Automatisches "startx" beim Login

Zugegeben: Grafische Logins sehen nett aus. Über deren Sinn mag man sich aber streiten. Funktioniert die grafische Oberfläche (X) mal nicht, so mag augenblicklich keine Freude mehr über optische Reize aufkommen. Auch auf etwas betagteren Rechnern empfiehlt sich der grafische Login weniger, denn hierbei wird X zwei mal hintereinander gestartet – u. U. ein Grund, sich vorerst dem Geschirr in der Küche zuzuwenden. Einen netten Workaround vor der Spülbürste bietet eine kleine Datei, genannt ~/.bash_profile. Diese ist optional und wird beim einloggen in einer Bash (der Standard-Shell unter Linux) durchlaufen. "Optional" bedeutet, dass diese Datei – sofern nicht vorhanden – einfach angelegt werden kann; und wer diese bereits besitzt, darf munter darin seine Phantasie walten lassen. Somit ist es legitim, hieraus X mitsamt Window Maker zu starten. Unser Script in dieser Datei sollte zuerst testen, ob wir auch an diesem Rechner sitzen; schließlich könnten wir uns auch von anderswo einloggen und z. B. lediglich unsere Post abholen. Steht also zweifelsfrei fest, dass wir unmittelbar an der Kiste sitzen, so sollte X auch nicht starten, wenn wir es zuvor bereits gestartet haben – man bedenke den Umstand, dass wir uns an einem Linux-Rechner mehrfach einloggen dürfen und ein bereits erfolgter Login X bereits gestartet haben könnte. Nachfolgend als Beispiel das Listing meines Scriptes, das hier noch immer zuverlässig seinen Dienst verrichtet und mich vor manchem Chaos sicher bewahrte:

case `/usr/bin/tty` in /dev/tty[0-9]*)
  echo " "
  echo "Lokaler Login - suche X-Lockfile."
  echo " "
  if [ -f /tmp/.X0-lock ]; then
    echo "X-Lockfile vorhanden - X wird nicht gestartet."
    echo " "
  else
    echo "X nicht aktiv - starte X in 3 Sekunden (abbrechen mit Strg-C) ..."
    sleep 1s
    echo "2 Sekunden ..."
    sleep 1s
    echo "1 Sekunde ..."
    sleep 1s
    if [ $? -eq 0 ]; then
      startx
    fi
  fi
esac

Wichtig ist, dass es am Ende dieser Datei steht – sonst sind andere Einträge hierin für unseren Window Maker bedeutungslos. Und da Abtippen wenig Freude macht, liegt es auch der CD bei.

Autostart - die Zweite

Eine wunderbare Sache an Window Maker ist auch, dass er selbst uns einen eigenen Autostart anbietet – und zwar mit der Datei ~/GNUstep/Library/WindowMaker/autostart. Wer z. B. mit dem Tool imwheel das Rad seiner Maus zur Mitarbeit überreden möchte, der trägt dieses dort einfach ein. Wichtig ist hierbei allerdings, jeden Programmaufruf, sofern es sich nicht selber sofort wieder beendet, mit einem "&" abzuschließen – dieses schickt das Programm "in den Hintergrund" (d. h. nachfolgende Programmaufrufe in dieser Datei dürfen auch noch starten und müssen nicht warten, bis die vorige Zeile abgeschlossen wurde). So kann man hierin z. B. einen Bildschirmschoner mit der Zeile

xscreensaver -no-splash &

aktivieren.

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