihnen das gerade aktive Fenster an.

Richtig spannend wird die ganze Splitterei jedoch erst, wenn es an den FTP-Transfer geht: Öffnen Sie in der einen Fensterhälfte das Verzeichnis auf der heimischen Festplatte, in das Sie die Dateien herunterladen möchten, während Sie in der anderen Fensterhälfte den FTP-Server Ihrer Wahl ansteuern. Suchen Sie sich dort die Dateien aus, die Sie herunterladen wollen und ziehen Sie sie via Drag & Drop auf die andere Seite. Ein kleines Popup-Menü erscheint, in dem Sie gefragt werden, was Sie denn nun gerne mit der Datei machen wollen. Entscheiden Sie sich für Copy here, und der Download beginnt – inklusive Fortschrittsanzeige.

KDE goes Debian

Was lange währt, wird endlich gut: Nachdem die Entwickler von Troll Tech die neue Qt-Version 2.2. dual-lizensiert und damit auch unter der GPL veröffentlicht haben, steht der Integration von KDE in die Debian-Distribution endlich nichts mehr im Wege. Die KDE-2-Kernpakete sind bereits erhältlich, eine Vielzahl anderer KDE-Applikationen soll so schnell wie möglich folgen.

Software suchen leicht gemacht

Sie sind zwar immer auf der Suche nach dem neuesten KDE-Programm aber können die ergiebigen, dafür um so langweiligeren FTP-Server nicht mehr sehen? Dann dürfte die neueste Sektion von http://www.kde.com/ genau das Richtige für Sie sein. Unter http://apps.kde.com/ halten die KDE-Enthusiasten von MieTerra LLC für die Jäger und Sammler unter Ihnen künftig die neuesten KDE-Perlen hübsch katalogisiert mit einer knappen Programmbeschreibung bereit (Abbildung 2). Wer trotz alledem nicht fündig werden sollte, lernt sicher schnell die komfortable Suchfunktion der Seite zu schätzen.

Abbildung 2: Gut sortiert ist halb gefunden

Glossar

FTP

Abkürzung für "File Transfer Protocol", ein Protokoll, das den Transfer von Daten im Internet regelt. FTP erlaubt, hat man sich erst mal auf dem Gastrechner eingeloggt, ein recht umfangreiches Dateimanagement. Je nach Zugriffsrechten können Dateien und Verzeichnisse übertragen, gelöscht, kopiert oder verschoben werden.

Qt

Ein weit verbreitetes GUI-Toolkit, das u. a. in KDE eingesetzt wird. Ein solcher "Werkzeugkasten" zur Erstellung grafischer Benutzeroberflächen ("Graphical User Interfaces") stellt Programmierer(inne)n vorgefertigte Bestandteile wie Fenster, Menüs oder Buttons für ihre Software-Projekte zur Verfügung, die als Library ("Bibliothek") eingebunden werden.

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