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prog-1.2.3.tar.gz.rpm.bz2 ??

Software-Installation leicht gemacht

01.08.2000 Linux-Programme kommen nur selten mit einer Setup-Datei daher, die vollautomatisch die Installation durchführt – während fast alle Windows-Produkte mit einem Install-Tool ausgeliefert werden, das die Platten auf freien Platz untersucht, ein geeignetes Verzeichnis unterhalb von c:\Programme vorschlägt und schließlich noch einen Menüeintrag samt Uninstall-Prozedur anlegt, muss unter Linux meistens Hand angelegt werden. Wir zeigen, wie.

Viele Varianten

Für Linux werden Sie allerlei Varianten von Programm-Archiven finden. Bevor wir auf die jeweiligen Installationsvorgänge eingehen, zunächst ein Überblick über die verschiedenen Typen.

rpm-Pakete

Wenn Sie die Installations-CDs Ihrer Linux-Distribution genauer untersucht haben, werden Sie in den meisten Fällen eine Reihe von Dateien mit der Endung .rpm gefunden haben. "RPM" ist die Abkürzung für Red Hat Package Manager und kennzeichnet Programmarchive, die nach dem von Red Hat eingeführten und heute von fast allen Distributionen verwendeten Standard zusammengestellt wurden.

Unterschieden wird dabei zwischen sogenannten Binär-RPMs und Source-RPMs. Binär-RPM-Pakete enthalten die ausführbaren Dateien sowie alle weiteren Konfigurations- und sonstige Dateien, die Teil des Programmes sind. Neben diesen Dateien bietet ein RPM-Archiv zusätzlich Informationen darüber, was unmittelbar vor und nach der Installation zu tun ist – zusätzlich ist dort noch vermerkt, welche weiteren RPM-Pakete für die Installation benötigt werden oder mit welchen anderen Paketen es zu (Versions-) Konflikten kommen würde.

Source-RPMs enthalten die Programm-Sourcen (also die Quelltexte in einer oder mehreren Programmiersprachen – meist C oder C++), zusammen mit den Informationen, die zum Übersetzen des Programmes notwendig sind. Aus einem Source-RPM-Paket können Sie (wie weiter unten beschrieben) ein Binär-RPM-Paket erzeugen.

RPM-Pakete lassen sich in der Regel sehr einfach durch Eingabe eines einzigen Befehls oder über ein grafisches Tool installieren. Dazu sind Systemadministrator- (root-) Rechte nötig, so dass Sie vor der Installation grundsätzlich zum Benutzer root werden müssen. Wegen Unterschieden zwischen den einzelnen Linux-Distributionen ist es recht häufig so, dass ein RPM-Paket nur auf der Distribution installiert werden kann, für die es erstellt wurde. Daher finden Sie im Internet häufig verschiedene RPM-Pakete für verschiedene Distributionen.

Am Dateinamen eines RPM-Paketes können Sie in der Regel die Version des Programmes und die Prozessorplattform, für die es erstellt wurde, erkennen: Ein typischer Dateiname is

kpackage-1.3.10-3.i386.rpm

Die Versionsnummer ist hier 1.3.10; die mit Bindestrich angehängte Nummer 3 deutet an, dass dieses Paket bereits zum dritten Mal erstellt wurde. Es gibt also vermutlich auch die Pakete 1.3.10-1 und 1.3.10-2, die vielleicht für eine frühere (Vorab-) Version Ihrer Distribution erstellt wurden. Der Bestandteil "i386" deutet an, dass das Programm auf allen Intel-basierten Linux-Systemen lauffähig ist: alle Rechner mit 80386-, 80486-, Pentium I/Pro/II/III- oder kompatiblem Prozessor (AMD, Cyrix etc.) sind in der Lage, Programmcode für den 80386-Prozessor auszuführen.

Finden Sie im Internet mehrere RPM-Archive mit den Endungen i386.rpm, i486.rpm oder i586.rpm, dann wählen Sie dasjenige aus, das am besten zu Ihrem Rechner passt: Pakete, die für Pentium-Prozessoren übersetzt wurden, werden geringfügig besser optimiert sein als 386er-Pakete, da sie zusätzliche Befehle des Pentium-Prozessors verwenden können, die der 80386 noch nicht kannte – dafür laufen Sie eben auch nicht auf älteren Prozessoren.

Source-RPM-Pakete haben anstelle der Plattform-Bezeichnung das Kürzel "src" im Namen; das Source-Paket zu obigem RPM-Paket könnte also

kpackage-1.3.10.src.rpm

heißen.

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Infos zum Autor

Hans-Georg Eßer

Hans-Georg Eßer

Hans-Georg Eßer ist Chefredakteur der Zeitschrift EasyLinux, Doktorand an der Uni Erlangen-Nürnberg und seit Mitte der 90er begeisterter Linux-Anwender.


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