Des K(aiser)s neue Kleider

KDE Themes – Teil 1

01.09.2000
Dass KDE die Fähigkeit besitzt, recht schnell mittels sogenannter Themes sein Äußeres ändern zu können, dürfte inzwischen hinreichend bekannt sein. Diese Serie beschreibt, wie man eigene Themes erstellt. 

Das K Desktop Environment (kurz: KDE) [http://1] ist zusammen mit GNOME inzwischen zum Quasi-Standard unter den graphischen Oberflächen für Linux avanciert. In dieser Serie wollen wir daher die Fähigkeit von KDE, mit Hilfe sogennannter Themes sein Aussehen verändern zu können, etwas näher betrachten. Ich erkläre Ihnen dazu anhand des Themes "eclipse" [http://2] Schritt für Schritt, welche Möglichkeiten Sie als kreativer Nutzer haben, Ihren KDE auf Ihre Bedürfnisse zuzuschneidern. Weiterhin werde ich auf nützliche Tools eingehen, die das Erstellen eigener Themes erleichtern. Man möge mir verzeihen, wenn ich nicht auf alle Programme eingehe, die hier und da verwendet werden könnten. Auch kann ich nicht garantieren, dass ich auch wirklich jeweils alle Einstellmöglichkeiten erwähnen werde. Das in den Artikeln dieser Serie angebotene Wissen bildet aber eine solide Grundlage zur Entwicklung eigener Ideen. Weiterführende Literatur finden Sie unter [http://3].

KDE 2

Dieser Artikel bezieht sich auf die letzte stabile Version von KDE (1.1.2). Ich kann Ihnen leider nicht genau sagen, in wie weit Themes dieser KDE-Version zu denen von KDE 2 kompatibel sein werden. Probieren geht aber bekanntlich über studieren.

Die meisten aufgeführten Tools sind standardmäßig auf den gängigen Linuxdistributionen enthalten (ich verwende übrigens SuSE 6.4). Sollte dies wider Erwarten bei Ihnen nicht der Fall sein, können Sie den Quellcode aus dem Internet (die entsprechenden Adressen sind angefügt) herunterladen und diesen dann kompilieren. Dieser Vorgang dürfte in der Regel distributionsunabhängig nach demselben Schema ablaufen (Kasten: Installieren von Tools).

Installieren von Tools

  • Dekomprimieren gepackter Archive
  • Datei hat Endung .tar.gz, dann entpacken mit gunzip DATEINAME
  • Datei hat Endung .tar.bz2, dann entpacken mit bunzip2 DATEINAME Es entsteht eine Datei mit der Endung .tar
  • Archiv auflösen (tar xvf DATEINAME)
  • Wechseln in das entstandene Verzeichnis (cd VERZEICHNISNAME)
  • Konfigurieren des Übersetzungsprozesses (./configure)
  • Starten des Übersetzungsprozesses (make)
  • Installieren des übersetzen Programmes (make install) Für den letzten Schritt sind übrigens root-Rechte (su mit anschließender Passwort-Angabe) erforderlich. Alternativ können Sie das Programm auch im entsprechenden Unterverzeichnis mit ./PROGRAMMNAME starten.

Woran kann gedreht werden?

Die Vielzahl von Einstellmöglichkeiten, die KDE zur Verfügung stellt, lässt sich in folgende Gruppen unterteilen:

  • Startleiste
  • Hintergrundbild
  • Desktop-Icons
  • Fenster-Knöpfe
  • Fenster-Titelleiste
  • Fenster-Rahmen
  • Systemklänge
  • Farbschema
  • KFM Einstellungen

Diese Artikelserie läuft über drei Ausgaben. Im vorliegenden ersten Teil beschäftigen wir uns mit der Startleiste, dem Hintergrundbild und den Desktop-Icons.

Los gehts

Zuerst legen wir ein Unterverzeichnis an, in dem wir alle zu unserem Theme gehörenden Dateien sammeln. Dies geschieht mit mkdir eclipse. Nach dem Wechseln in dieses Unterverzeichnis (cd eclipse) können wir die zentrale Konfigurationsdatei erzeugen. Dies kann mit einem beliebigen Texteditor geschehen (z.B. mit kwrite eclipse.themerc). Die Konfigurationsdatei soll am Ende dieses Kurses aus mehreren Abschnitten bestehen. Am Anfang steht der Abschnitt [General], in dem man, wie die Bezeichnung unschwer erraten lässt, generelle Informationen ablegt (vgl. Listing 1, Zeilen 001 bis 006). Dieser Abschnitt enthält die Informationen, die in Tabelle 1 aufgeführt sind.

Tabelle 1: Kopf einer Theme-Konfigurationsdatei

Abschnittsbezeichner [General]
Name des Themes name=Themename
Autor des Themes author=Autorname
eMail-Adresse des Autors email=eMailadresse
Homepage des Themes homepage=Homepage
Beschreibung des Themes description=Beschreibung
Version des Themes version=Versionsnummer

Dass diese Angaben nicht vollständig sein müssen, wird offensichtlich, wenn man das Beispiel (Listing 1) anschaut. Hier fehlt der Eintrag der Homepage.

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