Mini-Datenbanken Teil III: Gaby

Adressen und mehr

Im letzten Teil unserer Datenbankserie geht es um gaby, eine Datenbank aus Belgien. Ähnlich wie das Programm grok, das wir im letzten Heft [1] vorstellten, ist sie zum Sammeln aller möglichen privaten Informationen geeignet.

Gaby wird von Frederic Peters entwickelt, der das Programm schrieb, weil er es für unangemessen hielt, zum Verwalten einiger Adressen, Bücher oder anderer persönlicher Daten eine SQL-Datenbank zu installieren. Trotz grafischer Oberfläche ist es auch auf älteren Rechnern noch recht flott.

Das Frontend ist fast vollständig ins Deutsche übersetzt, wenngleich sich an wenigen Stellen noch englischsprachige Beschriftungen finden. Mit Hilfe der Skriptsprache Python lässt sich das Programm erweitern, allerdings gehen wir auf das Wie in diesem Artikel nicht näher ein.

Download und Installation

Auf der Gaby-Homepage [2] gibt es neben der neuesten Programmversion auch Informationen rund um die Mini-Datenbank und eine Hilfedatei. Neben den Quellen benötigen Sie zum Übersetzen des Programms noch GTK in einer Version ab 1.2.5 und GNOME.

Laden Sie von [2] die Datei gaby-1.9.21.tar.gz herunter, und entpacken Sie sie in einem Verzeichnis, in dem Sie Lese- und Schreibrechte haben:

tar -xvzf gaby-1.9.21.tar.gz

Sie können zum Dekomprimieren und Auspacken natürlich auch ein Programm wie ark oder guitar benutzen. Anschließend wechseln Sie in das neue Verzeichnis gaby-1.9.21.

Dank autoconf und automake sind Übersetzung und Einrichtung schnell erledigt. Sie geben dazu auf der Kommandozeile nacheinander die Befehle

./configure --enable-gui
make

und als root

make install

ein. Die Option --enable-gui ist in Version 1.9.21 nötig, damit auch die grafische Oberfläche des Programms übersetzt wird.

Jetzt können Sie mit dem Befehl exit die root-Rechte wieder abgeben und das Datenbankprogramm durch Eingabe von gaby starten.

Das erste Mal

Beim ersten Programmaufruf werden Sie von einem Assistenten begrüßt, der das Programm und die dahinter stehende Idee kurz vorstellt (Abbildung 1).

Abbildung 1: Begrüßung.

Wenn das Programm ohne Parameter gestartet wird, wird eine Adressdatenbank geöffnet, mit Sie Ihre Adressen verwalten können (Abbildung 2).

Das Programmfenster ist in drei Teile gegliedert: Die Menüleiste, die Buttonleiste und die Formularansicht des aktuellen Datensatzes. Sie können Ihre Daten in zwei verschiedenen Modi betrachten: als Formular (also ein Datensatz pro Fenster) oder als Liste.

Es ist möglich, zur gleichen Zeit mehrere Ansichten einer Datenbank auf dem Bildschirm zu haben. In Abbildung 2 sehen Sie sowohl die Formularansicht der Adressdatenbank als auch eine Listenansicht. Die beiden Ansichten zeigen stets den gleichen Datensatz. Wenn Sie auf einen Datensatz in der Listenansicht klicken, wird dieser in der Formularansicht angezeigt.

Zwei Arten von Listen stehen zur Verfügung: einfache und erweiterte Listen. Letztere bieten ein Eingabefeld für einen Suchbegriff am unteren Rand des Fensters und die Möglichkeit, die Daten mit einem Mausklick auf die Tabellentitelzeile zu sortieren.

Abbildung 2: Gaby nach dem ersten Start.

Schnellstart für Alltagsaufgaben

Wenn Sie Bücher, Videos, CDs oder Adressen katalogisieren wollen, finden Sie alles, was Sie dazu brauchen, schon auf Ihrer Festplatte. Die entsprechende Vorlage öffnen Sie über den Menüpunkt Datei | Databases, wo Sie die gewünschte Datenbank auswählen.

Eben so gut können Sie den Namen der aufzurufenden Datenbank gleich mit auf der Kommandozeile angeben:

gaby --as CDs &

beispielsweise öffnet die vorgefertigte CD-Datenbank namens CDs gleich beim Programmstart. Die vorhandenen Datenbanken finden Sie im Verzeichnis .gaby in Ihrem Home-Verzeichnis.

Dabei sind die beigelegten Templates von unterschiedlicher Qualität. Während die Adressdatenbank sehr gut benutzbar ist und über die Im- und Exportmöglichkeit von vCard-Daten auch den Austausch mit anderen Programmen ermöglicht, sind die anderen Datenbanken für den täglichen Einsatz nicht brauchbar. So funktioniert die CD-Datenbank noch nicht richtig. Interpreten und Songs können nicht wie vorgesehen in einem Formular eingegeben werden, man muss vielmehr in einem Formular den Interpreten und in einem anderen die auf der CD vorhandenen Lieder eintragen. In der Bücherdatenbank fehlen wichtige Felder wie Schlagwort und Bibliothek, um mit der Datenbank sinnvoll arbeiten zu können.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Mini-Datenbanken, Teil 1: Quicklist
    Wer in Verbindung mit Linux das Wort "Datenbanken" hört, denkt unwillkürlich an serverbasierte Systeme wie PostgreSQL, MySQL [1] oder Interbase [2]. Es ist unbestritten, dass diese Programme für die Verwaltung tausender Adressen oder für Internetshops ihre Berechtigung haben. Für Diejenigen, die nur ein paar Zeitschriftenartikel oder ihre Kochrezeptsammlung verwalten wollen, sind sie jedoch hoffnungslos überdimensioniert.
  • Mini-Datenbanken, Teil 2: gCatalog und xmbase-grok
    In dieser Folge der Mini-Datenbanken-Serie stellen wir Ihnen zwei Programme vor: xmbase-grok und gCatalog. Ersteres ist ein vollständiges Datenbankprogramm, mit dem man nahezu alle Arten nicht-relationaler Daten verwalten kann. GCatalog hingegen befindet sich noch in einer frühen Entwicklungsphase. Dieses Programm wird es einmal ermöglichen, Datensätze in einer Baumstruktur zu sortieren und zu jedem Datensatz ein Bild abzulegen.
  • Gut sortiert
    Ob Sammlungen, Kundenkarteien und Adressbücher – wer größere Datenmengen effizient verwalten will, kommt an einer Datenbank nicht vorbei. OpenOffice bietet dazu eine einfache, aber mächtige Anwendung.
  • Datenbanken mit Rekall
    Wer schielt da neidisch auf MS Access? Mit Rekall lassen sich PostgreSQL- und MySQL-Datenbanken einfach verwalten.
  • KDE-Tool als Access-Ersatz
    Knoda ist eines der besten Datenbank-Frontends unter Linux. Version 0.8.1 hat die Treiber für Sqlite, Paradox und MS Access bereits an Bord und bringt zahlreiche Verbesserungen im Abfrageeditor und für Berichte.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 10/2016: Kryptographie

Digitale Ausgabe: Preis € 0,00
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Aktuelle Fragen

zweites Bildschirm auf gleichem PC einrichten
H A, 30.09.2016 19:16, 2 Antworten
Hallo, ich habe Probleme mein zweites Bildschirm einzurichten.(Auf Debian Jessie mit Gnome) Ich...
Probleme mit MPC/MPD
Matthias Göhlen, 27.09.2016 13:39, 2 Antworten
Habe gerade mein erstes Raspi Projekt angefangen, typisches Einsteigerding: Vom Raspi 3B zum Radi...
Soundkarte wird erkannt, aber kein Ton
H A, 25.09.2016 01:37, 6 Antworten
Hallo, Ich weiß, dass es zu diesem Thema sehr oft Fragen gestellt wurden. Aber da ich ein Linu...
Scannen nur schwarz-weiß möglich
Werner Hahn, 20.09.2016 13:21, 2 Antworten
Canon Pixma MG5450S, Dell Latitude E6510, Betriebssyteme Ubuntu 16.04 und Windows 7. Der Canon-D...
Meteorit NB-7 startet nicht
Thomas Helbig, 13.09.2016 02:03, 4 Antworten
Verehrte Community Ich habe vor Kurzem einen Netbook-Oldie geschenkt bekommen. Beim Start ersch...