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ISDN einrichten unter Linux

01.08.2000 Analoge Telefonanschlüsse werden zunehmend durch ISDN ersetzt. Um so wichtiger, dass von Linux auch die meisten ISDN-Karten unterstützt werden. Obwohl Sie dazu einige Einstellungen an Ihrem System vornehmen müssen, gestaltet sich die Installation der entsprechenden Treiber und Zusatzprogramme aber sehr einfach.

Die ISDN-Unterstützung unter Linux läuft auf zwei Ebenen ab: Zum einen muss dem Kernel erklärt werden, wie überhaupt ein Zugriff auf ISDN-Karten erfolgt; dazu gibt es entsprechende Kernel-Module, die bei den meisten Distributionen bereits vorliegen. Auf der anderen Seite müssen die ISDN-Treiber dann auch vernünfitg angesprochen werden, um z. B. eine ISDN-Verbindung aufzubauen – diese Aufgabe haben die ISDN-Tools im Paket isdn4k-utils ("ISDN for Kernel utilities"). Da diese (als Kommandozeilen-Tools) nicht besonders komfortabel sind, gibt es schließlich noch grafische Frontends, mit denen die ISDN-Konfiguration ähnlich wie unter Windows (oder dank ausführlicher Provider-Datenbank sogar einfacher) abläuft.

Einfache Konfiguration

Zwei Tools erfreuen sich zur Zeit besonders großer Beliebtheit: der Klassiker kISDN und Neueinsteiger isdnconf (von Red Hat), wobei kISDN sich besonders durch seine große Flexibilität und Konfigurierbarkeit auszeichnet.

Die meisten Linux-Distributionen enthalten eine Version von kISDN, lediglich Red Hat setzt auf die Eigenentwicklung isdnconf, bei der allerdings noch zweifelhaft ist, ob sie sich durchsetzen kann, da kISDN-Hersteller MillenniumX eine Copyright-Verletzung bemängelt, da (laut Aussage von MillenniumX) Teile der nicht-freien kISDN-Sourcen für isdnconf verwendet wurden. Im Folgenden wird aus Platzgründen allerdings nur die Konfiguration von kISDN näher erklärt, genauer: kISDN 0.7.3-free – die aktuelle (kommerzielle) Version 1.x weicht geringfügig ab; Sie finden Sie auf dem MillenniumX-Server.

Konfiguration von kISDN

kISDN greift (wie bereits erwähnt) auf die Routinen und Treiber des isdn4linux-Pakets zurück. Eine Konfiguration der in Ihrem System installierten Linux-Treiber ist an dieser Stelle also nicht mehr notwendig. Was noch fehlt, ist allerdings die Konfiguration der notwendigen Transfer-Protokolle sowie der Daten für Ihren Internet-Provider. Dazu rufen Sie zunächst das Konfigurationstool von kISDN auf, indem Sie als Administrator root das Programm kcmkisdn starten.

Die Kisdn-Oberfläche.

Im Karteikartenregister Zugang konfigurieren Sie den von Ihnen genutzten Internet Service Provider. Dies gestaltet sich dabei extrem einfach, da kISDN Ihnen bereits über 200 vorgefertigte Einträge für verschiedene deutsche Internet Provider über die Option Datenbank zur Verfügung stellt. Alle Zugangsmöglichkeiten sind hierbei übrigens nach Ländern und dort noch einmal in verschiedene Regionen und Städte aufgeteilt. Durch die entsprechende Auswahl übernimmt kISDN dann automatisch alle nötigen Zugangsinformationen aus seiner Datenbank: Also beispielsweise die Telefonnummer Ihres Internetzugangs oder nötige Authentifizierungsparameter; lediglich Benutzername und Passwort müssen noch eingegeben werden.

Hier lassen sich die Provider nach dem Land auswählen.

Ist Ihr Provider an dieser Stelle nicht aufgeführt, ist das auch kein Beinbruch. Die benötigen Daten sollten Sie den Zugangsinformationen entnehmen können, welche Ihnen Ihr Internet Service Provider zur Verfügung gestellt hat. Allerdings empfiehlt es sich in diesem Fall, einen Blick auf die umfangreiche Hilfedatei von kISDN zu werfen, da die entsprechenden Einstellungsmöglichkeiten sehr umfangreich sind.

Neben der automatischen Provideratenwahl können Sie die Parameter auch von Hand einstellen.

Die unter Zugang getätigten Einstellungen können Sie dann mit Hilfe der Übernehmen-Schaltfläche festhalten.

Es empfiehlt sich jedoch, zuvor noch einmal die Bearbeiten-Schaltfläche zu betätigen: Dort können Sie dann unter User alle Benutzer angeben, die auf kISDN Zugriff haben sollen. Außerdem können Sie an dieser Stelle unter Auth noch Ihren Benutzernamen sowie Ihr Kennwort eingeben, damit Sie sich diese Angaben in Zukunft sparen können.

Als nächstes gilt es dann, unter Allgemein einige grundlegende Einstellungen bezüglich des Protokolls festzulegen. Als Protokoll für den D-Kanal müssen Sie dabei zumeist die Einstellung Euro ISDN (EDSS1) angeben. Die voreingestellte Pfadangabe /sbin/ipppd für den ISDN-PPP-Daemon können Sie in der Regel übernehmen.

Darüber hinaus müssen Sie an dieser Stelle noch Ihre Vorwahl eintragen. Unter MSN für Datenverbindungen geben Sie die ISDN-Telefonnummer an, die Sie für das "Rauswählen" verwenden wollen.

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LinuxUser 06/2012

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