Malen nach Zahlen
Plot-Programme unter Linux
The End
Soweit unsere kurze Einführung zu Gnuplot. Sicherlich kann dieser kurze Rundgang keinen Ersatz zur ca. 110-seitigen Dokumentation darstellen, jedoch zum besseren Verständnis der in Englisch abgefassten Beschreibung beitragen. Viele Gnuplot-Befehle, die in diesem Artikel nicht mehr ausführlich behandelt werden konnten, finden Sie, zusammen mit den anderen Befehlen, in Tabelle 3. Viele nützliche Informationen erhalten Sie ebenfalls aus den zahlreichen Beispielen, die dem Programm beigefügt sind.
Wie in der Einleitung bereits erwähnt, wollen wir am Schluss noch einen Blick auf die verschiedenen Alternativen zu Gnuplot unter X11/KDE werfen. Sie werden zwar schnell feststellen, dass keines der nachfolgenden Programme an die Fähigkeiten von Gnuplot heranreicht, aber auch den Komfort dieser GUI-Programme zu schätzen wissen. Für viele kleinere Aufgaben ist eben keine umfangreiche "Programmiersprache" wie die von Gnuplot notwendig. Da Linux in letzter Zeit immer öfter mit Windows verglichen wird, haben GUI-Programme neben Kommandozeilen-Tools sicher auch Ihre Daseinsberechtigung.
Tabelle 3: Befehlsreferenz Gnuplot
| cd | Wechselt das Arbeitsverzeichnis. Das Verzeichnis muss in Anführungszeichen eingeschlossen werden. |
| call | Der call-Befehl ist dem load-Befehl sehr ähnlich. Eine Ausnahme gibt es jedoch. Es können beim Laden bis zu 10 Parameter hinter der Datei übergeben werden. Dieses Vorgehen ist sinnvoll, wenn in einer Datei Parameter erwartet werden: Steht etwa folgende Zeile in der zu ladenden Datei: |
print "var1=$0 var2=$1 var3=$2"
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| erwartet die Datei 3 Parameter. Der call-Aufruf könnte dann so aussehen: | |
call 'datei' "Hallo" 1 2
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| Die Variablen würden folgende Werte annehmen: | |
var1="Hallo"var2=1 var3=2
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| clear | Dieser Befehl setzt das Ausgabegerät in den Standardzustand zurück. |
| exit/quit | Beenden den aktuellen Gnuplot-Befehl. Bei der Angabe von mehreren Dateien wird die Ausführung beendet und zur nächsten übergegangen. exit und quit beinhalten den clear-Befehl. |
| help | Das help-Kommando liefert die Online-Hilfe zu einem bestimmten Schlüsselwort. Das Format dieses Befehls sieht folgendermaßen aus: help [Schlüsselwort]. |
| if | Das if-Kommando ermöglicht die bedingte Ausführung eines Befehls. Folgendes Beispiel verwendet das if-Kommando, um die Zahl pi zu überprüfen. |
if (pi!=acos(-1)) print "Fixing pi!"; pi=acos(-1); print pi
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| load | Der load-Befehl dient zum Laden von Gnuplot-Skriptdateien. Die Dateien können alternativ auch beim Start des Programms als Kommandozeilenparameter übergeben werden. |
| pause | Der Befehl hat folgendes Format: pause [time] [string]. Setzen Sie für time einen Zahlenwert in Sekunden ein, für den die Programmausführung unterbrochen werden soll. Für den Platzhalter string geben Sie einen Text in Anführungszeichen an, der während der Pause ausgegeben werden soll. Bei Angabe des time-Werts -1 wird auf den Druck der Taste RETURN gewartet. |
| plot/splot | plot dient zum Zeichnen von 2D Daten- und Funktionsplots. splot hat dieselbe Funktion, mit dem Unterschied, dass 3D-Plots ausgegeben werden. |
| print gibt entweder einen Textstring oder eine Variable aus. | |
| pwd | Verhält sich genau wie der äquivalente Unix-Befehl. Gibt das Arbeitsverzeichnis aus. |
| replot | replot wiederholt den letzen plot/splot-Befehl. |
| reread | reread beginnt mit dem erneuten Einlesen der aktuellen Kommandodatei. |
| reset | Der reset-Befehl stellt alle Gnuplot-Variablen, die mit set verändert werden können, auf ihre Standardeinstellungen zurück. |
| save | Sichert Variablen, Funktionen und aktuelle set-Einstellungen in einer Datei. Um auszuwählen, was gesichert werden soll, können wahlweise die Parameter functions, var oder set zwischen Befehl und Datei angegeben werden. |
| set/show | set weist der angegebenen Variablen den gewünschten Wert zu. show gibt den aktuellen Variablenwert aus. |
ksciplot
Das Programm ist bereits in vielen aktuellen Distributionen enthalten, ansonsten finden Sie es, übrigens wie die anderen Programme dieses Artikels, auf der Website http://www.freshmeat.net . Die Bedienung ist sehr einfach, da alle Einstellungen über Dialoge vorgenommen werden können. Nach dem Start des Programms erscheint zunächst ein leeres Koordinatensystem. Um eine Funktion anzulegen, gehen Sie unter den Menüpunkt Funktionen/Neu oder drücken Sie [Strg+N]. Es erscheint ein Dialog wie in Abbildung 4 dargestellt.
Hinter f(x) können Sie jetzt die gewünschte Funktion eingeben. Der Button Farbe hält einen Auswahldialog zur Farbeeinstellung der aktuellen Funktion bereit. Unter dem Auswahlfeld Linienstil können Sie eine der folgenden Linienarten wählen:
- durchgezogen
- Striche
- Punkte
- Strich Punkt
- Strich Punkt Punkt Die Auswahl durchgezogen ist als Standard ausgewählt. Für eine Beispiel-Funktion benutzen wir folgende Einstellungen:
* f(x) = x^2
- Farbe: blau
- Linienstil: durchgezogen
Es sollte nach dem Klick auf OK ein Plot ähnlich dem in Abbildung 5 erscheinen.
In der Symbolleiste des Hauptfensters finden Sie auf der linken Seite ein Auswahlfeld der Funktionen. Mit den Tasten + und - kann durch die Liste geblättert werden. Neben dem Auswahlfeld befindet sich ein Button, der, abhängig von der ausgewählten Funktion, eine Linie enthält. Die Linie ist identisch, mit der Linie die zum Plotten der Funktion verwendet wird. Durch einen Klick auf diesen Button öffnet sich der gleiche Dialog wie beim Erstellen der Funktion. Somit können auch im Nachhinein noch Anpassungen an den Zeichnungsattributen vorgenommen werden. Anschließend folgen drei weitere Schaltflächen:
- neu – wie Menüpunkt Funktionen/Neu oder [Strg+N]
- Löschen – löscht die aktuelle Funktion
- Lupensymbol – dient zum Verkleinern des Bildausschnitts. Wollen Sie einen Auschnitt des Koordinatensystems vergrößern, ziehen Sie einfach ein Rechteck mit der Maus über die entsprechende Stelle. Es erscheint dann eine vergrößerte Darstellung dieses Bereichs.
Für Einstellungen, die das gesamte Koordinatensystem betreffen, steht Ihnen der Menüpunkt Funktionen/Übersicht zur Verfügung. Durch einen Klick auf diesen Menüpunkt erscheint ein Dialog mit 4 Unterdialogen:
- Funktionen
- Koordinaten
- Gitter
- Labels Abbildung 6 zeigt den Dialog mit dem Unterdialog Koordinaten.
Der Dialog Funktionen listet noch einmal alle eingegebenen Funktionen auf und bietet die Möglichkeit, die Funktionsattribute zu verändern sowie neue Funktionen anzulegen.
Unter der Überschrift Koordinaten ist es möglich, den Achsenbereich festzulegen, indem die minimalen und maximalen Werte für die X- und Y-Achse angegeben werden. Die Standardeinstellung beträgt in diesem Fall für beide Minimalwerte -5 und für beide Maximalwerte 5.
Das Dialogfeld Gitter bietet Anpassungen zum Gitter an. Es wird zwischen 4 verschiedenen Gitterarten unterschieden – seltsamerweise zählt auch die Achsenbeschriftung zum Gitter.
- aus – Das Gitter und die Achsenbeschriftung ist deaktiviert.
- Achsenbeschriftung – Die Achsenbeschriftung ist eingeschaltet.
- Gitter – Das Gitter wird normal mit der unter Linienstil angegeben Auswahl gezeichnet.
- Punkt – Es werden lediglich Punkte an den Koordinatenpunkten zur Orientierung gezeichnet. Weiterhin finden sich zwei Felder zur Angabe von Gitterbreite und Gitterhöhe. Schließlich kann auch noch der Linienstil, der bei der Option Gitter verwendet werden soll, ausgewählt werden. Es stehen dieselben Optionen zur Auswahl, die auch schon bei dem Erstellen von Funktionen zur Verfügung standen. Mit dem Button Farbe wird, wie sollte es auch anders sein, die Gitterfarbe festgelegt.
Das letzte Dialogfeld ist mit dem Namen Lables gekennzeichnet und bietet die Möglichkeit, Beschriftungen an bestimmten Positionen im Koordinatensystem zu platzieren. Der Button Eigenschaften öffnet einen Dialog, in dem bestehende Beschriftungen angepasst werden können. Der Button Löschen ist selbsterklärend und mit der Schaltfläche Neu öffnen Sie einen Dialog, der Ihnen das Erstellen von neuen Beschriftungstexten gestattet. In diesem Dialog müssen Sie den Labeltext und die X/Y-Position im Koordinatensystem definieren. Weiterhin haben Sie die Möglichkeit, ein kleines Kreuz am Labeltext erscheinen zu lassen.
Wie auch bei Gnuplot gibt Ihnen ksciplot die Möglichkeit, auf eine Reihe von vordefinierten Funktionen zurückzugreifen. Weitere Informationen erhalten Sie durch einen Aufruf der Online-Hilfe unter dem Help-Menü.
Leider bietet ksciplot noch nicht die Möglichkeit, den aktuellen Zustand in einer Datei abzuspeichern. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.



