Evergreen – NetHack

Meinen ersten Kontakt mit NetHack (http://www.nethack.org) hatte ich 1991/92 auf einer MicroVAX unter Ultrix. Nach anfänglichem Zögern – "Das sind ja nur ASCII-Klötzchen, und Sound hat es auch keinen" – hat mich das rollenspielartige Programm mit seiner hohen Komplexität sehr schnell in den Bann gezogen. Tage- und nächtelange NetHack-Sessions waren die Folge. In einer ausgedehnten Höhlenwelt gilt es immer weiter hinabzusteigen und mit Fantasy-Gestalten – Drachen, Gnomen, Elfen, Riesenspinnen, Werwölfen, Nymphen und dergleichen – fertig zu werden. Im Laufe des Spiels kann man sich dabei nicht nur in Geschäften mit Waffen, Kleidung und Nahrung ausstatten, mehr oder weniger verständliche Tipps beim Orakel von Delphi holen und verschiedene Zaubersprüche und -tränke austesten.

Trotz des nun schon beachtlichen Alters von mehr als 15 Jahren hat das Spiel nichts von seiner Faszination verloren und gehört – wenn man sich einmal darauf eingelassen hat – meiner Meinung nach zu den "Best Games Ever".

Abbildung 1: NetHack in Aktion

Inzwischen gibt es auch schon mehr oder weniger ausgereifte grafische Versionen für Gnome (unter http://www.xmission.com/~andersen/erik/gnomehack/gnomehack.html) und QT (http://trolls.troll.no/warwick/nethack/), doch der ursprüngliche Charme des Spiels geht bei diesen ein wenig verloren. (Oliver Flimm)

Förmchen werfen bei Tetris

Gut, es hat schon ein paar Jährchen auf dem Buckel, und die Grafik ist auch nicht besonders aufregend, aber zum Abschalten (dann, wenn man eigentlich etwas wichtiges tun sollte wie z. B. eine Hausarbeit schreiben) ist es hervorragend geeignet. Von oben herunterfallende Steine müssen so sortiert werden, dass waagerechte Zeilen "voll" sind. Diese verschwinden dann, und es gibt Punkte dafür. Dabei gibt es einfache Viererblöcke, die sich gut einsortieren lassen, aber auch verwinkelte Pakete wollen untergebracht werden. Hier ist mechanische Mustererkennung gefragt.

Abbildung 2: ksirtet – Stapeln was das Zeug hält

Ich spiele ksirtet, weil es – im Gegensatz zu Gnometris und Xtetris – für vier Zeilen, die auf einmal abgeräumt werden, mehr Punkte gibt, als für vier einzelne. Es macht Spaß, die Teile fast bis oben anzustapeln und doch erst zwei Zeilen entfernt zu haben. Und obwohl es jetzt höchste Zeit wäre, kommt kein länglicher Vierer – leider verloren. (Christian Schneider)

Entspannung pur – Mahjongg

kmahjongg ist die KDE-Variante des bekannten Mahjongg-Spiels. Es war von Anfang an Bestandteil des KDE-Game-Paketes – eine unterhaltsame strategische Herausforderung. Von den gestapelten Steinchen müssen immer zwei gleiche angeklickt und damit abgeräumt werden. Da die Teile auch übereinander liegen, muss man aufpassen, dass man sich dabei nicht selbst ausmanövriert, sonst heißt es schnell "Game over – Es sind keine Spielzüge mehr möglich".

Bei kmahjongg sind die Steine im Gegensatz zu anderen Varianten sehr kontrastreich dargestellt, und man kann sie daher gut erkennen. Außerdem bietet das Spiel neben dem Standard-Aufbau noch drei andere Varianten für die Anordnung der Steine. Natürlich gibt es Tipps, falls man einmal nicht weiterkommt: die "Hilf mir"-Funktion. "Fertig. Jetzt sind Sie an der Reihe." (Ulrich Villers)

Abbildung 3: "Jetzt sind Sie an der Reihe!"

Gute "Mine" zum bösen Spiel: xdemineur

Wer kennt es nicht, das gute alte Minesweeper? Während die Zeit läuft, gilt es, die versteckten Minen zu finden und zu markieren. Dazu hat man exakt soviele Warnflaggen, wie Bomben im Feld versteckt sind. Das Spiel wird über die Maus-Tasten gesteuert: die linke, um ein Feld aufzudecken, die rechte, um eine Fahne zu setzen. Klickt man erneut mit der rechten Taste auf eine Markierung, wird die Flagge in ein Fragezeichen umgewandelt, ein dritter Klick hebt die Hervorhebung auf. Die einzelnen Kästchen um die Minen herum enthalten Ziffern von 3 bis 8, um die Anzahl der benachbarten Bomben anzuzeigen. Wenn man mit beiden Maus-Tasten auf ein verdecktes Feld klickt, dessen umliegende Minen schon markiert wurden, werden die umliegenden Kästchen freigelegt – das spart Zeit!

Abbildung 4: Das gute alte Minesweeper

Die Linux-Variante hat einige nette Parameter, mit denen sich das Spiel starten lässt, z. B. -ouvre. Diese Option findet direkt einen offenen Bereich, von dem aus sich dann leichter weitersuchen läßt. Auch die Parameter -c (für "columns") und -l (für "lines") sind interessant: statt der Standardfeldgröße von 16x30 Kästchen, kann man beispielsweise sein eigenes Riesen-xdemineur mit dem Aufruf xdemineur -l 100 -c 100 starten. Auch die Minenanzahl lässt sich individuell festlegen mit der Option -m anzahl. Wer alle Bombenfelder richtig markiert hat, wird mit einem sonnenbebrillten Smiley in der Titelleiste belohnt – na dann, schönen Urlaub vom Arbeitsalltag! (Heike Jurzik)

Die Aliens kommen! Sie sind unter uns!

Ich weiß nicht, wann ich diesem Spiel zuerst begegnet bin. Bei irgendeiner meiner frühen Linux-Installationen muss es enthalten gewesen sein. Nach einem erzwungenen Update verlor ich es aus den Augen. Um so mehr habe ich mich gefreut, als ich letztes Jahr auf die Archive des Klassikers xinvaders stieß. Das Spiel ist ein Nachbau irgendwelcher Vorbilder aus Atari-Zeiten und wurde zuletzt um 1993 in der Newsgroup comp.sources.x als dreiteiliges Shell-Archiv gesichtet.

Zum Spielkonzept ist nicht viel zu sagen. Die Bedienung erfolgt gleichwertig mit der Maus oder der Tastatur. Die Aliens wabern oben hin und her und beregnen den Spieler mit braunen Fäden, die ziemlich ungenießbar sind. Es kommt also darauf an, sie schneller zu erledigen, zumal sie jede Runde weiter nach unten vordringen. Die gelben Blöcke bieten nicht lange Deckung, denn sie erweisen sich als nicht sonderlich stabil…

Abbildung 5: Die Aliens kommen!

Der Suchtfaktor ist definitiv hoch, und das Erzielen möglichst hoher Scores gehört zu unser aller Lieblingsschwächen. Leider geriet der Highscore nach jedem Spiel in Vergessenheit. Aber wozu hat man den Sourcecode? Auch als absolutem X-Anfänger gelang es mir nach ein paar Stunden der Bastelei, eine externe Highscore-Liste einzubauen, die neben dem erreichten Wert den Usernamen und das Datum aufzeichnet. Und da ich schon einmal dabei war, habe ich auch dafür gesorgt, daß in zufälligen Abständen (statt wie im Original nur einmal bei 1500 Punkten) ein neues Ersatzschiff für den Spieler bereitgestellt wird.

Dem Tüftler sei verraten, dass der "Cheat-Mode" in Form der Einstellung Vaders*ShotWait eine hervorragende Motivation bietet, sich mit der X-Konfiguration durch Ressources vertraut zu machen (siehe man xrdb). Das Original, die modifizierte Version und eine Installationsanleitung gibt es übrigens unter http://www.guug.de/~jens.bachem/xinvaders.html. (Jens Chr. Bachem)

Kisten schieben

Bei meinen ersten KDE-Installationen musste ich noch an Plattenplatz sparen, daher durfte das Games-Paket nicht mitspielen. Mittlerweile sind zusätzliche Megabytes meist kein Thema mehr, und ich war hin und weg, als ich ksokoban fand. Wow, vor 15 Jahren war dieses Programm Thema im Informatikunterricht in der Schule, ich hatte es auch für den 64'er, und schon damals hat es mich gefesselt.

Der Spielablauf ist einfach: Man muss Kisten schieben. Bei ksokoban sind es Kristalle, aber was soll's, das Prinzip bleibt das gleiche. Bewegungen können nur in die vier Himmelsrichtungen ausgeführt werden, diagonale Züge sind nicht möglich. An den Kristallen ziehen kann man nicht. Steht das Objekt erstmal vor der Wand, bekommt man es oft nicht mehr weg.

Abbildung 6: Sokoban von KDE

Auf den Spielfeldern, die man von oben betrachtet, sind die Kristalle zu Beginn scheinbar ungeordnet verteilt. Ziel ist es, alle Kristalle auf vorgegebene grüne Punkte zu schieben, wobei man diese nicht immer in einem Raum nebeneinander vorfindet – häufig sind die Zielpunkte auf mehrere Räume verteilt, und das kann echtes Kopfzerbrechen bereiten. Denn je weiter man kommt, desto schwieriger sind die ersten Schritte. Oft fühlt man sich auf dem richtigen Weg, merkt am Ende aber doch, dass man wieder einen Fehler gemacht hat. Besonders dramatisch ist die kleine Unachtsamkeit am Schluss… Und – immer auch auf die freien Zielpunkte achten. Auch da gibt es böse Fallen!

Wer es bei KDE nicht dabei hat, findet es unter http://hem.passagen.se/awl/ksokoban/. Dort gibt es auch Links auf Versionen für andere Plattformen. Fazit: Extremes Kopfzerbrechen! Und wer weiß, vielleicht hilft's ja beim nächsten Umzug! (Lars Packschies)

Gut gefrotzelt!

In den 80er Jahren machte die Firma Infocom mit ihren witzigen und durchdachten Textadventures (z. B. "The hitchhiker's guide through the galaxy") Furore. Diese Adventures wurden mit einer großen Weitsicht als Bytecode, genauer gesagt Z-Code, ausgeliefert, der auf einem Interpreter (Z-Machine) ausgeführt werden konnte. Es musste nun nur noch jeweils der Interpreter auf neue Hard- und Softwareplattformen portiert werden, das eigentliche Spiel konnte man unverändert übernehmen. Einer der zahlreichen für Linux verfügbaren Interpreter – und mein persönlicher Favorit – ist Frotz (http://www.geocities.com/SiliconValley/Heights/3222/frotz.html).

Abbildung 7: Frotz!

Neben den kommerziellen Infocom Adventures, die teilweise zu Dumping-Preisen im 10er- und 20er-Pack (damals z. B. Lost Treasures of Infocom) verschleudert werden, gibt es auch noch eine große Zahl weiterer freier Adventures im Z-Code. Diese kann man vom Interactive-Fiction Server der GMD unter ftp://ftp.gmd.de/if-archive/games/zcode/ herunterladen. (Oliver Flimm)

Der Herrscher von Nordamerika würdigt Eure Anwesenheit!

Die ganze 3D-Welt will entdeckt und besiedelt werden, und da ist noch einiges zu tun. Wer seine Zivilisation aus der Steinzeit ins Weltall führen möchte, hat viele Schwierigkeiten zu überwinden. Es gibt rastlose Stämme, die die eigenen Städte angreifen, Ruinen, aus denen Barbaren hervorspringen und wehrlose Siedler erschlagen, und zu allem Überfluss bauen die Computergegner ein Weltwunder nach dem anderen… "Civilization – Call to Power" wird in Deutschland von SuSE vertrieben: http://www.suse.de/de/produkte/software/games/civ/index.html (Demo auf der Heft-CD). Der Spieler hat 7000 virtuelle Jahre Zeit, sein eigenes Volk zum Sieg zu führen. Dabei helfen unterschiedliche Regierungsformen, die Entdeckung von Neuerungen oder Kriege gegen die Computergegner.

Civilization ist auch im Mehrbenutzermodus spielbar – trotz einigen Bugs hatten wir wochenlangen Spielspaß. Am Anfang treffen sich die Mitspieler in einer "Lobby", um schon einmal "Freundlichkeiten" auszutauschen:

Abbildung 8: Treffen in der Lobby

Es müssen Spielregeln und Schwierigkeitsstufe für das neue Game festgelegt werden, jeder sucht sich eine Nation aus, die er regieren möchte, und dann heißt es um die Wette entwickeln. Am Anfang hat jeder eine "geschlossene" Karte: keiner weiß, wo die Gegner sich aufhalten. Hat man erst einmal Kontakt zu einem fremden Stamm, kann man im Diplomatiemodus über Neuerungen, Forderungen und Gold verhandeln.

Abbildung 9: Diplomatisch, diplomatisch!

Fazit: Altbewährtes Spielkonzept, tolle Graphik und eine willkommene Gelegenheit, sich stundenlang von der Außenwelt abzumelden! (Heike Jurzik)

Glossar

MicroVAX

Die MikroVAX von DEC leitete die Entwicklung zum Mikrocomputer ein: von der Garage zum Nachttisch gewissermassen.

Ultrix

Eine Unix-Variante der Firma MikroVAX.

Ressources

Konfigurationsparameter für Anwendungen im X Window System werden in Ressources verwaltet, das sind einfach Merkmal-Werte-Paare, die in ASCII-Dateien aufgezeichnet werden. Die Systemvorgaben werden typischerweise im Verzeichnis /usr/X11R6/lib/X11/app-defaults aufbewahrt, jene des Benutzers selbst in der Datei .Xdefaults bzw. .Xressources. Sie werden beim Start der X-Sitzung geladen; um sie nachträglich zu verändern, wird das Programm xrdb verwendet.

Bytecode

Bytecode ist eine Folge von maschinenlesbaren Anweisungen für ein Programm, das diese auswerten kann.

Interpreter

Programm, um eine Folge von maschinenlesbaren Anweisungen auszulesen.

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