Konfiguration

Die Konfiguration von Wine ist im Vergleich zu anderen Softwarepaketen relativ aufwendig. Das liegt vor allem daran, dass Windows-Programme eine bestimmte Infrastruktur erwarten, die auf einem Windows-System natürlich vorhanden ist, unter Linux jedoch erst erzeugt werden muss. Beispielsweise werden Konfigurationsdaten und andere Informationen unter Windows in der sogenannten Registry abgelegt, die von Wine natürlich auch zur Verfügung gestellt werden muss. Ein wesentlicher Unterschied zwischen Unix/Linux und Windows besteht außerdem darin, dass unter Windows zur Bezeichnung von Dateien Laufwerksbuchstaben verwendet werden. Wenn ein Windows-Programm nun beispielsweise die Datei C:\Eigene Dateien\Brief.doc öffnen möchte, muss Wine diesen Dateinamen in einen gültigen Linux-Dateinamen übersetzen und die entsprechende Datei öffnen. Dazu wird eine Konfigurationsdatei benutzt, in der unter anderem Windows-Laufwerksbuchstaben Verzeichnissen unter Linux zugeordnet werden. So könnte beispielsweise das Laufwerk C: dem Verzeichnis /c zugeordnet sein, so dass durch den Zugriff auf C:\Eigene Dateien\Brief.doc die Datei /c/Eigene Dateien/Brief.doc geöffnet wird.

Abbildung 5: Mit Wine gibt es auch die Registry für Linux, die natürlich mit den Windows-Tools bearbeitet werden kann

Sie haben die Wahl!

Es gibt grundsätzlich zwei unterschiedliche Methoden, Wine zu konfigurieren: Mit und ohne eine bestehende Windows-Installation. Wenn auf Ihrem Rechner Windows installiert ist (beispielsweise in einer Dual-Boot-Konfiguration) kann Wine diese Installation mitbenutzen. Es werden dann alle Einstellungen und Dateien aus dieser bestehenden Windows-Installation übernommen. Das hat den Vorteil, dass man unter Windows installierte Programme unter Linux mit Wine ausführen kann, ohne sie dafür unter Linux extra neu installieren zu müssen. Außerdem kann Wine dann eine Reihe von Bibliotheken der Windows-Installation verwenden. Weil nämlich momentan noch eine Reihe der von Wine zur Verfügung gestellten Windows-Bibliotheken unvollständig sind, laufen viele Windows-Programme unter Wine besser, wenn die "echten" Bibliotheken benutzt werden. Es besteht übrigens keine Gefahr, dass Wine etwas an Ihrer Windows-Installation verändert. Änderungen an der Registry oder an INI-Dateien, die mit Wine vorgenommen werden, werden nämlich im Heimatverzeichnis des betreffenden Benutzers und nicht in der Windows-Installation gespeichert. Nur wenn Sie Programme mit Wine installieren und dabei Dateien der Windows-Installation überschrieben werden, kann das zu Inkonsistenzen führen.

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