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Die Nadel im Datenhaufen

Dateien finden leicht gemacht mit den richtigen Tools

01.08.2000 Wie in den letzten Heften wollen wir Ihnen auch in dieser Ausgabe beim Umstieg von Windows auf Linux helfen. Viele Anwender haben sich bereits unter Windows ein fundiertes Wissen angeeignet und wollen unter Linux nicht mehr bei Null anfangen. Diesmal stellen wir Ihnen die verschiedenen Dateisuchprograme vor.

Sie haben den Geschäftsbericht auf der Festplatte verlegt, und die Vorstandsversammlung naht? Der 90. Geburtstag der Großmutter steht vor der Tür, und die selbst gedichteten Zeilen sind in den Dokumentenverzeichnissen nicht mehr aufzufinden? Unter Linux ist das Aufspüren mit den richtigen Tools ein Kinderspiel. Bereits in der ersten Ausgabe (06/2000) haben wir uns mit dem Befehl find auf der Kommandozeile beschäftigt. Diesmal dreht sich alles um Hilfsprogramme mit einer grafischen Oberfläche. Wir vergleichen die Datei/Ordner-Suchfunktion von Windows mit dem KDE-Programm KFind sowie mit Gnome-Find.

Mehr Parameter

Allen Suchprogrammen gemeinsam ist, dass sie die Suche mit verschiedenen Parametern eingrenzen. Wichtige Parameter sind natürlich der Name und der vermutliche Speicherort. Aber auch das Datum der letzten Änderung kann als Kriterium angegeben werden. Je mehr dieser Fakten bekannt sind, desto mehr grenzt sich die Suche ein. Das bedeutet, dass das Suchergebnis nicht soviele Treffer enthält wie bei einem allgemeineren Suchkriterium. Die drei Programme stellen dem Benutzer sowohl eine Menü- als auch eine Symbolleiste zur Verfügung. Damit lassen sich einfache Aktionen schnell ausführen.

Unter Windows ist die Suchfunktion direkt in das Startmenü integriert: Unter dem Menüpunkt Suchen befindet sich der Unterpunkt Datei/Ordner. Ein Klick darauf öffnet ein Dialogfenster (Abbildung 1)

Abbildung 1

Abbildung 1: Dateien suchen unter Windows

In der ersten Zeile wird der Name der Datei eingegeben; in der zweiten der Pfad, das heißt: In diesem Verzeichnis findet die Suche statt. Über die Option Unterverzeichnisse lassen sich die darunter liegenden Verzeichnisebenen gleich mit durchsuchen.

Der Karteikartenreiter Datum/Zeit ermöglicht eine Einschränkung, indem Sie den vermutlich letzten Tag bzw. die Uhrzeit der letzen Speicherung angeben. Ein weiterer Kartenreiter mit der Bezeichnung Erweitert führt zu einem Dialog, in dem sie Dateityp und -inhalt wählen.

Das Ergebnis der Suche wird in einem erweiterten Fenster unterhalb der Suchkriterien eingeblendet. (Abbildung 2) Dort stehen die Dateien mit dem kompletten Pfad, Dateigröße und Zugriffszeit. Ein Klick mit der rechten Maustaste öffnet ein Kontextmenü zu einer markierten Datei.

Abbildung 2

Abbildung 2: Suchergebnisse unter Windows

Nicht immer können Sie sich an den vollständigen Dateinamen erinnern. Kein Problem – ein Fragment in Verbindung mit einem Wildcard liefert meistens schon ein Ergebnis. Als wildcard benutzen die Programme das Fragezeichen (?) und den Stern (*). Besonders unter Linux kann der Einsatz dieser Platzhalter sehr hilfreich sein, wie Sie noch sehen werden.

Noch mehr Parameter

Wie sieht es unter Linux aus? Als ein Unix-Betriebssystem ist es case-sensitive. Die Dateinamen gedicht.txt und Gedicht.txt sind für Linux nicht identisch. Sowohl KFind als auch Gnome-Find reagieren deshalb dementsprechend, wobei die Option case sensitive bei Gnome-Find abstellbar ist. Windows ist grundsätzlich nicht case-sensitive; die Suchfunktion kann aber entsprechend eingestellt werden.

Suchen Sie nun nach einer bestimmten Datei, ohne zu wissen, ob Sie den ersten Buchstaben groß oder klein geschrieben haben, dann versuchen Sie einen Durchlauf mit dem Muster "[pP]" (z. B.) am Anfang.

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LinuxUser 05/2014

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