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Mini-Datenbanken Teil III: Gaby

01.10.2000 Im letzten Teil unserer Datenbankserie geht es um gaby, eine Datenbank aus Belgien. Ähnlich wie das Programm grok, das wir im letzten Heft [1] vorstellten, ist sie zum Sammeln aller möglichen privaten Informationen geeignet.

Gaby wird von Frederic Peters entwickelt, der das Programm schrieb, weil er es für unangemessen hielt, zum Verwalten einiger Adressen, Bücher oder anderer persönlicher Daten eine SQL-Datenbank zu installieren. Trotz grafischer Oberfläche ist es auch auf älteren Rechnern noch recht flott.

Das Frontend ist fast vollständig ins Deutsche übersetzt, wenngleich sich an wenigen Stellen noch englischsprachige Beschriftungen finden. Mit Hilfe der Skriptsprache Python lässt sich das Programm erweitern, allerdings gehen wir auf das Wie in diesem Artikel nicht näher ein.

Download und Installation

Auf der Gaby-Homepage [2] gibt es neben der neuesten Programmversion auch Informationen rund um die Mini-Datenbank und eine Hilfedatei. Neben den Quellen benötigen Sie zum Übersetzen des Programms noch GTK in einer Version ab 1.2.5 und GNOME.

Laden Sie von [2] die Datei gaby-1.9.21.tar.gz herunter, und entpacken Sie sie in einem Verzeichnis, in dem Sie Lese- und Schreibrechte haben:

tar -xvzf gaby-1.9.21.tar.gz

Sie können zum Dekomprimieren und Auspacken natürlich auch ein Programm wie ark oder guitar benutzen. Anschließend wechseln Sie in das neue Verzeichnis gaby-1.9.21.

Dank autoconf und automake sind Übersetzung und Einrichtung schnell erledigt. Sie geben dazu auf der Kommandozeile nacheinander die Befehle

./configure --enable-gui
make

und als root

make install

ein. Die Option --enable-gui ist in Version 1.9.21 nötig, damit auch die grafische Oberfläche des Programms übersetzt wird.

Jetzt können Sie mit dem Befehl exit die root-Rechte wieder abgeben und das Datenbankprogramm durch Eingabe von gaby starten.

Das erste Mal

Beim ersten Programmaufruf werden Sie von einem Assistenten begrüßt, der das Programm und die dahinter stehende Idee kurz vorstellt (Abbildung 1).

Abbildung 1

Abbildung 1: Begrüßung.

Wenn das Programm ohne Parameter gestartet wird, wird eine Adressdatenbank geöffnet, mit Sie Ihre Adressen verwalten können (Abbildung 2).

Das Programmfenster ist in drei Teile gegliedert: Die Menüleiste, die Buttonleiste und die Formularansicht des aktuellen Datensatzes. Sie können Ihre Daten in zwei verschiedenen Modi betrachten: als Formular (also ein Datensatz pro Fenster) oder als Liste.

Es ist möglich, zur gleichen Zeit mehrere Ansichten einer Datenbank auf dem Bildschirm zu haben. In Abbildung 2 sehen Sie sowohl die Formularansicht der Adressdatenbank als auch eine Listenansicht. Die beiden Ansichten zeigen stets den gleichen Datensatz. Wenn Sie auf einen Datensatz in der Listenansicht klicken, wird dieser in der Formularansicht angezeigt.

Zwei Arten von Listen stehen zur Verfügung: einfache und erweiterte Listen. Letztere bieten ein Eingabefeld für einen Suchbegriff am unteren Rand des Fensters und die Möglichkeit, die Daten mit einem Mausklick auf die Tabellentitelzeile zu sortieren.

Abbildung 2

Abbildung 2: Gaby nach dem ersten Start.

Schnellstart für Alltagsaufgaben

Wenn Sie Bücher, Videos, CDs oder Adressen katalogisieren wollen, finden Sie alles, was Sie dazu brauchen, schon auf Ihrer Festplatte. Die entsprechende Vorlage öffnen Sie über den Menüpunkt Datei | Databases, wo Sie die gewünschte Datenbank auswählen.

Eben so gut können Sie den Namen der aufzurufenden Datenbank gleich mit auf der Kommandozeile angeben:

gaby --as CDs &

beispielsweise öffnet die vorgefertigte CD-Datenbank namens CDs gleich beim Programmstart. Die vorhandenen Datenbanken finden Sie im Verzeichnis .gaby in Ihrem Home-Verzeichnis.

Dabei sind die beigelegten Templates von unterschiedlicher Qualität. Während die Adressdatenbank sehr gut benutzbar ist und über die Im- und Exportmöglichkeit von vCard-Daten auch den Austausch mit anderen Programmen ermöglicht, sind die anderen Datenbanken für den täglichen Einsatz nicht brauchbar. So funktioniert die CD-Datenbank noch nicht richtig. Interpreten und Songs können nicht wie vorgesehen in einem Formular eingegeben werden, man muss vielmehr in einem Formular den Interpreten und in einem anderen die auf der CD vorhandenen Lieder eintragen. In der Bücherdatenbank fehlen wichtige Felder wie Schlagwort und Bibliothek, um mit der Datenbank sinnvoll arbeiten zu können.

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