tar-chivier mir was!

Mit tar kann man mehrere Files in einer Archivdatei zusammenfassen – praktisch, wenn man viele zusammengehörende Sachen von einem Rechner auf einen anderen übertragen möchte! Diese übrigbleibende, einzelne Archivdatei kann als ganzes natürlich leichter komprimiert werden. Um ein solches Archiv zu erstellen, kann man folgendes Kommando aufrufen:

huhn@huehnerstall ~ > tar cvf archiv.tar verzeichnis
verzeichnis/
verzeichnis/datei.html
verzeichnis/test/
verzeichnis/test/datei2
verzeichnis/text

Nach einzelnen Parameter aufgeschlüsselt ergibt sich folgendes: Die Option c steht für --create – also ein neues Archiv erstellen. Wenn man auf das v für --verbose (engl.: "wortreich") verzichtet, werden keine Dateinamen während des Archivierungsvorgangs angegeben. Die drei Buchstaben tar bedeuten übrigens "tape archiver": Ursprünglich war das Programm dafür vorgesehen, Dateien auf Bandgeräten zu speichern. Deswegen wird hier das f archivname verwendet, um anzuzeigen, dass nicht auf ein Gerät, sondern in ein File auf die Festplatte geschrieben werden soll. Natürlich braucht das Kind einen Namen – archiv.tar. Bei Verzeichnissen werden alle Dateien und sämtliche Unterverzeichnisse in das Archiv-File geschrieben. Möchte man zu dem bestehenden Archiv weitere Dateien hinzufügen, kann man tar rvf archiv.tar weiteredatei aufrufen – r steht für --append. Um sicherzugehen, daß diese Datei dort noch nicht vorhanden ist, kann man sich das Archiv natürlich vorher anschauen: tar tvf archiv.tar, wobei t auch durch die lange Form --list ersetzt werden kann. Die Zugriffsrechte und Eigentümer sollen erhalten bleiben? Dann sollten Sie tar pcvf archiv.tar /home (p steht für --preserve-permissions) verwenden – wenn die Verzeichnisse wieder ausgepackt werden, sind die Dateien wieder im Originalzustand.

Um ein Archiv wieder auszupacken, verwendet man tar xvf archiv.tar, wobei x für --extract steht. Sollen nur einzelne Dateien aus diesem Archiv entnommen werden, hängt man deren Namen an den Aufruf an. Bleibt zum Schluss festzuhalten, dass tar nicht automatisch komprimiert. Natürlich lässt sich ein solches Archiv noch packen mit gzip oder bzip2, man kann sich diesen zweiten Arbeitsschritt aber sparen und alles in einem Aufruf erledigen: tar czvf archiv.tar.gz verzeichnis zipt das Archiv gleich mit (tatsächlich wird das externe Programm gzip aufgerufen, d. h. es funktioniert nur, wenn es wirklich installiert ist). Ebenso ist das z auch zum Auspacken eines solchen komprimierten Pakets zu verwenden, hier lautet das Kommando dann tar xzvf archiv.tar.gz. Wenn man statt gzip lieber bzip2 verwenden möchte, sollte man vorher schauen, ob die eigene Distribution dieses anbietet (Man-Page lesen!). Auf dem Testrechner, unter Debian 2.1, funktionierte der Aufruf tar cIvf test.tar.bz2 verzeichnis (mit einem großen 'i' wie in 'Insel'), ein zweiter Computer verweigerte allerdings den Dienst: tar: invalid option -- I Try `tar --help' for more information.

Glossar

HOWTOS

Im Gegensatz zu den referenzartigen Man-Pages liefern die HOWTOS "Kochrezepte" für bestimmte Problemgebiete und sind damit für den Anfänger wesentlich besser geeignet. Bei gängigen Distributionen liegen sie unter /usr/doc/HOWTO. Dort gibt es z. B. die Datei Firewall-HOWTO.gz, die man entweder entpacken und dann lesen oder mit zless oder zmore (s. "Zu Befehl"-Folge Nr. 2) direkt anschauen kann.

stdout

Es gibt drei "Standardkanäle" für Ein- und Ausgabe, stdin (Standardeingabe), stdout (Standardausgabe) und stderr (Standardfehlerausgabe). Ein Benutzer hat z. B. die Tastatur als Standardeingabe und den Bildschirm als -ausgabe. Wenn man eine Datei beispielsweise mit zcat (gzip -d -c) dekomprimiert, dann wird sie, sofern sie nicht umgeleitet wird, auf den Bildschirm ausgegeben.

Symlinks

Symbolische Links: Ein Verweis auf eine andere Datei, der von Anwendungsprogrammen wie eben diese Datei behandelt wird. Wenn die Datei, auf die ein Symlink verweist, gelöscht wird, zeigt der Link ins Leere. Symlinks sind das Ergebnis des Kommandos ln -s.

Umgebungsvariable

Die Shell stellt dem Benutzer einen Speicher bereit, um bestimmte Informationen aufzubewahren und Programmen zugänglich zu machen. Diese Umgebungsvariablen (environment variables) bestehen jeweils aus dem Namen und dem zugeordneten Wert.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • gzip, bzip2 und tar
    Archivierungsprogramme gibt es wie Sand am Meer; die schnellsten Vertreter ihrer Art nutzen Sie auf der Kommandozeile: Mit kurzen Befehlen packen Sie Ihre Daten zusammen und wieder aus oder archivieren ganze Verzeichnishierarchien.
  • Gut verpackt
    Archivierungsprogramme gibt es wie Sand am Meer; die schnellsten Vertreter ihrer Art nutzen Sie auf der Kommandozeile: Mit kurzen Befehlen packen Sie Ihre Daten zusammen und wieder aus oder archivieren ganze Verzeichnishierarchien.
  • Verpackungskünstler
    Sparen Sie Platz: Mit einem Archivierungsprogramm fassen Sie mehrere Dateien zu einer einzigen zusammen, und mit einem Komprimierungs-Tool verkleinern Sie das Datenpaket. Wir zeigen, wie Sie zum Verpackungskünstler werden.
  • Gut verpackt
    Dateien zu kompromieren, ist nützlich, um Ressourcen wie Plattenplatz oder Internetbandbreite zu schonen. Wir erklären, wie Kompression funktioniert, und vergleichen die gängigen Archivformate.
  • Suche in komprimierten Dateien und Archiven
    Über die Kommandozeile flink in komprimierten Dateien und Archiven zu suchen, spart viel Zeit. Die richtigen Tools dazu bringt praktisch jedes Linux-System von Haus aus mit.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 07/2017: VIDEOSCHNITT

Digitale Ausgabe: Preis € 0,00
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Aktuelle Fragen

scannen mit LINUXMINT 18.0 - Brother DCP - 195 C
Christoph-J. Walter, 21.06.2017 08:47, 2 Antworten
Seit LM 18.0 kann ich nicht mehr direkt scannen. Obwohl ich die notwendigen Tools von der Brothe...
Anfänger Frage
Klaus Müller, 24.05.2017 14:25, 2 Antworten
Hallo erstmal. Habe von linux nicht so viel erfahrung müsste aber mal ne doofe frage stellen. A...
Knoppix-Live-CD (8.0 LU-Edition) im Uefiboot?
Thomas Weiss, 26.04.2017 20:38, 4 Antworten
Hallo, Da mein Rechner unter Windows 8.1/64Bit ein Soundproblem hat und ich abklären wollte, o...
Grub2 reparieren
Brain Stuff, 26.04.2017 02:04, 7 Antworten
Ein Windows Update hat mir Grub zerschossen ... der Computer startet nicht mehr mit Grub, sondern...
Linux open suse 2,8
Wolfgang Gerhard Zeidler, 18.04.2017 09:17, 2 Antworten
Hallo.bitte um Hilfe bei. Code fuer den Rescue-login open suse2.8 Mfg Yvo