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Don't turn around

TreLOS Win4Lin Version 1.0

Microsoft steht Kopf

Ein beliebter Stolperstein bei Win4Lin ist die Eigenschaft, unter bestimmten Umständen Grafiken horizontal zu spiegeln. Prompt fielen wir bei der Erstinstallation auf die Nase: Alle Grafiken waren horizontal gespiegelt!

Abbildung 5: Kein Trick: Bei Win4Lin steht selbst Microsoft Kopf

Flugs in der Support-Datenbank bei Telos vorbeigeschaut fanden wir als Hotfix, den Symbol-Cache zu leeren, und als endgültigen Bugfix Update Nummer 4. Zu unserem Erstaunen änderte die Installation des Updates nichts – wie in Abbildung 6 zu sehen blieben grafische Programme wie hier AstroriX unbenutzbar. Hier half uns Kommissar Zufall: Den Screenshot von AstroriX machten wir zunächst mit xv, doch hier bekamen wir nur Streifen statt eines Bildes. Wir fanden heraus, dass xv nicht mit den 24 Bit Farbtiefe des verwendeten XF86_SVGA-Servers klar kam – und wechselten auf 16 Bit Farbtiefe. Nun funktionierte der xv einwandfrei, zu unserem "Leidwesen" aber auch Win4Lin.

Abbildung 6: Unspielbar: Die Grafiken sind an der richtigen Stelle, nur gespiegelt

Offensichtlich spielt bei diesem Fehler der X-Server eine entscheidende Rolle. Reproduzierbar wurden bei 24 Bit Farbtiefe alle Grafiken gespiegelt, bei 16 Bit war das Phänomen auch ohne das Update verschwunden. Die Screenshots haben wir dann wieder im 24-Bit-Modus mit import aus dem Paket ImageMagic (siehe auch Artikel auf Seite 92) gemacht.

Fazit

Win4Lin stellt tatsächlich eine Alternative dar. Inwieweit es für Ihre Zwecke brauchbar ist, müssen Sie aber selbst entscheiden. Im Großen und Ganzen funktionierte Windows recht stabil, und wenn die Installationsprobleme von Office überwunden sind, steht dem Linux-Einsatz der unter Windows liebgewonnenen Programme nichts mehr im Wege. Interessant ist auch die Möglichkeit, verschiedenen Benutzern unterschiedliche Windows-Versionen zur Verfügung zu stellen: Damit kann der Sohn endlich dem Vater nicht mehr die Registry zumüllen (oder umgekehrt?). Dennoch, gelegentlich bekamen wir einen Absturz des Emulators, einmal mussten wir sogar neu booten, da offensichtlich auch der Kernel in Mitleidenschaft gezogen wurde – Windows lässt grüßen. Auch liefen nicht alle Spiele, die wir von http://www.download.com zogen; Invaders 1.0 zum Beispiel stürzte stets mit einer Schutzverletzung ab. Bevor Sie sich Win4Lin für 35 Dollar bestellen, sollten Sie die 45 MByte große Demo-Version ausprobieren, die Sie auf der Homepage von TreLOS finden – hier sind zwar nur Sitzungen von maximal 60 Minuten möglich, ansonsten konnten wir aber keine Einschränkungen feststellen. Win4Lin gefiel uns insbesondere wegen der hohen Laufgeschwindigkeit im Vergleich zu anderen Emulatoren. Wir sind gespannt auf die bald anstehende Version 2.0 und deren Verbesserungen.

Infos

[1] TreLOS Homepage: http://www.trelos.com

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Infos zum Autor

Mirko Dölle

Redakteur für Linux bei c't, Heise Zeitschriften Verlag; ehemals Competence Center Hardware/Linux-Magazin, Linux New Media AG


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LinuxUser 06/2012

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