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K-splitter

01.08.2000 Wer sagt, dass Klatsch und Tratsch in einer Linuxzeitschrift keinen Platz haben? K-splitter plaudert Monat für Monat aus dem KDE-Nähkastchen, posaunt Neuigkeiten aus der K-Welt aus und schaut hin und wieder neugierig hinter die Kulissen.

Gemeinsam sind wir stark

"Never change a running system", dieser alte Spruch dürfte wohl so Manchem durch den Kopf geschossen sein, als mit "Konfucious" (KDE 1.90) im Mai der erste "offizielle" Snapshot von KDE 2.0 auf www.kde.org veröffentlicht wurde. Sollte man wirklich seine schöne stabile 1.1.2er Version für einen kurzen Blick auf Konqueror und Co. aufs Spiel setzen? Keine leichte Entscheidung – und vor allem eine gänzlich unnötige, denn mit ausreichend Plattenplatz können Sie beide mit geringem Aufwand sehr gut gemeinsam nutzen. Was muss man tun?

Erstellen Sie zuerst im Verzeichnis /opt/kde2/bin (Das gilt zumindest für die Konfucious-Pakete für Red Hat Linux u.ä. Sollten Sie die ausführbaren Programme in ein anderes Verzeichnis gepackt haben, passen Sie den Pfad bitte an.) ein Skript, das Sie ganz nach Ihrem Gusto nennen. Wie wäre es beispielsweise mit dem so phantasielosen wie treffenden kde2? Folgenden Inhalt sollten Sie ihm mit auf den Weg geben:

#!/bin/sh
export KDEDIR=/opt/kde2
export QTDIR=/usr/lib/qt-2.1.0
export PATH=$KDEDIR/bin:$PATH
export LD_LIBRARY_PATH=$KDEDIR/lib:$QTDIR/lib

Danach schreiben Sie nachstehende Zeile in Ihre .bashrc:

alias ckde2='source /opt/kde2/bin/kde2'

Fertig. Nun reicht schon ein einfaches

ckde2
kdeinit &
konqueror &

in einer Terminalemulation Ihrer Wahl, und schon erobert der Konqueror den 1.1.2er Desktop, wie Abbildung 1 sehr schön zeigt.

Abbildung 1

Abbildung 1: So fühlt sich der Konqueror auch in KDE 1.1.2 ganz wie zu Hause

Möchten Sie schon beim grafischen Einloggen via kdm entscheiden, unter welcher der beiden Versionen Sie die nächsten paar Stunden surfen, zocken und vielleicht auch ein kleines Bisschen arbeiten wollen, müssen Sie noch ein paar weitere Einträge vornehmen. Fügen Sie zuerst in der Datei /usr/share/config/kdmrc ein kde2 in der Zeile SessionTypes ein. Ihr weiteres Vorgehen hängt davon ab, welche Distribution Sie Ihr Eigen nennen. Besitzer eines "Rotkäppchens" sollten Ihre Aufmerksamkeit auf die Datei /etc/X11/xdm/Xsession wenden und dort hinter den Zeilen

kde)
        exec startkde
        ;;

ein

kde2)
        source /opt/kde2/bin/kde2
        exec startkde
        ;;

einfügen. Tummelt sich auf Ihrem Rechner eine SuSE, sollte sich die Datei Xsession im Verzeichnis /usr/X11R6/lib/X11/xdm/ finden lassen. In dieser Datei halten Sie nach folgenden Zeilen Ausschau:

XSESSION_IS_UP=yes
export XSESSION_IS_UP

Fündig geworden? Dann fügen Sie dahinter bitte Folgendes ein:

if test "$WINDOWMANAGER" = "kde2"; then
        source /opt/kde2/bin/kde2
        exec startkde
        exit 1
fi

Künftig haben Sie direkt beim grafischen Login die Wahl, ob es KDE 1.1.2 oder lieber doch das neue KDE 2.0 sein darf.

Quanta spricht jetzt Deutsch

Vielleicht erinnert sich der Eine oder Andere ja noch an Quanta, den neuesten HTML-Editor der KDE-Familie, den wir Ihnen in Heft 07/2000 ausführlich vorgestellt haben. Damals konnte er so ziemlich alles außer Deutsch. Aber Dinge ändern sich, und so findet sich seit Kurzem auf Holger Klemms Homepage unter http://home.knuut.de/holger.klemm/ das Paketchen quanta_deutsch.tar.gz, mit dem Sie Quanta sehr schnell zum Deutschquasseln überreden können (Abbildung 2).

Wenn Sie Quanta schon auf Ihrem Rechner haben, kopieren Sie einfach die im Tarball enthaltene Datei quanta.mo ins Verzeichnis /share/locale/de/LC_Messages. Ist Quanta noch nicht installiert, dann können Sie das Dingelchen auch direkt mit deutscher Sprachunterstützung übersetzen. Kopieren Sie dazu die Datei quanta.mo ins Verzeichnis po im Quanta-Verzeichnis, bevor Sie mit dem bekannten Linux-Dreisatz ./configure, make und make install auf den Quellcode des HTML-Editor losgehen.

Abbildung 2

Abbildung 2: Der neue Star am KDE-HTML-Editor-Himmel jetzt auch in Deutsch

Glossar

Skript

Nahezu jede Unix-Shell verfügt über eine eingebaute Programmiersprache, mit der sich kleine oder manchmal auch größere Programme schreiben lassen. Selbige müssen im Gegensatz zu in Sprachen wie C oder C++ erstellte Programme nicht erst mit einem Compiler in ausführbaren Code übersetzt werden, ehe man sie aufrufen kann. Stattdessen werden sie sofort von der Shell interpretiert und von daher Skript genannt.

Shell

Diese "Muschel" ermöglicht es Ihnen erst, Ihrem Linux-System Befehle zu erteilen. Wie eigentlich immer in der großen, weiten Unix-Welt hat man auch hier die Qual der Wahl zwischen so unterschiedlichen Shells wie der Linux-Standardshell bash oder den an die Programmiersprache C angelehnten tcsh- oder csh-Shells.

Alias

Ein Shell-Alias ist eine einfache Abkürzung oder ein anderer Name für einen langen oder oft benötigten Befehl.

$KDEDIR

Diese Variable, so sie gesetzt ist, sollte die Wurzel des KDE-Dateibaums enthalten. In der Regel ist dies /opt/kde, Red Hat hat sich in den letzten Versionen hingegen – wie Debian – für /usr entschlossen.

$

Mit dem Dollarzeichen vor einem Variablennamen signalisiert man der Shell, dass man gern auf den Variableninhalt zugreifen möchte.

Der Autor

Stefanie Teufel ist diplomierte Volkswirtin und arbeitet als Online-Redakteurin beim Business-Channel. Und da neben der Wirtschaft und der Börse Linux ihre große Leidenschaft ist, schreibt sie in ihrer Freizeit Linux-Bücher und Artikel für Linux-Magazin und LinuxUser.

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LinuxUser 05/2014

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