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Entwicklungshilfe für's WWW

Übersicht: aktuelle HTML-Editoren unter Linux

01.07.2000 Wer kleinere Webprojekte unter Linux verwirklichen wollte, musste sich unter Linux lange Zeit mit gewöhnlichen Texteditoren begnügen. Neidisch richteten sich daher die Blicke auf die Windows-Welt, in der schon seit längerem eine Vielzahl von (allerdings oft kommerziellen) Helfertools für die Webseitenerstellung existieren. Doch Rettung ist in Sicht: dieser Artikel erklärt kurz, worauf Sie bei der Erstellung eigener Webseiten achten sollten und gibt einen Überblick über einige unter Linux verfügbare aktuelle HTML-Editoren.

WWW - Will Wissen Wie

Das World Wide Web ist in den letzten Jahren zum Synonym für das Internet schlechthin geworden, obwohl es in Wirklichkeit nur einer von mehreren Internetdiensten ist. Ein Hauptgrund für die gewaltige Expansion des WWW in den letzten Jahren ist sicherlich die Tatsache, dass es auch für Informatiklaien möglich ist, nach einer kurzen Einarbeitungszeit ansprechende Webseiten zu erstellen und kostengünstig ins Netz zu stellen. Einen wichtigen Beitrag zur Vereinfachung der Webseitenerstellung leisten dabei sogenannte HTML-Editoren. Wir möchten Sie in diesem Artikel zunächst einmal mit den grundlegenden Konzepten vertraut machen, die hilfreich sind, um sich schnell im Fachjargon der WWW-Entwicklerszene zurechtzufinden. Im Anschluss daran stellen wir Ihnen dann sechs aktuelle HTML-Editoren unter Linux vor, die nicht nur den interessierten Anfängern unter Ihnen den Einstieg in die Webseitenerstellung erleichtern dürften, sondern auch für fortgeschrittenere Webentwickler einige interessante Features bereit halten.

Vorüberlegungen für die eigene Webpräsenz

Wer selbsterstellte Webseiten im WWW veröffentlichen will und keinen eigenen Webserver (zum Beispiel apache) mit Standleitung zum Internet betreibt, muss sich zunächst einmal um einen sogenannten Internet Presence Provider (IPP) kümmern, der die Webseiten kostenlos oder gegen (ein möglichst geringes) Entgelt für die gesamte Netzwelt zugänglich auf seiner Festplatte speichert (Webspace-Provider) bzw. darüberhinausgehende Dienste anbietet (Webhoster). Viele große Internet Service Provider(ISP: zum Beispiel T-Online oder AOL) locken auch mit derartigen Angeboten. Sie sollten aber genau auf das Preis-/Leistungsverhältnis achten. Folgendes ist bei der Wahl des Webspace-Providers besonders wichtig: Wie viel "Webspace" (Festplattenplatz) wird zur Verfügung gestellt? Wie viel "Traffic" (Transfervolumen von/zum Webserver) ist kostenlos? Welche Zusatz-Features sind bereits im Preis enthalten (zum Beispiel Anzahl der zur Verfügung gestellten Email-Adressen, eigener Domaineintrag)? Eine deutschsprachige Einstiegsseite zum Thema Webhosting finden Sie zum Beispiel unter [1].

Web-Applikationssprachen: Client-Side vs. Server-Side

Je nach Art und vom Webmaster vorgenommener Konfiguration unterscheidet sich das Leistungsspektrum eines Webservers zum Teil erheblich. Von der Wahl des Webspaceproviders hängt daher auch ab, ob und wenn ja, welche "Server-Side"-Websprachen Sie ggf. für Ihr Webprojekt einsetzen können. Man unterscheidet im Fachjargon zwischen "Server-Side" (hier: auf dem Webserver des Providers laufend) und "Client-Side" (hier: auf dem WWW-Browser des WWW-Surfers laufend). Eine weit verbreitete (aber unter Sicherheitsaspekten gefürchtete) "Client-Side"-Websprache ist Javascript der Firma Netscape. Wenn Sie häufiger im WWW surfen, sind Sie sicherlich schon mit Javascript-Meldungen Ihres Browser konfrontiert worden. Javascript erweitert die Funktionalität von Webseiten um dynamische Elemente. Doch es gibt Grenzen von "Client-Side"-Websprachen, etwa wenn man als Anbieter einer Website Benutzerangaben (des WWW-Surfers) auf Server-Seite speichern (Stichwort: Datenbankanbindung) oder weiterverarbeiten (Stichwort: Auswerten von Formulardaten) möchte. Hier kommen dann in der Regel die "Server-Side"-Webapplikationssprachen ins Spiel. In einfacheren Fällen genügt noch das sogenannte Common Gateway Interface (CGI)[2] - meist im Zusammenspiel mit der plattformübergreifenden Interpretersprache Perl. Bei komplexeren "Server-Side"-Programmen greift man inzwischen aber häufig zu leistungsfähigeren und komfortableren Lösungen wie das freie PHP (PHP Hypertext Preprocessor [3]), das kommerzielle Cold Fusion von Allaire [4] (separater Applikations-Server), das Windows-spezifische Active Server Pages (ASP) von Microsoft oder die (zum Teil ebenfalls kostenpflichtigen) Java Server Pages bzw. Java Servlets der Firma Sun [5]. Wenn Sie also eine dieser "Server-Side"-Webapplikationssprachen bei Ihrem Webauftritt verwenden möchten, dann sollten Sie zunächst Ihren (potentiellen) Internet Presence Provider danach fragen, ob Sie diese auf seinem Webserver überhaupt ausführen können.

Zum Einstieg HTML

Die Basissprache des WWW ist die Hypertext Markup Language (HTML). Wie der Name bereits erahnen lässt, gehört HTML zur großen Sprachfamilie der Markup-Sprachen, im Deutschen auch Auszeichnungssprachen genannt. Weitere - in Zukunft möglicherweise noch stärker an Bedeutung gewinnende - Markup-Sprachen sind SGML (die Mutter), XML (ein eingeschränktes SGML) und neuerdings auch xhtml (eine Art Zwitter aus XML und HTML). HTML besteht im wesentlichen aus sogenannten "Tags" - genauer: Starttags und Endtags -, die jeweils die Umgebung (englisch: Environment) des eigentlich darzustellenden Wortes oder Textabschnitts bilden. Diese Tags werden jeweils mit einem > eingeleitet und mit einem > (>/ beim Endtag) beendet. Also zum Beispiel:

<a href="index.html">Startseite</a>

Wie sie an diesem Beispiel bereits sehen (href="..."), kann man innerhalb solcher Tags bereits vordefinierten "Attributen" (Eigenschaften) mit einem Gleichheitszeichen individuelle Werte zuweisen. Soviel zunächst einmal zum allgemeinen Aufbau von HTML.

Damit Sie nachträglich keine bösen Überraschungen (zum Beispiel Darstellungsfehler oder gar Nichtlesbarkeit der eigenen Homepage auf anderen Browsern) erleben, müssen Sie sich zunächst vergegenwärtigen, welche Zusammenhänge es zwischen der Entwicklung von Internet-Browsern einerseits und der Entwicklung von HTML andererseits gibt: In den Anfängen des Internet gab es nur wenige Softwarehersteller, die die zum Lesen von HTML-Seiten erforderliche Browser-Software angeboten haben. Diese Firmen - namentlich vor allem Netscape (Navigator) und Microsoft (Internet Explorer) - haben in den Anfängen des WWW die Erweiterung von HTML selbst in die Hand genommen, das heißt der Browser des einen Herstellers konnte HTML-Tags darstellen, die der Browser des anderen Herstellers nicht interpretieren konnte und anders herum. Inzwischen haben sich zwar die einflussreichsten Firmen des Internetzeitalters zum sogenannten W3-Consortium [9] zusammengeschlossen und entwickeln nun gemeinsam offiziell neue Webstandards (erst vor Kurzem: xhtml 1.0 als offizieller Nachfolger von HTML 4.0).

Dennoch sind auch heute noch einige (browser-)herstellerspezifische Tags im Umlauf, die Sie in Ihren eigenen Webseiten auf keinen Fall verwenden sollten, es sei denn Sie nehmen in Kauf, dass all diejenigen Surfer ausgeschlossen werden bzw. mit Darstellungsfehlern leben müssen, die nicht denselben Browsertyp wie Sie selbst einsetzen.

In diesem Zusammenhang tritt hinsichtlich der eingesetzten Browser-Software noch eine weitere Schwierigkeit auf, die Sie als Webseiten-Ersteller berücksichtigen sollten. Es hat sich herausgestellt, dass eine relative lange Zeitspanne (bis zu fünf Jahre) zwischen der offiziellen Verabschiedung eines neuen HTML-Standards einerseits und der Integration in bzw. der (weltweiten) Verbreitung der dafür erforderlichen Browser-Software andererseits vergehen kann. Konkret heißt dies: Obwohl offiziell bereits xhtml 1.0 (alias HTML 5.0) vom W3C empfohlen wird, ist der defacto-Standard bei den Browsern derzeit immer noch HTML 3.2 (inclusive FRAME-TAGS), höchstens aber HTML 4.0. Ähnliche Einschränkungen gelten übrigens auch für die sogenannten Style Sheets (zentrale Definitionen für Text- und Absatzformatierungen) und die (oben bereits erwähnten) "Client-Side"-Websprachen (Javascript, ActiveX,…), zumal letztere aus Sicherheitsgründen von vielen Surfern im Browser bewusst deaktiviert werden.

Wollen Sie also sicherstellen, dass Sie nicht systematisch große Gruppen von Surfern von der Betrachtung Ihrer Webseiten ausschließen, dann sollten Sie bei der Erstellung von Webseiten nur solche Tags (und Websprachen) verwenden, die den vermutlichen Browserspezifikationen der angestrebten Zielgruppe(n) entsprechen. Können HTML-Tags vom eingesetzten Browser nicht interpretiert werden, dann werden sie im Normalfall automatisch als Kommentare interpretiert. In manchen Fällen kann man sich dieses Verhalten zunutze machen, um sowohl Browser älteren als auch Browser jüngeren Datums zufriedenzustellen. Eine nähere Ausführung solcher Tricks würde aber den Rahmen dieses Artikels sprengen. Eine sehr empfehlenswerte deutschsprachige Seite rund um HTML ist die Portalseite zu SELFHTML [10], einer weitverbreiteten, deutschsprachigen HTML-Dokumentation der Firma Teamone. Hier finden Sie auch Tips und Tricks zu weiterführenden Fragen im Umfeld Webpublishing.

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