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VTech Helio Personal Digital Asistent

Einmal Tux zum Mitnehmen bitte

Auf Messen tauschen sie elektronische Visitenkarten aus, dienen als Adressbuch und Terminkalender – kurz, allenthalben trifft man auf die kleinen digitalen Helfer. Die meisten PDAs laufen unter herstellerspezifischen Betriebssystemen, wenige mit Windows CE. VTech bereichert die Szene mit einem Linux-tauglichen Gerät für unter 400 Mark.

Die Startup-Company kernel concepts (http://www.kernelconcepts.de) stellte uns einen VTech Helio Personal Digital Assistent (PDA) mit vorinstalliertem Linux zur Verfügung, die Geräte können beispielsweise über deren Partner FMS-Computer (http://www.fmscomputer.com) bezogen werden. FMS plant, sobald die Linux-Portierung alltagstauglich ist, auch mit vorinstalliertem Linux zu liefern. Bis dahin wird eine CD mit Entwicklungswerkzeugen mitgeliefert.

Anwendungen

Aktuell läuft der Kernel 2.4.0-test1 mit Patch für den Philips R3912 stabil auf dem Helio. Das Linux-System selbst ist stark abgespeckt, außer grundlegenden Programmen wie cat, find oder ls sind nur eine Shell sowie zwei echte PDA-Anwendungen enthalten. wedit ist ein einfacher Editor mit kleineren Fehlern. das Fenster ist zu groß, verkleinert ist wedit nur nicht zu bedienen, und wird er in /usr/bin gestartet, lässt sich grundsätzlich nicht speichern. whtml ist die gelungene Portierung eines HTML-Browsers für unterwegs. Noch lässt sich keine Adresse eingeben, man muss die anzuzeigende Datei als ersten Parameter beim Aufruf angeben. Über spezielle Links werden Applikationen gestartet, das kann gut für eine Programmverwaltung genutzt werden. Das Schriftfeld des Helio ist noch nicht zu benutzen, es bleibt vorerst nur die etwas schwer zu bedienende virtuelle Tastatur.

Spiele gibt es in Hülle und Fülle, die altbekannten Kurzweiler wrobots, wsolitaire, wpuzzle und wmines arbeiten ziemlich problemlos. Es ist aber eher eine Frage des Geldbeutels, wie lang man spielen kann – der Kernel hat momentan (fast) keine Stromsparmodi, entsprechend kurz ist die Standzeit der Batterien: Zwei bis drei Stunden ermittelten wir bei Vollast, bei normaler Verwendung rund acht Stunden.

Für Datentransfers hat der Helio eine serielle Schnittstelle, mit der Cradle (zu Deutsch: "Wiege") kann man ihn an den PC anschließen. Der Netzwerk-Code ist aber zu groß, um ihn einzubinden; PPP zu aktivieren gelang mit dem Testgerät nicht. Die Entwickler arbeiten zur Zeit mit Hochdruck an der Verbesserung des Kernels und der Portierung neuer Anwendungen. Der Einstiegspunkt für Anleitungen und Software rund um den Helio ist http://www.kernelconcepts.de/helio.

Fazit

VTech bietet mit dem Helio ein sehr interessantes Gerät, die umfangreiche Ausstattung und der unschlagbar niedrige Preis machen ihn auch für Entwickler interessant. Zum Vergleich: ein Palm Pilot IIIe mit 8 MB RAM kostet weit über 600 Mark. Im Gegensatz zu anderen Herstellern versorgt VTech zudem die Entwickler mit Informationen, um Linux auf den Helio zu portieren.

Wenn Stromspar-Modi sowie Anwendungen für Unterwegs (wie Terminplaner oder Telefonbuch) portiert sind, könnte der Helio das erst wirklich alltagstaugliche Linux-PDA werden. Bis dahin sollten sich alle Nicht-Programmierer überlegen, ob sich die Investition lohnt – bis zur Fertigstellung des Linux-Pakets kann man den Helio aber allemal mit VT-OS betreiben.

VTech Helio Personal Digital Assistenten

Prozessor: Philips R3912 (MIPS), 75 MHz
Speicher: 2 MByte ROM, 8 MByte RAM (auf Steckmodul)
Display: 5,5x5,5cm, 160x160 Pixel, 16 Graustufen, mit blauer Hintergrundbeleuchtung
Bedienung: Touchscreen mit Stift sowie 9 Tasten
Schnittstellen: Serielle Schnittstelle (über Cradle), Erweiterungs-Port
Betriebssystem: VT-OS Version 1.1 (Lieferumfang)
  Linux für MIPS ab Kernel 2.3.99pre3 (aktuell: 2.4.0-test1)
Lieferumfang: Stift-PDA, 1 Satz Batterien, Schutztasche, Tischständer (Cradle) mit Anschlusskabel, Handbuch, Windows-Software
Preis: 395 DM Bezugsquelle: http://www.fms-computer.com

Infos

[1] Informationen und Linksammlung zum Helio: http://www.kernelconcepts.de/helio

[2] Helio Homepage von VTech: http://www.myhelio.com

[3] Werkzeuge für Linux: http://vhl-tools.sourceforge.net

[4] Linux auf MIPS-VR-Controller: http://www.linux-vr.org

[5] Ausführlicher Testbericht: Dölle, Mirko: Einmal Tux zum Mitnehmen bitte, Linux-Magazin 09/2000, S. 74

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