gnorpm

GNOME bietet ein vergleichbares Programm: gnorpm hat unter Red Hat Linux das traditionelle, Red-Hat-eigene Tool glint abgelöst und steht natürlich auch für alle anderen Linux-Distributionen zur Verfügung.

Prinzipiell ist hier das gleiche zu tun wie bei der Verwendung von kpackage. Starten Sie das Programm als Administrator root (also nach "su", s. o.). (Abb. 5) Öffnen Sie außerdem ein gmc-Dateimanager-Fenster (GNOME Midnight Commander) und ziehen Sie dann das zu installierende RPM-Paket per Drag & Drop auf das gnorpm-Fenster. Dadurch öffnet sich ein neues Fenster Installieren, in dem das Paket angezeigt wird (Abb. 6). Wenn Sie auf Anfragen klicken, erhalten Sie ausführlichere Informationen über das Paket (die aktuelle gnorpm-Version 0.9 ist bei diesem Versuch allerdings immer abgestürzt – in früheren Versionen hat dies jedoch funktioniert); ein Klick auf Installieren erledigt das Gewünschte.

Abbildung 5: Auch gnorpm zeigt zunächst alle installierten Dateien an
Abbildung 6: Ein Klick auf Installieren führt zum Ziel

Auch gnorpm prüft, ob es Paket-Konflikte gibt, und öffnet ggfs. eine warnende Dialogbox, in der Sie dennoch die Installation anordnen können. Eine Abhängigkeitsprüfung führt das Programm allerdings nicht durch, weswegen sich auch unter GNOME über den Einsatz von kpackage nachdenken lässt.

RPMs von Hand installieren

Neben der Nutzung grafischer Frontends, die alle das Dienstprogramm rpm aufrufen ist es auch möglich, direkt in einem Terminal-Fenster mit rpm zu arbeiten. Wenn Sie die Mühe nicht scheuen, sich in die Handhabung einzuarbeiten, dann sind Sie damit sogar wesentlich effizienter und haben den Installationsvorgang besser im Griff.

Alles, was Sie benötigen, ist der genaue Dateiname (inkl. Pfad, falls das Archiv nicht im aktuellen Verzeichnis liegt): Werden Sie mit su zum Administrator root (s. o.) und geben Sie dann den Befehl

rpm -Uvh pfad/paket-1.2.3-1.i386.rpm

ein. So einfach ist das. Während der Installation zeigt ein Fortschrittsbalken an, wieviel vom Paket bereits installiert ist. rpm können Sie auch mehrere Pakete gleichzeitig übergeben und etwa einen Befehl wie

rpm -Uvh download/*.rpm

verwenden. Welche Version eines Paketes installiert ist, können Sie über eine Anfrage der Form rpm -q paketname erfahren (s. Abb. 7). Die hier verwendeten Optionen (und noch einige weitere) finden Sie in Tabelle 1.

Abbildung 7: Schnelle Paket-Installation und -Abfrage im Terminal-Fenster

Tabelle 1: rpm-Optionen

-i Installieren (kein Update)
-U Update (oder auch Erstinstallation)
-v "verbose" (ausführlich); zeigt Paketnamen an
-H zeigt Fortschrittsbalken an
-q "query" (Abfrage); nachfragen, ob ein Paket installiert ist
-e "erase": Löschen eines Paketes
--nodeps Abhängigkeiten ignorieren (also auch bei fehlenden Paketen installieren)
--force Installation erzwingen, auch bei Konflikten

Bei Verwendung der Optionen -q und -e zum Abfragen oder Löschen braucht nur der Paketname (ohne Versionsnummer) angegeben werden: also nicht rpm -e paket-1.2.3.rpm sondern einfach rpm -e paket.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Paketinstallation
    Linux ist in ständiger Entwicklung, und was für den Kernel gilt, trifft auch auf die Unzahl der Zusatzpakete zu – täglich erfahren diverse Programme eine Aktualisierung und fordern zum Update auf. Mit den richtigen Paketverwaltungs-Tools für RPM- und Debian-Pakete ist das ein leichter Schritt.
  • Software nachinstallieren
    Software installieren Sie unter Linux nicht mit einer "Setup.exe"-Datei, sondern über die Paketverwaltung. Wenn Sie dort die benötigten Programme nicht finden, ergänzen Sie weitere Paketquellen: die Repositories.
  • Mozilla 0.9.1 erschienen
    Mozilla ist das Projekt, das seit Freigabe der Netscape-Sourcen die Entwicklung des populärsten Linux-Browsers vorantreibt. Netscape 6 basiert auf Mozilla, und mit Version 0.9.1 gibt es ein Update des Web-Drachen.
  • Fine-Tuning für Ubuntu
    Eine Ubuntu-Installation können Sie mit Ubuntu Tweak fine-tunen – das Programm ist nicht Teil der Standarddistribution, und wir zeigen Ihnen verschiedene Wege, es auf Ihrem Ubuntu-System zu installieren: auf Wunsch auch mit automatischen Updates.
  • RPM-Datenbank in der Konsole
    Installations-Tools für RPM-Pakete gibt es in allen Farben und Formen, von Gnorpm über Kpackage bis hin zu YaST. Wer jedoch schnell und zielstrebig arbeitet, wird sich gern mit dem Kommandozeilenwerkzeug rpm anfreunden.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 11/2017: Server für Daheim

Digitale Ausgabe: Preis € 8,50
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Stellenmarkt

Aktuelle Fragen

Lieber Linux oder Windows- Betriebssystem?
Sina Kaul, 13.10.2017 16:17, 3 Antworten
Hallo, bis jetzt hatte ich immer nur mit
IT-Kurse
Alice Trader, 26.09.2017 11:35, 2 Antworten
Hallo liebe Community, ich brauche Hilfe und bin sehr verzweifelt. Ih bin noch sehr neu in eure...
Backup mit KUP unter Suse 42.3
Horst Schwarz, 24.09.2017 13:16, 3 Antworten
Ich möchte auch wieder unter Suse 42.3 mit Kup meine Backup durchführen. Eine Installationsmöglic...
kein foto, etc. upload möglich, wo liegt mein fehler?
kerstin brums, 17.09.2017 22:08, 5 Antworten
moin, zum erstellen einer einfachen wordpress website kann ich keine fotos uploaden. vom rechne...
Arch Linux Netzwerkkonfigurationen
Franziska Schley, 15.09.2017 18:04, 0 Antworten
Moin liebe Linux community, ich habe momentan Probleme mit der Einstellung des Lan/Wlan in Arc...