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Durchblick im Begriffsdschungel

Basiswissen ISDN

01.08.2000 "Wozu brauchst Du denn ein Modem? Hast du kein ISDN!" Derartiges hört man immer öfter, wenn es um das Thema Internet geht. Aber was verbirgt sich hinter diesen vier mysteriös klingenden Buchstaben eigentlich genau?

Analog oder digital?

ISDN ist die Abkürzung für Integrated Services Digital Network (auf Deutsch: Digitales Netzwerk mit integrierten Diensten). Was verbirgt sich nun konkret dahinter? Der Hauptunterschied zum herkömmlichen Telefonanschluss verbirgt sich hinter dem `D' für Digital. Bei einem 'normalen' Telefonanschluss läuft die Übertragung der Sprache analog ab. Dabei spricht man in ein Mikrofon, das die Schallwellen der Stimme in elektromagnetische Wellen umwandelt. Am anderen Ende der Leitung werden diese dann vom Lautsprecher des Telefonhörers wieder in Schallwellen umgewandelt. Auf diese Weise funktioniert im Prinzip ein analoges Telefon. Bei ISDN sieht das ein bisschen anders aus: Am Anfang steht natürlich auch hier wieder das Mikrofon, in diesem Fall natürlich des ISDN-Telefons. Die aufgefangenen Schallwellen werden vom ISDN-Telefon jedoch digitalisiert, d. h. sie werden in einen binären Code (mit den Zuständen 0 oder 1) übersetzt, der dann auch von PCs interpretiert werden kann. Lieder auf einer Musik-CD sind in ähnlicher Weise elektronisch kodiert. Nachdem die digitalen Daten durch das Telefonnetz auf die Empfängerseite gelangt sind, werden sie wieder dekodiert und schließlich in vom Menschen hörbare Schallwellen zurückverwandelt.

Vorteile von ISDN

Der größte Vorteil dieser Übertragungsart ist, dass im Gegensatz zu rein analogen Übertragungsverfahren nahezu kein Qualitätsverlust mehr auftritt. Bei einer Festnetzverbindung gibt es in der Regel keine Übertragungsprobleme, so dass exakt der digitale Code beim Empfänger ankommt, der vom Sendergerät abgeschickt wurde. Wie beim analogen Übertragungsverfahren kann jedoch auch bei ISDN-Verbindungen das Problem auftreten, dass bei langen Leitungen das elektronische Signal schwächer wird. Deshalb setzt man Verstärker ein, die die Signale in schwacher Form empfangen und entsprechend der Entfernung zum nächsten Verstärker in höherer Signalstärke weiterleiten. Bei analoger Übertragung gibt es dagegen praktisch immer stärkere und schwächere Signale. Es besteht dort also die Gefahr, dass leisere Komponenten während der Übertragung völlig verlorengehen. In digitaler Form ist die Übertragungsstärke dagegen unabhängig von der Sprechlautstärke des Absenders. Das Sendesignal wird einfach immer wieder verstärkt, bis es das ISDN-Gerät des Empfängers erreicht hat. Es ist bei digitaler Übertragungsart also egal, ob man mit dem Nachbarn oder mit dem Bekannten in Australien telefoniert. Man wird immer die gleiche Sprachqualität erhalten. Die Telefonnetze verwenden heutzutage nahezu durchgehend digitale Übertragungsverfahren. Da dadurch auch bei einem analogen Telefonanschluss nur noch der kurze Weg vom eigenen Telefon bis zur Vermittlungsstelle der Telefongesellschaft analog verläuft, bemerkt man hinsichtlich der Sprachqualität zwischen einem analogen und einem digitalen Telefon praktisch keinen Unterschied mehr. Sie können sich vielleicht noch daran erinnern, dass man früher an der Wiedergabequalität erkennen konnte, ob es sich um ein Ferngespräch oder ein Ortsgespräch handelt. Die Qualität eines Ortsgesprächs war deutlich besser.

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LinuxUser 03/2012

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