Gnomogram

News und Programme rund um GNOME

01.09.2000
GNOME und GTK als Programmbasis von GNOME haben in den letzten Jahren immer mehr Anhänger gefunden. Inzwischen gibt es Programme für fast jede Aufgabe, und täglich kommen neue hinzu. In der Rubrik Gnomogram wollen wir jeden Monat die Perlen unter den GNOME-Tools vorstellen und über die neuesten Gerüchte und Informationen zu GNOME berichten.

GNOME für Handhelds?

Eine französiche Firma namens Henzai behauptet, eine für portable Computer angepasste Version von GNOME entwickelt zu haben. Auf der Seite http://www.henzai.com kann man auch schon Screenshots der Oberfläche bestaunen, die nicht so viel mit GNOME gemeinsam haben, wie man erwartet. Ich bin, was dieses Produkt angeht, vorerst sehr skeptisch, da GNOME nicht gerade kompakt und für PDAs gedacht ist. Ein auf der Framebuffer-Version von GDK/GTK (die noch nicht existiert) basierendes GNOME könnte zwar auch ohne X Window auskommen, aber trotzdem würde das PDA jede Menge Rechen-Power brauchen. Falls die Oberfläche allerdings auf den Markt kommen sollte, wäre so ein PDA eine echte Alternative zum YOPY von Samsung [1] oder dem IPAQ von Compaq [2].

GNOME auf dem LinuxTag

Wer es selber nicht auf den LinuxTag in Stuttgart geschafft hat, kann sich unter [3] zumindest ein paar Bilder vom GNOME-Stand angucken.

GNOME-Version von StarOffice

Sun wird die die nächste Version von StarOffice (6.0) nicht nur unter die GPL und die eigene SISSL (Sun Industry Standards Source License) stellen, es bestehen auch Pläne, die Office Suite in GNOME zu integrieren. Sun hat angekündigt, zu diesem Zweck mit Helix Code zu kooperieren. In der Pressemeldung von Sun [4] wird auch angekündigt, dass StarOffice 6.0 auf Bonobo basieren wird. Damit ist es möglich, Komponenten aus StarOffice in anderen GNOME-Programmen wiederzuverwenden. Der Sourcecode wird ab dem 13. October auf [5] verfügbar sein.

TerminatorX

TerminatorX [6] ist ein Echtzeit-Synthesizer, mit dem man auf mehreren Samples scratchen kann. TerminatorX fragt zu diesem Zweck die Mausbewegung ab und überträgt sie auf ein virtuelles Turntable. Am besten funktioniert das, wenn man seine Maus auf einen Plattenspieler montiert und darauf scratcht. Auf der TerminatorX-Homepage [6] gibt es auch eine Anleitung, wie man einen Plattenspieler so umrüstet, dass man ihn direkt am Mausport anschließen kann. Als Samples unterstützt TerminatorX sogar mp3s, falls mpg123 installiert ist. Solange man im "Mouse Grab" Modus ist, kann man den Cursor natürlich nicht mehr bewegen – um den Modus zu beenden, muss man auf [Esc] drücken. Zwischen den einzelnen Turntables, auf denen die verschiedenen Samples liegen, kann man im "Mouse Grab" Modus mit [Tab] umschalten. Damit die Samples synchron bleiben, kann man ein Turntable zum Sync Master machen. Immer, wenn das Sample auf diesem Turntable wieder von vorne beginnt, starten auch die Sync Clients neu. Mit dem Sequenzer kann man seine Scratches, bzw., was man sonst noch verändert hat, aufnehmen.

XMPS

XMPS [7] steht für X MPEG Player System und hat in letzter Zeit viel Aufsehen erregt. Das Programm nutzt die SMPEG Library von Loki [8] (die wiederum auf die SDL Library [9] aufsetzt) um MPEG1-Videos abzuspielen. Für die eigentliche Darstellung des Videos kann XMPS wahlweise SDL, OpenGL (für Ganzbildschirmdarstellungen) oder einen X11-Renderer nutzen. Ich würde empfehlen, den SDL-Renderer zu nutzen.

Nicht nur der Name, auch die Oberfläche von XMPS erinnert stark an XMMS bzw. dessen Vorbild Winamp. Wie XMMS unterstützt XMPS Skins, mit denen sich die Oberfläche umgestalten lässt. Wem eine normale GTK-Oberfläche lieber ist – auch das bietet XMPS seit der Version 0.1.1beta.

Das Besondere an XMPS ist, dass die neueste Version experimentell das Format DivX unterstützt. DivX [10] ist ein auf MPEG4 basierender Standard, der hochqualitative Videodaten sehr effektiv komprimiert. Man könnte DivX als das MP3 des Videos bezeichnen. Um DivX abzuspielen, greift XMPS auf eine Windows-DLL zurück, die man aber auch auf der XMPS Seite downloaden kann. (Nur für Fortgeschrittene: Die DivX-Unterstützung muss man erst in Input/avi/ mit make kompilieren und dann Input/avi/libavi.so nach /usr/local/lib/xmps/Codecs/ kopieren.) Leider funktioniert DivX bis jetzt nur mit 16 Bit Farbtiefe und ist ziemlich ressourcenhungrig. Wie man sich vorstellen kann, ist die Beta auch noch nicht sonderlich stabil, gerade was DivX angeht, aber wenn man erstmal die ganzen Libraries zusammen hat, sollte es zumindest mit MPEG1 keine allzu großen Probleme geben. Für alle Mandrake-Benutzer gibt es unter [11] sogar schon ein RPM. Alle anderen Nutzer müssen sich das tar.gz-Paket selbst kompilieren.

GKrellM

GKrellM [12] ist ein Programm, das den Nutzer über den Zustand des Systems auf dem Laufenden hält. Auf vielen Charts kann GKrellM so ziemlich alles von der Uhrzeit bis zur Auslastung des Modems anzeigen. Mit Hilfe von Plugins ist GKrellM beliebig erweiterbar, man kann sogar XMMS damit steuern [13]. Nicht nur das – GKrellM unterstützt auch Themes [14], mit denen man das Aussehen an den Windowmanager, das GTK Theme oder was auch immer anpassen.<P> kann. Wenn man die entsprechenden Kommandos in der Konfiguration von GKrellM einträgt, kann man nicht nur sein System überwachen sondern sich mit GKrellM ins Internet einwählen, Disketten mounten oder ein E-Mail-Programm starten. GKrellM ersetzt von der Funktionalität einen Großteil der gängigen Applets, es ist eine gute Möglichkeit, endlich Platz auf dem Panel zu schaffen.

Gabber

Gabber [15] ist eine Implementation von Jabber für GNOME. Jabber ist, ähnlich wie ICQ oder AIM, ein Instant Messaging (IM) Protokoll. Im Gegensatz zu den anderen Protokollen ist Jabber aber offen und – weil XML-basiert – relativ flexibel. Ein weiterer Vorteil von Gabber ist, dass es auf den Jabber-Servern sogenannte "Transports" gibt: Mit Hilfe dieser Transports kann man mit einem Jabber-Client auch mit Benutzern anderer IM-Programme chatten, es gibt sogar Transports für IRC. Falls ein neues IM-Programm auf den Markt kommt, muss man also nicht seine Software updaten, weil die Transports auf dem Server liegen. Beim ersten Start von Gabber legt man einen neuen Jabber-User bei einem Jabber-Server an. Ich würde jabber.org empfehlen, da der Server viele Transports hat. Über die Jabber-ID, die man beim Registrieren zugewiesen bekommt, kann man später identifiziert werden. Andere Nutzer von Jabber oder anderen IM-Diensten kann man in die "Roster"-Liste aufnehmen, die unter AIM auch als Buddy List bekannt ist. Diesen Usern kann man dann Nachrichten senden und mit ihnen chatten. Um über die Transports auch auf andere Dienste zugreifen zu können, muss man sich (falls die Dienste das verlangen) natürlich jeweils zusätzlich registrieren. Mehr Informationen über Jabber findet man unter [16] und [17].

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