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Felder und Bäume

Mini-Datenbanken, Teil 2: gCatalog und xmbase-grok

01.09.2000 In dieser Folge der Mini-Datenbanken-Serie stellen wir Ihnen zwei Programme vor: xmbase-grok und gCatalog. Ersteres ist ein vollständiges Datenbankprogramm, mit dem man nahezu alle Arten nicht-relationaler Daten verwalten kann. GCatalog hingegen befindet sich noch in einer frühen Entwicklungsphase. Dieses Programm wird es einmal ermöglichen, Datensätze in einer Baumstruktur zu sortieren und zu jedem Datensatz ein Bild abzulegen.

Das Programm xmbase-grok, kurz Grok, wird von seinem Programmierer als "einfaches Datenverwaltungsprogramm zur Verwaltung kleiner Datenbanken wie Telefonlisten, Tagebüchern, Aufgabenlisten oder URL-Listen" beschrieben. Das Programm läuft auch auf älteren Rechnern angenehm schnell, ist leicht zu bedienen und dabei sehr mächtig. Informationen über Grok und Hinweise zu neuen Versionen finden Sie unter [1].

Grok speichert die Datensätze in Textdateien, jeder Datensatz bildet eine Zeile in der Datei. Eine erweiterbare Exportfunktion sichert den Datenaustausch mit anderen Programmen.

Grok: Download und Installation

Da Grok mit Hilfe von Motif programmiert wurde und Sie sich wahrscheinlich wie der Autor den Download der 17 MByte großen Free-Motif-Bibliothek ersparen möchten, ist es am einfachsten, Sie laden ein vorkompiliertes Binary aus dem Internet. Zur Installation ist dann noch etwas Handarbeit erforderlich.

Alle notwendigen Dateien finden Sie auf dem Grok-FTP-Server [2]. Davon laden Sie xmbase-grok-1.4.3.linuxbin.gz und xmbase-grok-1.4.3.tar.gz herunter. Mit dem Befehl

gunzip xmbase-grok-1.4.3.linuxbin.gz

entpacken Sie das Programm xmbase-grok-1.4.3.linuxbin, das Sie in Grok umbenennen und mit dem Befehl chmod a+x grok ausführbar machen sollten. Nun verschieben Sie es als root z.B. nach /usr/local/bin, so dass es allen Benutzerinnen zugänglich ist.

Aus dem Paket xmbase-grok-1.4.3.tar.gz benötigen Sie jetzt noch die Beispieldateien, das Handbuch und die Hilfedatei. Sie entpacken das Archiv mit dem Befehl

tar -xvzf xmbase-grok-1.4.3.tar.gz

und kopieren alle Dateien aus xmbase-grok-1.4.3/grokdir/ in ein neu anzulegendes Verzeichnis .grok in Ihrem Home-Verzeichnis. Dieses enthält alle Datenbanken und Formulardateien.

Die Datei grok.hlp bildet eine Ausnahme und wandert nach /usr/local/lib. Tabelle 1 zeigt, welche Dateien aus dem Grok-Paket in welches Verzeichnis gehören.

Zum Abschluss der Installation sollten Sie sich das hervorragende englischsprachige grok-Handbuch ausdrucken, das Sie in der Datei Manual.ps finden.

Tabelle 1: Die Dateien von Grok und ihr Aufbewahrungsort.

Datei Verzeichnis Inhalt
Grok /usr/local/bin Das Datenbankprogramm selbst.
grok.hlp /usr/local/lib Die Hilfedatei zu Grok.
Manual.ps /usr/local/lib Das Grok-Handbuch.
  /.grok Das Verzeichnis für die Datenbank- und Formulardateien.

Der erste Programmstart

Wenn Sie Grok ohne Parameter in der Kommandozeile aufrufen, erscheint das Hauptfenster mit einem leeren Datenblatt (Abbildung 1).

Abbildung 1: Das Hauptfenster von Grok.

Möchten Sie beim Start gleich auch eine Datenbank öffnen, geben Sie Grok deren Namen mit auf den Weg. Rufen Sie Grok beispielsweise mit dem Befehl grok biblio auf, wird die mitgelieferte Literaturdatenbank geöffnet (Abbildung 2).

Es gibt noch mehr Kommandozeilenparameter, die Sie in Tabelle 2 zusammen gefasst finden.

Tabelle 2: Die wichtigsten Kommandozeilenparameter von Grok.

Parameter Bedeutung
-h Listet eine kurze Meldung mit den verfügbaren Parametern und einen Hilfetext auf.
-v Gibt die Version von Grok aus.
-t Führt eine Abfrage aus, ohne die grafische Oberfläche von Grok zu öffnen. Das Format für den Programmaufruf sieht so aus: grok -t Datenbank Abfrage.
-T Funktioniert wie -t, unterdrückt jedoch die Kopfzeile der Ausgabe.

Abbildung 2: Die mitgelieferte Literaturdatenbank.

Das Grok-Hauptfenster ist viergeteilt: Im oberen Teil finden Sie ein Textfeld zur Eingabe von Suchbegriffen, darunter eine Tabelle mit allen Datensätzen der Datenbank. Im unteren Teil finden Sie die Formulardarstellung des aktuellen Datensatzes und Schaltflächen zur Navigation in der Datenbank (Abbildung 3).

Abbildung 3: Die Schaltflächen zur Datensatznavigation.

Grok enthält eine Reihe von Beispieldatenbanken: Unter anderem gibt es eine Literaturdatenbank, eine Länderdatenbank, die alle Länder der Erde mit ihren Hauptstädten enthält, ein Tagebuch, eine Wetterdatenbank und die allseits beliebte CD-Datenbank.

Um eine davon zu öffnen, wählen Sie Database aus dem Menü und klicken auf den Namen der gewünschten Datenbank.

Das Menü Database zeigt alle Datenbankdateien im Verzeichnis ~/.grok an. Sie sollten auch Ihre selbst erstellten Datenbanken dort ablegen, damit Grok sie findet und ins Menü aufnimmt.

Bedienung

Grok lässt sich vollständig mit der Maus bedienen. Mit Hilfe der Schaltflächen am unteren Rand des Hauptfensters können Sie sich in der Datenbank bewegen (Abbildung 3). Wenn Sie auf einen Datensatz in der Tabelle im oberen Teil des Grok-Hauptfensters klicken, wird dieser Datensatz im Formular im unteren Teil angezeigt. Innerhalb der Eingabemaske können Sie mit der Tabulator-Taste von Feld zu Feld springen.

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LinuxUser 03/2012

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