Adressen und mehr
Mini-Datenbanken Teil III: Gaby
Im- und Export
Gerade wenn man seine Adressen schon anderweitig gespeichert hat, will man sicher nicht noch einmal alles abtippen, nur, weil man jetzt Gaby verwendet. In der Import-Disziplin braucht sich das Programm auf den ersten Blick tatsächlich nicht zu verstecken: Unterstützt werden die Formate vCard, AdressBook, NoSQL und dbase III/IV. Doch die Enttäuschung folgt auf dem Fuße: Während das vCard-Format von Netscape, korganizer und kab leider nicht erkannt wird, lassen sich lediglich Daten aus dem GNOME-Adressbuch gnomecard problemlos einlesen. Die Formate Adressbook und NoSQL sind nicht besonders weit verbreitet, so dass sie für den Datenaustausch kaum Bedeutung haben werden. Der Import aus dbase-Dateien funktioniert hingegen einwandfrei.
Um Datensätze zu exportieren, wählen Sie Datei | Export. Ein Dialog erscheint, in dem sie die Tabelle auswählen, deren Inhalt Sie an anderer Stelle verwenden wollen. Zudem geben Sie einen Namen für die Datei an, die die Datensätze aufnehmen soll, und legen sich auf eins der Formate vCard, AdressBook oder NoSQL fest.
Zum Import wählen Sie Datei | Import und verfahren ansonsten wie beim Export.
Was eigenes
Gerade weil die mitgelieferten Vorlagen nicht allzu sehr überzeugen, ist der Gaby Description Builder (GDB) ein unersetzliches Werkzeug, mit dessen Hilfe Sie eigene Datenbanken und Eingabeformulare erstellen können.
Um eine neue Datenbank anzulegen, gehen Sie in zwei Schritten vor: Als Erstes definieren Sie die Struktur der Datenbank, als Zweites bestimmen Sie, wie die Daten angezeigt werden sollen.
Als Beispiel für eine selbst entwickelte Datenbank haben wir eine Rezeptdatenbank ausgewählt. In dieser Datenbank sollen der Name des Gerichts, das Herkunftsland, die Art (Vorspeise, Suppe…), die verwendeten Zutaten, die Zubereitung und die Zubereitungszeit gespeichert werden. In einer erweiterten Liste werden Art, Herkunftsland und Name des Gerichts zusammen gestellt.
Zu diesem Zweck rufen Sie GDB entweder über den Menüpunkt Datei | Databases | Create a new one... oder über den Befehl builder & auf der Kommandozeile auf (Abbildung 6).
Sie beginnen damit, eine Tabelle einzurichten. In einer Datenbank können mehrere Tabellen vorhanden sein. Auf der Seite Tables klicken Sie auf Tabelle hinzufügen und geben der neuen Tabelle einen Namen. In unserem Beispiel heißt die Tabelle Rezepte.
Jetzt definieren Sie nacheinander die Felder der Tabelle. Beginnen Sie mit dem Feld für den Namen des Gerichts Dazu klicken Sie auf Feld einfügen und taufen das neue Feld z.B. auf Name. Der Feldtyp String wird automatisch vergeben; falls Sie einen anderen Feldtyp einstellen möchten, klicken Sie auf Feld bearbeiten und ändern ihn in der Liste Typ. Eine Übersicht über die in gaby möglichen Datentypen finden Sie in Tabelle 2.
Um Ihre neu geschaffene Datenbank auf der Festplatte zu speichern, klicken Sie auf Speichern und geben ihr einen Namen. Die Dateien, in denen Gaby Tabellen abspeichert, beginnen stets mit dem Präfix desc., erst danach folgt der Tabellenname. So trägt die Beispieldatenbankdatei den Namen desc.Rezepte. Alle Tabellen und Datenbankbeschreibungen werden im Verzeichnis .gaby im Home-Verzeichnis der Benutzerin abgelegt.
Tabelle 2: Feldtypen.
| String | Nimmt kurze Texte auf. |
| Strings | Strings sind längere Texte, in anderen Datenbanken heißt dieser Feldtyp auch Memo. |
| Integer | Dient zur Aufnahme von ganzen Zahlen. |
| Real | Dieser Feldtyp ist für reelle Zahlen gedacht. |
| Date | Nimmt Datums- und Zeitwerte auf. |
| Boolean | Speichert die zwei Zustände wahr oder falsch. |
| Multimedia | Speichert Bilder, Soundclips oder Videos. |
Nach und nach legen Sie die Felder der Beispieldatenbank an, wie sie in Tabelle 3 beschrieben sind. Wenn Sie damit fertig sind, müssen Sie noch entscheiden, wie die Datensätze dargestellt werden sollen. Zunächst legen Sie zu diesem Zweck eine Untertabelle an, die die Felder enthält, die in einem Formular oder in einer Liste angezeigt werden sollen. Das erledigen Sie auf der Seite Subtables. Sie klicken auf Untertabelle hinzufügen und geben der neuen Untertabelle einen Namen, z.B. Rezepte-Alles für das Eingabeformular, das alle Felder enthalten soll. Im daraufhin erscheinenden Dialog bestimmen Sie, welche Felder in der Untertabelle erscheinen sollen. Da eine Liste oder ein Formular immer auf einer Untertabelle basieren, ist es zum Beispiel möglich, eine Untertabelle mit allen Feldern zur Dateneingabe zu erstellen und eine weitere, die nur die Felder Name, Art und Land enthält, die Sie sich gern übersichtlich in einer eigenen Liste anzeigen lassen wollen.
Tabelle 3: Die Felder der Beispieldatenbank.
| Feld | Feldtyp |
|---|---|
| Name | String |
| Land | String |
| Art | String |
| Zutaten | Strings |
| Zubereitung | Strings |
| Zeit | String |
Um eine Untertabelle zu bearbeiten, klicken Sie auf Untertabelle ändern. Im linken Teil des Dialogs sehen Sie zwei Listen. Die linke enthält die Felder, die in der Untertabelle enthalten sind, in der rechten sind die nicht enthaltenen Felder verzeichnet. Mit den Pfeilen können Sie die Felder von einer in die andere Liste kopieren.
Rechts sehen Sie eine Reihe von Optionen, die das Aussehen der Daten festlegen. Zur Zeit können Sie nur form für eine Formulardarstellung der Daten und list bzw. xlist für die einfache bzw. erweiterte Listendarstellung verwenden, die anderen Optionen funktionieren noch nicht bzw. führen zum Absturz von gaby. Sie können mehrere Optionen auswählen, um Daten auf verschiedene Arten anzeigen zu lassen (Abbildung 8).
Zu guter Letzt ist jetzt noch zu bestimmen, welches Formular oder welche Liste beim Programmstart angezeigt werden soll. Klicken Sie dazu auf den Smiley und anschließend auf Ansicht hinzufügen. Hier zeigt sich leider ein Fehler von GDB, es ist nur möglich, die erste Untertabelle der Liste Ansichten hinzu zu fügen. Diese Untertabelle wird dann beim Start angezeigt.
Den Lohn der Mühe, das Formular im fertigen Zustand, erscheint, wenn Sie auf den Button mit dem großen Auge klicken. Damit startet Gaby und lädt das Startformular (Abbildung 9).
Wenn sie zukünftig mit der Beispieldatenbank arbeiten möchten, starten Sie gaby mit dem Kommando gaby --as Rezepte&.



