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Explorer-Feelings mit dem Kruiser

Migration

01.07.2000 In der Serie "Migration" wenden wir uns an alle bisherigen Windows-Anwender, die neu in der Linux-Welt sind - trotz fundierter PC-Kenntnisse fragen diese sich oft: "Muss ich jetzt wieder bei Null anfangen?", denn zwischen Windows und Linux gibt es doch einige Unterschiede.

Die neue Rubrik hilft beim Übertragen der vorhandenen Kenntnisse: hier zeigen wir Schritt für Schritt, wie klassische Windows-Arbeiten analog unter Linux zu erledigen sind. In diesem Beitrag geht es um das KDE-Tool Kruiser, das die Funktionalität des Windows-Explorers nachbildet.

Das wichtigste vorweg: Wer lange Jahre mit dem Explorer von Windows 9x oder NT gearbeitet hat, stört sich gelegentlich daran, dass die diversen Dateimanager, die für Linux erhältlich sind, anders zu bedienen sind – hier schafft der Kruiser (früher KExplorer genannt) Abhilfe.

Installation

Da der Kruiser nicht in den Standard-KDE-Paketen enthalten ist, müssen Sie vor dem ersten Einsatz die Quelltexte von der Heft-CD installieren – Sie finden das Programm im Verzeichnis LinuxUser/kruiser/ der CD. Falls Sie eine aktuellere Version suchen möchten: die Homepage des Kruiser-Projektes ist http://devel-home.kde.org/~kruiser/; die aktuelle Version 0.4 liegt auf einem FTP-Server unter ftp://khnopff.emic.ucl.ac.be/pub/kruiser/distributions/kruiser-0.4.tar.gz.

Nach dem Download des Paketes wechseln Sie in ein geeignetes Installationsverzeichnis (zum Beispiel /usr/local/src/) und entpacken dort das Paket – dazu sind Administratorrechte notwendig, so dass Sie zunächst mit dem su-Befehl zu root werden müssen:

[esser@dual ~]$ su -
Password: *****
[root@dual ~esser]# cd /usr/local/src
[root@dual src]# tar xzf /tmp/kruiser-0.4.tar.gz

Der letzte Befehl entpackt das Quelltext-Archiv – hier gehen wir davon aus, dass sich das Kruiser-Paket im Verzeichnis /tmp befindet; anderenfalls setzen Sie hier bitte den korrekten Pfad (zum Beispiel /mnt/cdrom/LinuxUser/kruiser/) ein. In den nächsten drei Schritten werden nun die Sourcen (also die Quelltext-Dateien) konfiguriert und übersetzt, und die fertigen Programmdateien werden an die geeignete Stelle installiert:

[root@dual src]# cd kruiser-0.4
[root@dual kruiser-0.4]# ./configure
...
[root@dual kruiser-0.4]# make
...
[root@dual kruiser-0.4]# make install

Programm starten

Unter KDE können Sie das Programm nun nach einem Neustart des Panels (Kontrolleiste | Neu starten) über die Startleiste aufrufen: Sie finden den Kruiser unter dem Eintrag Dienstprogramme | KDE Explorer (Abb. 1).

Abbildung 1: Kruiser über KDEs K-Menü starten – aus historischen Gründen unter dem Namen KDE Explorer

Wenn nun das Programm make aufgerufen wird, findet es im Makefile Anweisungen, wie aus den Quelltexten das fertige und ausführbare Programm zu erzeugen (make: herstellen) ist. Das anschließende make install kopiert die neuen Programmdateien dann an passende Stellen im System, also zum Beispiel Hilfedateien nach /usr/man, eine Konfigurationsdatei nach /etc und das Programm selbst /usr/bin.

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Infos zum Autor

Hans-Georg Eßer

Hans-Georg Eßer

Hans-Georg Eßer ist Chefredakteur der Zeitschrift EasyLinux, Doktorand an der Uni Erlangen-Nürnberg und seit Mitte der 90er begeisterter Linux-Anwender.


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