Was für Unix-Gurus ein Vergnügen, ist für Umsteiger von anderen Betriebssystemen (zumindest anfangs) oft ein Graus: das manuelle Editieren von Konfigurationsdateien mit Hilfe eines Texteditors. Damit auch unter Linux Änderungen an der Systemkonfiguration komfortabler werden, haben sich einige Entwicklerteams an die Arbeit gemacht, für die wichtigsten Konfigurationsaufgaben grafische oder zumindest menübasierte Frontends zu schreiben. Im folgenden stellen wir Ihnen exemplarisch zwei der vielversprechendsten Allround-Konfigurationstools vor und geben Ihnen darüber hinaus die Hintergrundinformationen, die Sie benötigen, um bei Bedarf mit den beiden Tools bequem Ihren Bootmanager lilo neu zu konfigurieren bzw. neue Dateisysteme in Ihr System einzubinden.
Geschaffen für Linux
Linuxconf ist ein speziell für das Betriebssystem Linux geschriebenes GPL-Administrationstool, das distributionsübergreifend einsetzbar ist und sich durch seinen modularen Aufbau leicht erweitern lässt. Derzeit kann man es als textbasiertes Kommandozeilentool (linuxconf --parameter), als menübasiertes Konsolentool (linuxconf --text) und als GUI-basiertes X11-Tool (linuxconf im X-Terminal) aufrufen. In Planung ist weiterhin ein Web-Interface, mit dem die Administration eines Rechners auch von entfernten Rechnern aus möglich wird. Das Standardpaket enthält grundlegende Module für die Bereiche System- und Benutzerverwaltung sowie Netzwerke. Es gibt inzwischen aber eine Reihe von Zusatzmodulen [2] von anderen Entwicklern, mit denen die beachtliche Grundfunktionalität von Linuxconf noch erweitert werden kann. Linuxconf wird derzeit vor allem von Red-Hat-basierten Linux-Distributionen eingesetzt. Das Besondere an Linuxconf ist, dass es nicht nur ein normales Konfigurationstool ist, sondern den Systemzustand überwacht und bei auffallenden Inkonsistenzen Veränderungsvorschläge macht.
Administration über den Browser
Obgleich hinsichtlich der Funktionalität ähnlich wie Linuxconf steht hinter Webmin eine etwas andere Philosophie. Da wäre zunächst einmal der plattformübergreifende Ansatz. Webmin läuft nicht nur unter Linux, sondern auch unter einer Vielzahl weiterer Unix-Derivate. Ein weiterer Unterschied besteht sicherlich im verwendeten Lizenzmodell. Der Kern von Webmin steht unter einer BSD-Lizenz. Es existieren inzwischen eine Vielzahl von Zusatzmodulen [4], die größtenteils unter der GPL stehen. Der augenscheinlichste Unterschied zu anderen Administrationstools besteht aber sicherlich darin, dass Webmin über ein Web-Interface bedient wird. Da hinter Webmin ein kleiner Web-Server mit zahlreichen Perl/CGI-Skripten zur System- und Netzwerkadministration steckt, eignet er sich prinzipiell auch zur Fern-Adminstration einzelner Rechner in einem Netzwerk. Um Webmin nach der erfolgreichen Installation starten zu können, benötigen Sie einen Browser, der die HTML-Tags table und forms darstellen kann (z. B. Netscape oder Opera). Als URL geben Sie dann standardmäßig localhost:10000 an und nach einem geglückten Login als Superuser begrüßt Sie Webmin in Form einer recht ansehnlichen HTML-Seite.



