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Assistenten für das Surf-Vergnügen

Vier Download-Manager kurz vorgestellt

01.07.2000 Das Internet bietet gerade für Linux-Freunde einen fast unerschöpflichen Software-Pool mit (meist) kostenlos herunterladbaren Programmen. Um überschüssige Bandbreiten parallel zum WWW-Surfen (kosten-) effizient zu nutzen und Download-Vorgänge sinnvoll zu organisieren, bietet sich insbesondere für Nutzer eines kostenpflichtigen Wählzugangs der Einsatz eines Download-Managers an. LinuxUser stellt Ihnen in diesem Artikel vier aktuell unter Linux kostenlos erhältliche Download-Manager vor und zeigt deren Stärken und Schwächen im Alltagseinsatz auf.

Ist es Ihnen nicht auch schon mal passiert, dass Sie extra eine halbe Stunde länger online geblieben sind, um das Ende des Downloads einer größeren Datei abzuwarten, und sich dann unheimlich geärgert haben, weil die Verbindung kurz vor Abschluss des Datentransfers zusammengebrochen ist? Oder gehen Ihnen hin und wieder die vielen Fenster auf den Geist, die Ihr Browser nur aufgrund angestoßener Software-Downloads erzeugt und aus denen nur selten auf einen Blick ersichtlich wird, wie weit der jeweilige Download-Vorgang bereits fortgeschritten ist? Wenn Sie Übersicht, Ordnung und (Kosten-) Effizienz in Ihre Download-Aktivitäten bringen möchten, dann dürfte für Sie einer der im folgenden vorgestellten Download-Manager genau das Richtige sein. Unter den vorgestellten Download-Managern befinden sich übrigens auch zwei Programme (KWebGet und WebDownloader), die sich für sogenannte rekursive Downloads eignen. Darunter versteht man das Spiegeln bzw. Duplizieren einer kompletten (oder partiellen) Website auf dem eigenen Rechner.

Caitoo

Caitoo in Vollbilddarstellung und mit minimierter "Drop Target"-Hand

Ausführliche KDE-Online-Hilfe und Caitoo als Dock Widget unten rechts in der KDE-Kontrollleiste

Caitoo ist ein Projekt, das im Rahmen des KDE-Projekts entwickelt wird und in der aktuellen Version 0.6.6 bereits einen recht brauchbaren Eindruck hinterlässt. Die wichtigsten Funktionen, die ein Download-Manager unbedingt mitbringen sollte, sind bereits implementiert. Besonders positiv fällt auf, dass sich das Programm bei Bedarf als "Dock Widget" (in Gestalt einer ausgestreckten Hand) in die KDE-Kontrollleiste integrieren lässt und damit jederzeit aus anderen KDE-Anwendungen oder Netscape heraus per Drag & Drop den Auftrag erhalten kann, entfernte Dateien herunterzuladen. Alternativ besteht aber auch die Möglichkeit, zuvor in die Zwischenablage kopierte URLs mit der Tastenkombination [Strg+V] oder dem Caitoo-Menüpunkt Datei/Tranfer öffnen (URL von der Zwischenablage holen) zum Datei-Transfer vorzubereiten. Caitoo kennt drei verschiedene Übertragungsmodi: in Reihe, nach Zeitplan und verzögert. Wird in Reihe gewählt, überprüft Caitoo, ob die vom Benutzer definierbare Anzahl der maximal offenen Übertragungen bereits überschritten ist. Die Übertragung beginnt, sobald für die zu übertragende Datei aufgrund eines abgeschlossenen Vorgängerauftrags eine Übertragungsmöglichkeit eröffnet worden ist. Im Zeitplan lässt sich Datum und Uhrzeit des Downloads exakt festlegen. Sehr sinnvoll ist auch die Möglichkeit, die Netzverbindung (und bei Bedarf auch Caitoo selbst) nach vollendetem Download-Auftrag beenden zu können. Der Reiter Automatisierung des Menüpunkts Einstellungen/Einstellungen enthält zahlreiche Optionen für den Verbindungsabbruch nach bestimmten Ereignissen. Die Autoren planen in weiteren Versionen u. a. die Implementation bisher noch fehlender Features wie "ftp search" (Suche nach alternativen ftp-Servern) und eine Bandbreiten-Begrenzung für Downloads.

Insgesamt kann Caitoo – abgesehen von ein paar kleineren grafischen Darstellungsfehlern im Einstellungs-Menü – bereits im derzeitigen Entwicklungsstadium vor allem durch seine intuitive Bedienbarkeit (KDE) und die saubere Integration der wichtigsten Funktionen überzeugen. Es bleibt abzuwarten, welche Features vom Entwicklerteam als nächstes integriert werden. Ein gelegentlicher Blick auf die Homepage des Projekts könnte sich also durchaus für Sie lohnen.

GTransferManager

Direkte URL-Eingabe beim GTransferManager

Schade: Deutsches und englisches Sprachenkauderwelsch und eine geringe Funktionalität stellen den GTransferManager etwas ins Abseits

Um GNOME – unter Linux die Desktop-Alternative zu KDE – ist es in letzter Zeit etwas stiller geworden. GTranferManager setzt auf der hübschen gtk-Bibliothek von GNOME auf und lockt mit seinem vielversprechenden Namen zum Download. Leider wurden – im Vergleich zu den anderen hier vorgestellten Download-Managern – bisher nur recht wenige Funktionen integriert. Zum derzeitigen Stand des Projektes fehlen sowohl wichtige Download-Optionen wie Resume/Reget als auch typische Management-Funktionen wie Zeitplaner oder Protokollierung. Einziger interessanter Ansatzpunkt ist die CORBA-Schnittstelle, von der Sie als normaler Anwender aber momentan kaum profitieren dürften.

Aus unserer Sicht erscheint der GTransferManager im derzeitigen Entwicklungsstadium für einen sinnvollen Einsatz als Download-Manager nur bedingt geeignet. Mal sehen, wie sich das Projekt weiterentwickeln wird…

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LinuxUser 06/2012

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