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tail und head

Zu Befehl

01.09.2000 Auch wenn sich viele Dinge bequem über grafische Oberflächen wie KDE oder GNOME regeln lassen – wer sein Linux-System richtig ausreizen möchte, kommt um die Kommandozeile nicht herum. Abgesehen davon gibt es auch sonst viele Situationen, wo es gut ist, sich im Befehlszeilendschungel ein wenig auszukennen.

Manchmal schießt man mit Programmen wie less oder more einfach mit Kanonen auf Spatzen, z. B. wenn man von längeren Dateien (wie etwa Log-Files) nur Ausschnitte wie die ersten oder letzten zehn Zeilen betrachten möchte. Die Namen sind Programm: Mit head und tail kommen zwei einfache Tools, die das Leben eines jeden Admins leichter machen.

tail

Dieses nette kleine Programm schreibt, wenn man ihm nichts anderes sagt, die letzten zehn Zeilen einer jeden Datei auf den Bildschirm. Ist es mehr als ein File, das ausgegeben werden soll, notiert tail ganz praktisch für den Benutzer, mit welcher Datei es gerade beschäftigt ist: ==> datei2 <==

Möchte man, dass tail mehr oder weniger als die letzten zehn Zeilen anzeigt, kann man mit der Option -n nummer eine bestimmte Anzahl von Zeilen vorgeben. Praktisch ist auch der Parameter -q (für --quiet). Dieser kommt ins Spiel, wenn man die Abschlüsse von mehreren Files ausgibt und dabei nicht wisseen will, welches Datei-Ende gerade vorliegt. (Übrigens macht der Parameter -v für --verbose genau das Gegenteil!)

Die wohl am häufigsten gebrauchte Option ist -f (was für --follow steht). Die Anzeige von Dateien, die sich dauernd verändern (wie die Log-Files /var/log/messages oder /var/log/maillog) sollte aktualisiert werden, sonst muss man den Programmaufruf ja dauernd wiederholen – genau das macht diese Option: In einer Endlosschleife schaut sie ständig nach, ob die Datei gewachsen ist, und reicht die neuesten Einträge nach. Praktisch, wenn root z. B. den Verbindungsaufbau des Modems betrachten möchte:

root@huehnerstall ~ > tail -f /var/log/messages
Jul 27 21:02:22 huehnerstall chat[568]: expect (ssword:)
...
Jul 27 21:02:22 huehnerstall chat[568]: Password:
...
Jul 27 21:02:22 huehnerstall chat[568]:  -- got it
Jul 27 21:02:23 huehnerstall pppd[567]: Connect: ppp0 <--> /dev/modem
Jul 27 21:02:24 huehnerstall pppd[567]: local  IP address xxx.xx.xxx.xxx

Follow the lesser tail

Auch der Befehl less kennt eine Betriebsart, die das Mitverfolgen von Änderungen einer Datei erlaubt: Wenn Sie im laufenden less ein großes "F" eingeben ("F" steht hier wieder für "follow"), dann wartet auch less darauf, dass der betrachteten Datei neue Zeilen hinzugefügt werden und zeigt diese sofort an. Schön: Diesen Follow-Modus können Sie jederzeit mit [Strg-C] wieder verlassen und erneut durch die Datei durchblättern. Zur besseren Orientierung vermerkt less den Wechsel in den "Verfolgungsmodus" übrigens mit dem Hinweis

Waiting for data... (interrupt to abort)

in der Statuszeile.

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LinuxUser 06/2012

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