Home / LinuxUser / 2000 / 08 / Volkers alternatives Editorial

Newsletter abonnieren

Lies uns auf...

Folge LinuxCommunity auf Twitter

Top-Beiträge

Apache Open Office
(80 Punkte bei 4 Stimmen)

Heftarchiv

LinuxUser Heftarchiv

EasyLinux Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Partner-Links:

Shopping
Topsuche
 
Yatego Deutschlands größte Shoppingmall. 10000 Shops,
3.5 Mio Artikel. Alle Bestseller, Servertechnik und Technik Themenwelten.

Notebooks und Netzwerkhardware bei Mercateo günstig kaufen.
Internet Telefonie mit VoIP Telefonen von Gigaset
Das B2B Portal www.Linx.de informiert über Produkte und Dienstleistungen.
Günstige Digitalkameras finden Sie im Preisvergleich.

Wieso soll Linux eigentlich chaotisch sein?

Volkers alternatives Editorial

01.08.2000

Oft genannter Schauplatz für Chaos ist, wie allgemein bekannt, der "seltsame Attraktor". In der Geschichte der Software hat es sicherlich niemals ein derart seltsames Phänomen gegeben wie die Anziehungskraft des MS-Office-Pakets.

Nicht nur, dass man sich in eine weit durch das griechische Alphabet hindurch von der Beta-Version entfernte Welt versetzt glaubt. Nein, es gibt auch noch viel belastendere Beweise, dass es sich bei den MS-Produkten in Wirklichkeit nicht um ein geplantes Gebilde sondern einen großen sich selbst organisierenden Riesenvirus handelt. Dafür spricht schon die – zugegeben – unermessliche Komplexität von diesem Ding, das immer gedankenloser mit neuen Funktionen aufwartet. Wenn man heute auch nur einen Bruchteil von dem ganzen chaotischen Wahnsinn in diesem Paket versteht, stellt sich nicht von ungefähr ein Mitgefühl für die Postboten vergangener Zeiten ein, die den Millionen achtlos auf Weiter drückenden Registrierwilligen aus Versehen das 1209568120956-seitige Installationshandbuch ins Haus schleppen mussten.

Doch erklären wir weiter, dass es sich z. B. bei MS Word tatsächlich um ein chaotisches Objekt handelt. Das Geheimnis von MS Word liegt nämlich in Wirklichkeit in der beherrschenden Nichtlinearität; insbesondere hat die Zeitachse davon eine ganze Menge abbekommen. Mit mindestens quadratischem Zuwachs werden einseitige Dokumente eine Sekunde, zweiseitige Dokumente vier Sekunden und schließlich achseitige Dokumente mit mehr als 64 Sekunden aus dem Speicher geholt und auf den Schirm geworfen. Nicht von ungefähr muss ich immer an Dalis fließende Uhren denken, wenn mich aus dem Verzeichnis eine .doc-Datei angrinst, die ein Megabyte weit überschritten hat.

Grundlegend für das wirklich chaotische Verhalten dieser Zeitachse zeigt sich jedoch, wenn die lokale und globale Verzweigung eintritt und das 234-seitige, 10 Meg schwere Dokument in einem Bruchteil einer Sekunde komplett aus der Platte durch die Pixel in die Atmosphäre gepustet wird – unwiderbringlich, versteht sich. Doch kaum hat man diese Schrecksekunde überstanden, kommt dieser kleine Sherlock-Holmes-ich-will-Dich-trösten-Knilch Dr. Watson mit der Empfehlung, das ganze System neu zu booten. Was hilft's.

War da nicht was mit Deterministik im Chaos? Klar – es kriegt Dich, immer wieder :-( Wäre auch dumm, wenn der Fehler nicht immer wieder auftauchte. Doch zurück zum Chaos. Es muss nun gefragt werden, wie dieser Widerspruch zu lösen ist, der zwischen der Software-Erstellung, die deutlich einen Hinweis auf lange andauernde Strukturbildungsprozesse liefert, und der Physik, die mit dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik, dass alle abgeschlossenen Systeme sich in einer unumkehrbaren Zustandsfolge auf das Gleichgewicht maximaler Entropie zubewegen, besteht. Ich persönlich frage mich, welche Richtung der Wärmetod für das Universum nehmen wird.

Wenn der Mensch vergangen ist und sich andere intelligente Strukturen gebildet haben werden, wie z. B. clever angeordnete Asteroidenhaufen mit kleinen Kometen als Nervenimpulsen. Wird dann statt Fenstern ein schwarzes Loch aufgeklickt? Und wenn wir es wieder zuklicken, müssen wir dann – und hierin steckt die Analogie – warten, bis es wieder verdampft ist?

Einem Freund empfehlen    Druckansicht Bookmark and Share
Kommentare

376 Hits
Wertung: 0 Punkte (1 Stimme)

Schlecht Gut

Infos zur Publikation

Infos zur Publikation

LinuxUser 06/2012

Aktuelle Ausgabe kaufen:

Heft bestellen Heft als PDF kaufen

LinuxUser erscheint monatlich und kostet in der Nomedia-Ausgabe EUR 5,50 und mit DVD EUR 8,50. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der LinuxUser-Homepage.

Im LinuxUser-Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben für 3 Euro. Das Jahresabo (ab EUR 56,10) können Sie im LNM-Shop bestellen.

Tipp der Woche

Adobe AIR
Adobe-AIR-Programme installieren und (manuell) starten
Tim Schürmann, 14.05.2012 13:09, 0 Kommentare

Es gibt sie noch: neue Anwendungen, die Adobes Integrated Runtime voraussetzen. Aktuellstes und vermutlich auch größtes Beispiel ist das Adventure Botanicula

Aktuelle Fragen

Apache2, Options -Indexes geht nicht
no no, 12.05.2012 19:01, 7 Antworten
Habe in apache2.conf folgendes stehen: Options -Indexes ...
LInux auf Dell LS H500
Andreas Endresl, 09.05.2012 08:54, 1 Antworten
Habe einen alten Dell Latitude LS H500 nur mit ext. Floppy und CD es geht nur immer eines von den...
Datenwiederherstellung unter Ubuntu 12.04 mit "Simple Backup" nach Umzug von Linux Mint
Christian Lottmann, 07.05.2012 13:33, 0 Antworten
Vor dem Umzug auf Ubuntu 12.04 habe ich unter Linux MInt mit "Simple Backup" voll (15.4.2012) und...
DKMS für den propritären NVIDIA-Treiber
Commander Data, 26.04.2012 22:02, 0 Antworten
Hallo an die Gemeinde. Ich habe hier ein interessantes Stück openSuSE gefunden. http://forums.op...
OpenLDAP Replikation
Ludwig jun. B., 25.04.2012 14:04, 2 Antworten
Hallo, bis jetzt habe ich nur gering Erfahrung mit OpenLDAP. Doch ich muss mich da jetzt einar...