Evolution

Im Programm Evolution [11] sind ein Mail-Client, ein Kalender und eine Adressverwaltung kombiniert. Wen das an Outlook erinnert, der liegt richtig: Das Look & Feel ist an das Microsoft-Programm angelehnt. Vor allem das Mail-Programm hat trotz der niedrigen Versionsnummer bereits interessante Feature.

Sie können fast alle Einstellungen bequem mit einem Wizard vornehmen, der Sie durch die Konfiguration führt. So ist es relativ einfach möglich, die Mails nach bestimmten Gesichtspunkten zu ordnen, ohne dafür eine spezielle Syntax wie bei Procmail lernen zu müssen.

Evolution unterstützt virtuelle Mail-Ordner, in die alle Mails, die einem bestimmten Suchmuster entsprechen, sortiert werden. Dank der Library Ibex kann Evolution in der Ordneransicht sehr schnell nach bestimmten Mails suchen, wobei nur der wirkliche Text und keine MIME-codierten Anhänge berücksichtigt werden.

HTML-Mails stellt Evolution dank GtkHTML dar. Wenn GPG/PGP installiert ist, kann Evolution inzwischen mit verschlüsselten Mails umgehen; um (englische) Rechtschreibung beim Erstellen von Mails zu kontrollieren, greift Evolution auf Aspell zurück. Vcards zeigt Evolution am Ende der Mail an und kann sie im Adressbuch speichern; Adressen lassen sich von LDAP Servern laden. Eine der interessantesten Libraries, die Evolution verwendet, ist aber Bonobo.

Mit Bonobo können bestimmte Teile von Evolution in anderen Programmen verwendet werden. Wenn also ein anderes Programm ein Mail-Interface braucht, greift es einfach auf Teile von Evolution zurück. Bei Evolution wird außerdem die eigentliche Arbeit von Backends erledigt, während ein Frontend für das User Interface zuständig ist. Das heißt, der Benutzer könnte zu Evolution z. B. ein Web-Interface schreiben.

Der Kalender bietet die üblichen Funktionen wie Monats-, Wochen- und Tages-Übersicht sowie Todo-Liste. Auch die Adressverwaltung hat die gewohnten Features. Man kann sich die die Adressen in Kartenform oder in einer Liste anzeigen lassen. Aus allen Ansichten kann man, wie man das unter GNOME gewohnt ist, mit Vorschau drucken.

Eine Synchronisation mit einem Palm Pilot ist mit etwas Aufwand möglich. Dazu braucht man zusätzlich pilot-link und gnome-pilot aus dem CVS, was man dann mit der Option --enable-oaf kompilieren muss. Im GNOME CVS [12] werden immer die neusten Quelltexte zentral gespeichert. Ich würde aber davon abraten, CVS zu benutzen, wenn man sich nicht gut mit dem System auskennt.

Evolution an sich lässt sehr bequem installieren. Wer den Helix-Updater hat, kann einfach den Evolution Mirror auswählen, um die neuste Version (Zu Redaktionsschluss nur für Red Hat) zu installieren. Der Updater installiert gleich die vielen von Evolution benötigten Libraries mit.

Wer den Updater nicht hat, kann sich die Quelltext-Archive unter [11] downloaden. Obwohl die Oberfläche von Evolution leicht darüber hinwegtäuscht, ist es noch nicht für den täglichen Gebrauch geeignet. Man sollte auf jeden Fall vor dem Einsatz alle Mails sichern, weil Evolution noch öfters abstürtzt. Wenn das passiert, kann der Benutzer übrigens alle Komponenten, die sich noch im Speicher befinden mit dem Befehl killev beenden.

Evolution in Aktion

Galeon

Galeon [13] ist ein neuer Browser für GNOME. Das Besondere an dem Programm ist, dass Galeon wirklich nur ein Browser ist und dadurch wesentlich kleiner und schneller als Netscape und Mozilla. Galeon bietet inzwischen fast alles, was man von einem Browser verlangt und ist relativ stabil.

Die eigentliche HTML-Darstellung überlässt Galeon Gecko, der Rendering Engine von Mozilla. Und hier zeigt sich dann der Pferdefuß des Programms: Galeon bindet Mozilla über das gtkmozembed Widget in das Hauptfenster ein, was natürlich bedeutet, dass man zusätzlich zu Galeon noch Mozilla installieren muss. Nicht unbedingt das, was sich jemand wünscht, der auf einen kleinen Browser zurückgreift, weil er nicht so viel Speicherplatz hat.

Unter [14] findet man aktuelle Mozilla RPMs. Nachdem man diese installiert hat, muss man noch die Variable $MOZILLA_FIVE_HOME mit dem Befehl export MOZILLA_FIVE_HOME=/usr/lib/mozilla/ (oder wo immer Mozilla installiert ist), auf das Verzeichnis von Mozilla setzen.

Obwohl Galeon ein eigenes XML-Lesezeichenformat verwendet, kann es Lesezeichen aus Netscape importieren. Auch andere Features wie ein Verlauf der besuchten Seiten und intelligente Adressenvervollständigung werden inzwischen unterstützt. Die Größe der Fonts in der Seite kann man mit dem Zoom einstellen. Um Dateien downzuloaden, greift Galeon wieder auf ein anderes Programm, den GNOME Transfer Manager [15] (vgl. LinuxUser 07/2000, S. 26), zurück. Galeon startet GTM automatisch, wenn man einen Dateityp lädt, der in Einstellungen/Dokumente/MIME-Typ als Save to Disk konfiguriert wurde.

Galeon auf der eigenen Homepage

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