Abbildung 1

Abbildung 1: WMTime einmal analog und einmal digital

Dockapps

Jo´s alternativer Desktop

01.10.2000 Wie Ihr Linux-Desktop aussieht, bestimmen allein Sie. Mit deskTOPia nehmen wir Sie regelmäßig mit auf die Reise ins Land der Window-Manager und Desktop-Umgebungen, stellen Nützliches und Farbenfrohes, Hingucker und hübsches Spielzeug vor. Und von eben jenen Dingen hat der zuletzt vorgestellte Window Maker allerhand für sich zu verbuchen – spezielle Dockapps machen das Arbeiten mit diesem Fensterherrscher angenehmer.

Seit dem Erscheinen von Windows 95 erwartet wohl jeder auf dem heimischen Desktop zumindest eine Uhr. Umgebungen wie GNOME oder KDE erfüllen diese Erwartungen auch brav. Doch diese haben sich noch mehr auf die Fahnen geschrieben, und so gibt es auch Tools in den Startleisten für den Verbindungsauf- und -abbau zum Provider oder einen Pager, mit dem man zwischen den einzelnen Desktops wechseln kann. Selbstverständlich bekommt all dies – und noch viel mehr –, wer will, auch beim Window Maker. Sogenannte Dockapps sind kleine Programme, die sich wie ein Icon an dem Dock (oder Clip) des Window Maker anheften lassen. Dies geschieht, indem man sie wie ein gewöhnliches Icon an die gewünschte Stelle des Dock (oder Clip) zieht.

Ja wo laufen sie denn …

Leider ist aktuell eine der wichtigsten Seiten für Window Maker Dockapps vom Umbau betroffen und somit derzeitig leergeputzt (http://windowmaker.mezaway.org/). So bleibt mir nichts weiter, als bei manchen Tools meine eigenen Sourcen ohne Verweis auf eventuell neuere Versionen im Web mit auf die CD zu packen. Aber sie funktionieren alle wunderbar, und wer die CDs seiner Distribution durchwühlt, wird sicher das eine oder andere Dockapp fertig zum Einsatz vorfinden.

Weiter sind gute Fundorte für Dockapps folgende Webseiten:

WMTime …

… ist wohl die Uhr des Window Maker. Wer sie mit dem Parameter -digital aufruft, bekommt sie auch digital – ansonsten erscheint sie analog. Ein netter Mensch hat diesen weniger schicken digitalen Modus etwas aufbereitet und mit der Internetzeit versehen – braucht man zwar nicht, aber da der Mensch niemals genug bekommen kann … Und so leisten wir uns den Luxus und packen die Sourcen eben jener Version auf die Heft-CD.

Abbildung 1

Abbildung 1: WMTime einmal analog und einmal digital

Wer WMTime kennt und nun meine Abbildungen wegen Falschfarbendarstellung verwundert betrachtet, dem sei verraten, dass man die Farben der meisten Dockapps ändern kann, indem man die Grafiken im Source-Paket ändert. Das ist zwar manchmal recht mühselig aber machbar. Zudem kann man bei manchen Programmen über Aufrufoptionen die Textfarbe wählen – die Option --help verrät meist mehr über das vorliegende Dockapp.

Tankuhren

Viele finden einen Systemmonitor wohl eher störend, aber wer wie ich fleißig am System bastelt, will sicher über den Amoklauf eines Programmes informiert sein. Und da Linux wirklich mehrere Anwendungen gleichzeitig am Leben hält, bemerkt man hierdurch verursachten Speichermangel eventuell erst, wenn andere Programme bereits aus dem Speicher purzeln. Zum Glück gibt es Dockapps, die uns über den Systemzustand nicht im Unklaren lassen:

WMMon

Abbildung 2

Abbildung 2: WMMon in allen Ansichten

Dieses Dockapp hat drei Ansichten – per Default überwacht es die CPU. Wer mag, klickt nun einfach mit der Maus hinein, und künftig wird statt der CPU die Festplattenaktivität beschattet. Nach einem weiteren Mausklick erfahren wir allerhand Informatives über den Speicher, den Swap (Nutzung des Auslagerungsspeichers), sowie die Uptime (Zeitspanne seit dem letzten Boot-Vorgang). Wer lieber immer alles auf einmal im Blick hat, startet dieses Dockapp einfach drei mal: Das zweite Mal mit der Option -i, und das dritte Mal mit dem Anhängsel -s.

WMSysMon

Abbildung 3

Abbildung 3: WMSysMon

Doch sicher schöner als ein dreimaliges Starten von WMMon ist es, zwei WMMons durch ein WMSysMon zu ersetzen. Nur zwei deshalb, weil WMSysMon keine CPU-Last anzeigt – dafür aber alles andere (und noch mehr) gut aufbereitet darstellt. Wer die zugehörige Homepage sucht, findet diese unter der Adresse http://www.gnugeneration.com/software/wmsysmon.html.

mount.app

Abbildung 4

Abbildung 4: mount.app

Ein komfortables Tool zum Mounten von Datenträgern kommt mit dem mount.app – es gestattet das Ein- und Ausklinken der in der Datei /etc/fstab für das Mounten vorbereiteten Medien. Als kleiner Bonus geschieht die Konfiguration von mount.app – wie in Abbildung 5 dargestellt – mit einem separaten Tool namens mount.conf, das mit einem Doppelcklick in das Dockapp aufgerufen wird. Die zukünftige Entwicklung von mount.app kann auf http://mountapp.sourceforge.net/. mitverfolgt werden.

Abbildung 5

Abbildung 5: Konfiguration von mount.app

WMPPP

Abbildung 6

Abbildung 6: Die Verbindung zum Provider mit WMPPP

Mit WMPPP existiert ein wunderbares Tool, das per Mausklick einen konfigurierten Internetzugang auf- oder abbaut, den Zustand der Verbindung anzeigt, die Datenübertragung grafisch aufbereitet sowie in Bytes angibt, die Onlinezeit ausgibt, und auch – sofern es die Konfiguration zulässt – die Connectrate preisgibt. Es ist allerdings kein Frontend zum pppd: also muss die Verbindung zum ISP anderweitig konfiguriert sein. WMPPP kann zum Verbindungsaufbau lediglich eine Befehlszeile ausführen.

Abhilfe verspricht hier ein kleiner Umbau dieses Tools namens YAWMPPP, zu finden unter http://yawmppp.seul.org/. Damit soll dann alles so sein wie beispielsweise mit kppp – ich selbst mag mich hierzu nicht äußern, denn weder hiermit noch mit kppp vermag ich eine Verbindung herzustellen. Vor allen Dingen halte ich es für einen deutlichen Vorteil, mich auch ohne grafisches Frontend ins Internet einwählen zu können, und tendiere daher zum einfacheren WMPPP.

Abbildung 7

Abbildung 7: KPPP-Ersatz YAWMPPP

Abbildung 8

Abbildung 8: Alternative Darstellung von YAWMPPP

WMMail.app

Unter http://www.eecg.utoronto.ca/cgi-bin/cgiwrap/chanb/www/wmmail findet sich ein Dockapp, das Postfächer aller denkbaren Arten auf alle möglichen Weisen auf deren Inhalt überprüfen kann. Es ist bereits so mächtig geworden, dass selbst der Umstieg von Version 0.59 auf 0.64 im Studium der Dokumentation endet. Das ist zwar weniger lustig, aber der Aufwand lohnt sich, wie die unterschiedlichen Ansichten in Abbildung 9 beweisen.

Wer nun das aktuelle Paket installiert, wird anschließend vielleicht verzweifelt sein WMMail.app suchen – es befindet sich im Verzeichnis /usr/local/GNUstep/Apps/WMMail.app/ und hört dort auf den Namen WMMail. Doch damit nicht genug – um WMMail.app überhaupt einsetzen zu können, benötigt jeder User eine eigene Konfigurationsdatei, die er sich aus dem Defaults-Unterverzeichnis ins User-eigene GNUstep-Defaultverzeichnis kopiert, also nach ~/GNUstep/Defaults/WMMail. Danach muss diese Datei noch mit dem Texteditor bearbeitet werden.

Abbildung 9

Abbildung 9: So kann WMMail aussehen

wmcp

Wer von KDE kommt, wird sicher diese Buttons vermissen, mit denen man von Desktop 1 zu Desktop 4 wechseln konnte. Zwar kann man mit den Ecken des Clip (Büroklammer) zwischen den Desktops wechseln, aber eben nicht so komfortabel. Abhilfe schafft hier ein Pager namens wmcp, zu finden auf der beiligenden CD oder unter http://www.linuxave.net/~bac/. Der Autor dieses kleinen Tools liefert zwei verschiedene Gesichter mit (Abbildung 10) – und wer etwas kreativ ist, bastelt sich hier seine eigene Grafik selber.

Abbildung 10

Abbildung 10: wmcp in "scalpel" und "gv"

Unnützes?

Da findet sich noch eine Abbildung mit allerhand noch nicht vorgestellten Dockapps. Da über 120 Stück existieren und keines davon ein Standard-Dockapp ist (und zu fast jedem von mir vorgestellten ebenso brauchbare Alternativen bestehen), möchte ich diese nun nicht weiter vorstellen, sondern zum eigenen Blick in die Dockapp-Archive ermuntern. Danach setzt man allerhand ein, was man bestimmt nicht braucht aber einfach schön findet. Vorenthalten will ich dennoch nicht, was der Screenshot zusätzlich zeigt: wmglobe (Erde mit Licht und Schatten je nach Sonnenstand), wmWeather (mein lokaler Wetterbericht), ascd (CD-Spieler), asmixer (kleiner Audio-Mixer) und wmeyes (Augen folgen dem Mauszeiger). Hoppla – "ascd" statt "wmcd"? Richtig: Einige "Dockapps" des artverwandten Afterstep kann man auch mit dem Window Maker nutzen – was die Anzahl der zur Verfügung stehenden Tools nochmals erhöht …

Bleibt noch die Frage, wie die kleinen Helfer jedesmal automatisch an der richtigen Stelle starten: Hierzu einfach den Rand eines Dockapps mit der rechten Maustaste anklicken, Settings... wählen, und Start when WindowMaker is startet mit einem Haken versehen.

Abbildung 11

Abbildung 11: Optionen für's Dockapp

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