Abseits des Mainstream findet sich EPIwm, ein Projekt einer französischen Schule. Das Ziel war die Erstellung eines Fensterherrschers, der klein und schnell ist. Zugleich sollte er eine einfache Konfiguration bei umfangreicher Ausstattung bieten. Das ist – vor allen Dingen in Anbetracht der Feature-Liste – recht beeindruckend gelungen. Hier ein Auszug aus top, das Informationen zu aktiven Prozessen (Programmen) auflistet:
PID USER PRI NI SIZE RSS SHARE STAT LIB %CPU %MEM TIME COMMAND 730 jo 1 0 1324 1324 1028 S 0 0.0 1.0 0:05 epiwm
Die Spalte RSS gibt Auskunft über den gesamten Speicherverbrauch eines Programms – hier also gerade mal 1,3 MB.
Gibt's was Neues?
Zwar liegt EPIwm dieser Zeitschrift bei, wenn Sie aber nach neueren Versionen sowie weiteren Informationen Ausschau halten möchten, können Sie dies auf http://epiwm.sourceforge.net/ tun. Dort finden Sie ebenfalls einen Link zu einem grafischen Konfigurationstool, das Ihnen das Editieren der Konfigurationsdateien größtenteils ersparen soll – allerdings verursacht es eher Misskonfigurationen und ist somit nur dem fortgeschrittenen Tüftler zu empfehlen. Die Konfiguration ist auch ohne ein solches Frontend eine leichte Übung.
Ready for EPIwm?
Zur Installation von EPIwm sollten sich auf der Festplatte mindestens die Programmpakete xdevel (also die Header-Dateien zu X) und make befinden – wer jedoch öfters ein grafisches Programm aus einem tar.gz-Archiv installieren möchte, sollte jeweils die Development-Pakete zu imlib, libpng, libtiff, libxpm, libgif und libjpeg installiert haben. Nur mit diesen gibt es die volle Vielfalt des EPIwm.
Befindet sich das gepackte Dateibündel EPIwm-0.5-5.tar.gz erst einmal in Ihrem Home-Verzeichnis, so ist es mit dem Tool tar leicht entpackt: ein neues Verzeichnis mit dem Programmcode ensteht, in das Sie hinein wechseln. Beispiel:
jo@planet ~> tar xvzf EPIwm-0.5-5.tar.gz [ ... ] jo@planet ~> cd EPIwm-0.5-5 jo@planet ~/EPIwm-0.5-5>
Ein anschließend eingetipptes make sollte den künftigen Fensterherrscher aus dem Programmcode in eine ausführbare Binärdatei übersetzen (Sourcecode ist nicht ausführbar). Funktioniert dies nicht und bricht make mit einem Fehler (Error) ab, so sollte diese Meldung wörtlich genommen und deren Grund beseitigt werden. Das bedeutet entweder, dass Sie fehlende Programmpakete nachinstallieren oder das sogenannte Makefile anpassen (dieses sagt make, was zu tun ist). Hinweise hierzu finden sich in der Datei INSTALL.



