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Heavy Metal kreuz und quer

Railroad Tycoon II

01.09.2000 Ärgern Sie sich auch über unpünktliche Züge, teure Fahrkarten und stillgelegte Bahnhöfe? Zeigen Sie Bahnchef Mehdorn, dass eine Eisenbahngesellschaft auch zufriedene Kunden haben und trotzdem schwarze Zahlen schreiben kann! Loki hat die beliebte Simulation Railroad Tycoon II jetzt für Linux herausgebracht.

Ziel des Spieles ist es, ein großes und wirtschaftlich gesundes Eisenbahnimperium aufzubauen. Begonnen wird damit, zwei Orte mit einer Eisenbahnlinie zu verbinden. Dazu gehört natürlich an jedem Ende der Strecke ein Bahnhof und eine komplette Zuggarnitur – was viel Geld kostet. Deshalb ist es unbedingt notwendig, die beiden Punkte, die man verbinden möchte, gut auszuwählen. Wichtig ist vor allem ein Vergleich der Produkte, die in dem jeweiligen Ort produziert werden. So transportiert man, sobald die erste kleine Eisenbahnlinie betriebsbereit ist, Korn, Vieh, Fleisch, verschiedene andere Rohstoffe und Fertigprodukte und natürlich Personen.

Besonders gut hat mir die maßstabsgetreue Karte, bei deren Umsetzung die Entwickler Sattellitenaufnahmen genutzt haben, gefallen. Die Karte lässt sich vergrößern und verkleinern. In keiner Auflösung wirken die Objekte grobpixelig. Die kleinen Rauchfähnchen, die von den Gebäuden aufsteigen, die herumwuselnden Leute und die Sound-Effekte, die das Spiel versüßen, sind eine wahre Freude. Für alle Neulinge im Bahngeschäft gibt es – gut versteckt – ein Tutorial, man findet es vom Hauptmenü aus unter Single Player | Load Scenario | Tutorial.

Railroad Tycoon II läuft in Echtzeit, man muss also stets am Ball bleiben. Gerade bei umfangreichen Umbauten kann da schon das eine oder andere Ereignis am anderen Ende der Karte unbemerkt bleiben. Ich persönlich hätte an dieser Stelle einen Rundenmodus wie in Civilisation - Call to Power, vorgezogen – sobald das Eisenbahnnetz auf Imperiumsgröße angewachsen ist, wird es ziemlich hektisch.

Wie bei den meisten Wirtschaftssimulationen liegt die Spieldauer im Bereich von Tagen und Wochen, manchmal auch Monaten. Zwar kann man Railroad Tycoon II mit mehreren Leuten über ein Netzwerk spielen, man sollte dann aber die Mitspieler mit Bedacht auswählen - man wird sich über lange Zeit regelmäßig treffen müssen, um das Spiel fortsetzen zu können. Wohl dem, der eine Flatrate und genug Freizeit hat. Für kurze Treffen und LAN-Parties sollte man lieber zu weniger komplexen Spielen greifen.

Fazit

Für mich als alten Ex-Eisenbahner war es ein wahres Vergnügen, selbst die Schienen zu verlegen und die Züge zum Rollen zu bringen. Es macht geradezu süchtig, die Orte auf der Karte zu "vereisenbahnen". Abzüge gibt es für das versteckte Tutorial und die hakelige, gewöhnungsbedürftige Steuerung beim Verlegen der Gleise. Nachteilig ist ebenso zu erwähnen, dass man keine Tunnel bauen kann und es keine deutsche Version gibt.

Railroad Tycoon II

Langzeitspielspaß: 95%
Grafik: 90%
Sound: 85%
Steuerung: 80%
Multiplayer: 70%
Gesamtwertung: 84%

Abbildung 1: Mit einer kurzen eingleisigen Strecke steigt man ins Bahngeschäft ein

Der Autor

René Gäbler ist freischaffender Autor und schreibt Bücher zu Linux- und Windows-Themen. Er beschäftigt sich seit zwei Jahren mit Linux und ist damit noch ein Newbie. In seiner Freizeit bastelt er an einer kommerziellen Web-Seite und versucht sich mit einem Fernstudium an der Kunstschule Zürich.

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