Durchblick im Begriffsdschungel
Basiswissen ISDN
Telefonieren und trotzdem 24 Stunden online sein
Ob diese Art der D-Kanal-Nutzung eine ausreichende Nachfrage finden wird, hängt auch davon ab, wie schnell in Europa die Preise von Flatrates für Standardverbindungen fallen. Denn immer mehr Provider bieten zu immer besseren Konditionen eine Rund-um-die-Uhr-Internetverbindung zu monatlichen Festpreisen an. 24 Stunden online zu sein ist ja schön und gut. Aber der eine oder die andere wird sicher das Bedürfnis haben, seinen bzw. ihren Telefonanschluss auch hin und wieder als solchen zu nutzen. Wenn Sie Ihren ISDN-Anschluss auch für andere Kommunikationsmedien als den Computer einsetzen wollen, bietet ISDN eine clevere Alternative an. Mit DSL (Digital Subscriber Line) existiert nämlich eine Möglichkeit, mehrere Kommunikationsgeräte gleichzeitig zu benutzen. In Deutschland ist bisher die ADSL-Variante verfügbar. Das 'A' steht hierbei für Asynchronous (= asynchron). Asychron deshalb, weil die Up- und die Downstream-Bandbreiten verschieden groß sind. Ein ADSL-Anschluss der Deutschen Telekom etwa verfügt über 768 kbit/s (ca. 96 KB/s!!) Downstream (12 x ein Kanal bei ISDN) und 128 kbit/s (ca. 16 KB/s) Upstream (2 x ein Kanal bei ISDN).
… und noch ein paar Begriffe
Für ISDN-Neueinsteiger stellen sich die ersten Hürden oft schon im Begriffsjargon der diversen Handbüchern und Software-Dokumentationen ein. Bei der Konfiguration Ihrer ISDN-Karte werden Sie zunächst zur Eingabe einer oder mehrerer MSN aufgefordert. MSN ist die Abkürzung für Multiple Subscriber Number (auf Deutsch: Mehrfachrufnummer). An einem ISDN-Anschluss existieren mindestens drei solcher MSNs, die Sie beliebig Ihren Endgeräten (Telefone, Faxgeräte, PCs) zuweisen können. Es ist auch möglich, einem Endgerät mehrere MSNs zuzuweisen. Der in Deutschland übliche ISDN-Standard ist Euro-ISDN. Bei der ISDN-Konfiguration sollten Sie daher im Normalfall immer Euro-ISDN einstellen.
Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, sich ein Home-Office einzurichten, werden Sie womöglich von Ihrer Firma gebeten, bei Beantragung des ISDN-Anschlusses die Rufnummernübermittlung freischalten zu lassen. Damit erkennt das Empfängergerät die Rufnummer des Anrufers. Auf diese Weise können Sie etwa das Firmennetz von zu Hause aus mit Ihrem PC anwählen. Hat der Firmenrechner Ihre Rufnummer erkannt, trennt er die Verbindung und ruft Sie automatisch zurück. Die Firma übernimmt dann für Sie die Verbindungskosten.
KISDN listet übrigens bei Bedarf auch die gesendeten und die empfangenen Steuerbefehle auf, die über den oben erwähnten D-Kanal laufen. Für die meisten Benutzer dürfte dies jedoch eher weniger von Belang sein.
Zu guter Letzt möchte ich Ihnen noch erklären, was sich hinter dem Begriff NTBA verbirgt. Ausgesprochen heißt diese Abkürzung Network Terminator (Netzwerkabschluss) Basis-Anschluss. Dieses kleine Netzabschlussgerät ist an einem ISDN-Anschluss zwingend erforderlich. Es bildet die Schnittstelle zwischen dem ISDN-Netz der Telefongesellschaft und den eigenen Endgeräten. Das NTBA ist sozusagen die 'ISDN-Telefondose', die an der üblichen Dose angeschlossen ist und an der alles Weitere angeschlossen wird.
Ich hoffe, Ihnen mit meiner kleinen Einführung in die Begriffswelt etwas weitergeholfen zu haben. Weitere Informationen zu ISDN und Linux finden Sie in dieser Heftausgabe und unter http://www.isdn4linux.de bzw. http://www.kisdn.de.



