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Fensterbauer

Jo´s alternativer Desktop

01.09.2000 Wie Ihr Linux-Desktop aussieht, bestimmen allein Sie. Mit deskTOPia nehmen wir Sie regelmäßig mit auf die Reise ins Land der Window-Manager und Desktop-Umgebungen, stellen Nützliches und Farbenfrohes, Hingucker und hübsches Spielzeug vor. Diesmal soll Window Maker das Ziel unserer Begierde sein – ein ausgesprochen gut ausgestatteter Window-Manager, der einen Vergleich mit Größen wie KDE oder GNOME keineswegs scheuen muss.

Window Maker ist wohl einer der großen Klassiker unter den X11-Window-Managern. Window-Manager versehen Anwendungen mit Rahmen und verwalten diese auf dem Desktop – manche begnügen sich hierbei wirklich schon mit dem Malen von Rahmen und überlassen alles weitere zusätzlichen (optionalen) Tools. Nicht so Window Maker, der sich fast schon den Schuh "Environment" anziehen darf. Genau genommen ist er eines, doch das ist ein anderes Blatt und wohl nur für Entwickler und Freunde von GNUstep-Programmen der Aspekt. Aber auch für den Desktop-User schlägt er ein wenig in diese Kerbe.

Ein kleines Environment

Was genau macht ein Environment aus? Man hat sich scheinbar darauf geeinigt, dass es Drag & Drop und Desktop-Icons bietet und das Look & Feel der Programme vereinheitlicht wird. Da Window Maker nicht in die Hoheit der jeweiligen Programme eingreift, gibt es kein einheitliches "Feel" der Programme – und Drag & Drop auch nur innerhalb des eigenen Rahmens: So ist es möglich, eine Textdatei auf ein Editor-Icon zu ziehen, um diese im Editor zu öffnen. Der Haken wird nur sein, dass sich kaum einer (?) ein Icon mit einer Textdatei anlegt. Dennoch kann ich versichern, dass das Arbeiten mit Window Maker sehr komfortabel ist und andere Lösungen als jene von Microsofts Windows, KDE oder GNOME eher eine Chance als eine Einschränkung darstellen. Window Maker ist ausgereift und komplett – nichts fehlt.

Bin ich schon drin?

Und da Window Maker wirklich gut ist – und daher von alten Hasen sehr gerne verwendet wird, ist mir zumindest noch keine Distribution in die Finger gefallen, die diesen nicht auch schon mitliefert. Oftmals muss Window Maker lediglich von den CDs nachinstalliert werden. Und da er seit langem ausgereift ist und die Weiterentwicklung sehr sorgfätig geschieht, möchte ich Besitzer äterer Versionen vor dem Update-Wahn bewahren: Verwenden Sie bitte die Pakete der eigenen Distribution – zwar ist das Kompilieren der Sourcen nicht schwer, aber das Ergebnis oftmals leicht instabil: Erfahrungsgemäß geht dies nur dann gut, wenn Sie sicher wissen, dass keine der neu installierten Bibliotheken irgendwo auch von der distributionseigenen Paketverwaltung geliefert wurden. Und dies ist sicher nur erfahreneren Usern vorbehalten. Wer es dennoch nicht lassen kann, der findet die aktuelle Version – neben zusätzlichen Informationen – auf der Web-Seite http://windowmaker.org/ oder auf der beiliegenden CD. Zur Installation sei auf die im Paket enthaltene Datei INSTALL verwiesen, welche detailliert erklärt, was zu tun ist.

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LinuxUser 06/2012

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