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Wenn man nun ein Windows-Programm unter Linux "einfach so" in den Arbeitsspeicher laden und ausführen würde, würde das Programm in den meisten Fällen also daran scheitern, dass Funktionen wie CreateFile() nicht zur Verfügung stehen (der Linux-Kernel stellt an Stelle dessen eine ähnliche Funktion zur Verfügung, die open() heißt, aber völlig anders aufgerufen wird). Wie lässt sich dieses Problem lösen? Sie haben es wahrscheinlich schon erraten: Es müssen die erforderlichen Programmbibliotheken nachgeschrieben werden. Diese können dann, so wie es unter Windows geschieht, mit dem auszuführenden Programm verbunden werden. Ruft das Programm dann unter Linux beispielsweise das CreateFile()-API auf, dann kann die nachgeschriebene Bibliothek die entsprechenden Linux-Systemaufrufe durchführen und das Ergebnis so aufbereiten, wie es von dem Windows-Programm erwartet wird.

Abbildung 2: Windows-Programme unter Wine und Windows NT im Vergleich

Schichtarbeit

Daraus ergibt sich prinzipiell kein Nachteil gegenüber dem "echten" Windows. Um bei dem Beispiel CreateFile() zu bleiben, müssen unter DOS-basierten Windows-Versionen, wie Windows 95/98, von CreateFile() aus unter Umständen DOS-Routinen aufgerufen werden, um eine Datei tatsächlich zu öffnen. Unter Windows NT oder Windows 2000 wird anstelle dessen von CreateFile() aus das entsprechende NT-API (hier NtCreateFile()) aufgerufen. Genauso wie unter Linux mit Wine werden also auch unter dem "echten" Windows immer mehrere Schichten durchlaufen.

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