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Nicht ganz ohne

Jo´s alternativer Desktop

01.07.2000 Wie Ihr Linux-Desktop aussieht, bestimmen allein Sie. Mit deskTOPia nehmen wir Sie regelmäßig mit auf die Reise ins Land der Window-Manager und Desktop-Umgebungen, stellen Nützliches und Farbenfrohes, Hingucker und hübsches Spielzeug vor. Nachdem die letzten beiden Artikel den einfachen Window-Manager wmxim heimischen Desktop integrierten, folgt nun der Aufbau eines eigenen Desktops ganz ohne GNOME oder KDE.

Nicht jeder hat Systemressourcen im Überfluss, und wer dennoch nicht geizen muss, ist vielleicht nicht bereit, diese an ein Desktop-Environment wie KDE oder GNOME zu verfüttern. Viele wissen vermutlich auch nicht, dass sie ganz ohne KDE oder GNOME ebenso gut, wenn nicht sogar besser bedient sein könnten – Anwendungen gibt es genügend. Ebenso kann (fast) jede KDE- oder GNOME-Applikation unter jedem Window-Manager betrieben werden – das zugehörige Environment muss hierzu nicht gestartet sein. Ein einfacher Window-Manager kann eine gute und ressourcenschonende Alternative zu den Desktop-Umgebungen sein.

Schwarz-grau gepunktet? Nein danke.

Einige Window-Manager sind in der Lage, mit eigenen Tools einen Desktop-Hintergrund zu setzen – der zuletzt vorgestellte wmx gehört nicht dazu. Nach dem Start bleibt der Desktop im Standard-Look von X: grau-schwarz gepunktet. Die einfachste Lösung, dem Missstand entgegen zu treten, ist mittels xsetroot eine einfache Farbe zu setzen. Viele mögen einfaches Schwarz:

xsetroot -solid black

Über die möglichen Farben informiert das Tool xcolorsel – fehlt der gewünschte Farbton, kann mit den z. B. von Web-Seiten bekannten Farbwerten im 8-bit-Hexadezimal-Code nachgeholfen werden:

xsetroot -solid "#102040"

xsetroot kann jedoch allerhand mehr, und wer es genau wissen will, ruft einmal "xsetroot --help" [!!!!!!!!!! ZWEI MINUS-ZEICHEN VOR "help" !!!!!!!!] auf oder konsultiert gar dessen Man-page (man xsetroot).

Hokuspokus

Problematisch – wenngleich nicht unmöglich – wird es mit xsetroot, wenn Grafiken auf den Desktop sollen. Hier eignet sich das Tool display des Paketes ImageMagick deutlich besser, das wohl jeder Distribution beiliegt, und das die meisten Anwender sicher bereits installiert haben. Dieses stellt per Default jede Grafik als "Tile" (Kachel) dar – ist die Grafik also kleiner als der Desktop, so erscheint sie mehrmals:

display -window root Grafik

Soll diese Grafik nun zentriert und alleine in die Mitte, so eignet sich hierfür die Option "-backdrop":

display -backdrop -window root Grafik

Um nun eine Grafik als Vollbild bzw. beliebig gezoomt dargestellt zu bekommen, gibt es die Option "-geometry". Im folgenden Beispiel wird eine beliebig große Grafik mit 1280x1024 Pixel angezeigt:

display -geometry 1280x1024! -window root Grafik

(Das Ausrufezeichen hinter 1280x1024 ist kein Schreibfehler…) display kann noch einiges mehr – nachzulesen mittels "man display".

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LinuxUser 03/2012

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