Innerhalb des Pakets I4L, dem ISDN-Komplettpaket für Linux, ist eine kleine Programmsammlung enthalten, welche einen Linux-Rechner zu einem multifunktionalen Anrufbeantworter macht: Vbox. Das Programm vboxgetty kann eingehende Gespräche entgegennehmen. Es überwacht Ihre ISDN-Leitung hinsichtlich ankommender Anrufe, zeichnet Nachrichten auf und legt diese als Sound-Datei ab. Vboxgetty bildet damit die Basis für alle weiteren Programme des Vbox-Pakets. Dieses ist übrigens, wie so viele Programme, mehrbenutzerfähig entwickelt worden. Es ist also möglich, den Anrufbeantworter so zu konfigurieren, dass Vbox auf eingehende Telefongespräche mehrerer Telefonnummern lauscht und diese getrennt ablegt. Der Zugriff auf diese verschiedenen Mailboxen wird durch das Programm vboxd geregelt. Es stellt einen Dienst zur Verfügung, bei dem sich verschiedene Benutzer, auch über das Netzwerk, anmelden und ihre persönliche Mailbox abhören können. Hierfür existiert ein Frontend, das etwas irreführend schlicht vbox heißt.
Vboxbeep überwacht die lokalen Vbox-Verzeichnisse, in denen neu aufgenommene Nachrichten abgelegt werden und gibt einen Signalton ab, sobald vboxgetty dort einen neuen Anruf gespeichert hat.
Die Konfiguration
Bevor Sie die Dienste von Vbox konfigurieren, sollten Sie für jeden Anwender entsprechende Verzeichnisse erstellen, welche die benutzerspezifischen Konfigurationsdateien enthalten. Dazu müssen Sie einfach folgende Verzeichnisse anlegen:
/var/spool/vbox/benutzer/ /var/spool/benutzer/incoming/ /var/spool/benutzer/messages/
Das Mailbox-Verzeichnis ist zwar prinzipiell frei wählbar, in den meisten Distributionen ist jedoch /var/spool voreingestellt. Möchten Sie die Mailbox der Benutzer davon abweichend in ein anderes Verzeichnis legen, dann müssen Sie dafür sorgen, dass der Eintrag des Spool-Verzeichnisses in der Konfigurationsdatei vboxgetty.conf auch auf diese Verzeichnisse verweist (siehe weiter unten).
Zuerst sollten Sie das zentrale Programm vboxgetty einrichten. Zu diesem Zweck müssen Sie im Verzeichnis /etc/isdn mit einem Texteditor wie z. B. KWrite eine Datei vboxgetty.conf anlegen. Diese Datei muss die grundlegenden Optionen des Vboxgetty enthalten. Außerdem müssen hier auch verschiedene Verzeichnisse angegeben werden, die einmal die Anrufbeantworternachrichten enthalten sollen.
Beispiel einer /etc/isdn/vboxgetty.conf
compression adpcm-4 umask 077 badinitsexit 10 dropdtrtime 400 initpause 2500 commandtimeout 4 echotimeout 4 ringtimeout 6 alivetimeout 1800 freespace 2000000 debuglevel FEWIDJ # Settings for port ttyI6 port /dev/ttyI6 modeminit ATZ&B512&E7830022 user jolly group users spooldir /var/spool/vbox/jolly
Damit die vorgesehenen Benutzer einen Zugriff auf den digitalen PC-Anrufbeantworter erhalten, müssen schließlich noch deren Home-Verzeichnisse modifiziert werden. Dazu muss (beispielsweise in /home/jolly) die Konfigurationsdatei .vboxrc erzeugt werden. In dieser Datei können Sie den Usernamen sowie ein Passwort angeben.
Start von vgetty
Damit vboxgetty nach jedem Neustart automatisch zur Verfügung steht, bietet es sich an, es bei der Systeminitialisierung über init gleich mit zu starten. Dazu müssen Sie die Konfigurationsdatei /etc/inittab z. B. um folgende Zeile ergänzen:
I6:2345:respawn:/usr/local/sbin/vboxgetty -d /dev/ttyI6 u jolly p vboxnotify a Michael@Home.ne
Der Parameter u jolly bewirkt dabei, dass die Benutzereinstellungen für den User Jolly verwendet werden, welche Sie natürlich zuvor bereits festgelegt haben müssen. p sorgt darüber hinaus dafür, dass bei Eingang einer Sprachnachricht automatisch eine Benachrichtigungs-Mail an die unter a angegebene E-Mail-Adresse geschickt wird.



