Midnight Commander für GNOME

GNOMEs Midnight Commander in Aktion

Zum Abschluss unserer kurzen Rund-Reise durch die GNOME-Welt möchte ich Sie noch kurz auf den grafischen Dateimanager GNOME Midnight Commander hinweisen, der das GNOME-Pendant zum KDE-Dateimanager kfm darstellt. Wenn Sie früher unter DOS gearbeitet haben, dann kennen Sie bestimmt noch den mächtigen Norton Commander. Das Linux-Pendant zu diesem DOS-Dateimanager ist der ebenfalls konsolenbasierte Midnight Commander (Aufruf mit mc). Mit dem Entstehen von GNOME hat das Midnight-Commander-Team eine GNOME-Version ihres Universal-Dateimanagers implementiert, die Ihnen z. B. unter Programme/Dateimanager (graues Akten-Symbol) jederzeit zu Diensten steht. Man kann damit, entsprechende Benutzerrechte natürlich vorausgesetzt, nicht nur Dateimanipulationen aller Art per Mausklick erledigen, sondern auch über das FTP-Protokoll Dateitransaktionen mit anderen Rechnern abwickeln.

Lohnt sich ein Upgrade bzw. eine Neuinstallation?

GNOME ist mit dem aktuellen Versionssprung ein gutes Stück erwachsener geworden. Es darf allerdings auch nicht verschwiegen werden, dass es noch hin und wieder zu kleineren Problemen kommen kann, die aber in den meisten Fällen auf den verwendeten Window-Manager zurückgeführt werden können.

Wenn Sie GNOME bereits in einer älteren Version auf Ihrer Festplatte haben und nach einer vergleichbaren Desktop-Alternative zu KDE suchen, dann sollten Sie sich die neueste Version von GNOME besorgen und installieren (siehe Kasten "Installation von Helixcode GNOME 1.2"). Selbst wenn Sie nicht sofort ganz umsteigen, werden Sie von einer Aktualisierung der Basis-Bibliotheken und der gtk-basierten Anwendungen auch unter KDE profitieren.

Aber auch wenn Sie GNOME bisher noch nicht kennen, etwa weil Ihre Distribution nur KDE enthält, spricht, ausreichend Festplattenplatz vorausgesetzt, vieles für eine nachträgliche Installation von Helix GNOME. Schließlich stehen Ihnen auch unter KDE gtk-basierte Programme wie gimp, gnumeric, Abiword Personal und gphoto (siehe Artikel "Futter für den Gnom" ab Seite 20) nur dann in der aktuellen Version zur Verfügung, wenn Sie diese entweder einzeln nachinstallieren oder aber in kompakter Form durch Helix GNOME auf Ihre Festplatte bringen. Außerdem kann ja ein Blick über den KDE-Tellerrand nie schaden.

Nun bleibt mir nur noch, Ihnen viel Spaß mit Ihrem neuen Desktop zu wünschen!

Installation von Helixcode GNOME 1.2

Wenn Sie bereits eine ältere Version von GNOME installiert haben und GNOME bereits über den KDM-Loginscreen (siehe Auswahlliste Sitzung bzw. Session) aufrufbar ist, dürfte die Installation recht unkompliziert verlaufen. Sie benötigen dafür lediglich die distributionsangepassten rpm-Pakete. Helix GNOME steht momentan für mehrere Distributionen kompiliert unter http://www.helixcode.com/desktop/download.php3 zum Download zur Verfügung.

Alternativ dazu finden Fortgeschrittene die aktuellen GNOME-Quellen unter http://www.gnome.org/start/source.html.

Glossar

Helixcode

Die US-amerikanische Firma Helix Code, Inc. (http://www.helixcode.com, Mitgründer: GNOME-Papst und mc-Autor Miguel de Icaza) hat sich zum Ziel gesetzt, GNOME als Internet-Desktop zum Durchbruch zu verhelfen. Neben der Unterstützung des GNOME-Projekts durch kostenlose Bereitstellung der GNOME-Erweiterung "Helix GNOME" und der Entwicklung weiterer Open-Source-Lösungen im Office- und Groupware-Bereich verdient sie Ihr Geld mit Support- und Netzwerk-Dienstleistungen.

Window Manager

Beim Wechsel in den Grafikmodus (X Window) gibt es zunächst nur ein graues Muster und die Möglichkeit, Zeichen oder Bilder auf den Schirm zu werfen. Erst ein Window Manager bringt etwas Farbe ins graue Leben der Unixwelt und ermöglicht das Starten und Schließen, das Vergrößern und Verkleinern sowie das Verschieben von Anwendungsfenstern. Er schafft auch erst die Fensterrahmen.

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