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Geräte und Verbindungen

Dr. Linux

01.07.2000 Komplizierte Organismen, wie Linuxsysteme es nun einmal sind, haben so ihre ganz eigenen Wehwehchen. Dr. Linux beobachtet die Patienten in den Linux-Newsgruppen, stellt an dieser Stelle Rezepte für aktuelle Probleme aus und alternative Heilmethoden vor.

Geräte, Geräte

Ich habe das Verzeichnis /dev aufgelistet und dabei im Berechtigungsfeld für die Zugriffsrechte die Buchstaben b und c gefunden:

user$ ls -al
brw-rw-rw-   1 root     disk       2,  40  Dec  6 23:26 fd0h1440
brw-rw----   1 root     disk      14,   1  Dec  6 23:26 dos_hda1
crw-rw----   1 root     uucp       4,  64  Apr 22 16:22 ttyS0
crw--w--w-   1 root     root       4,  65  Apr 22 16:10 ttyS1

Sind das noch Zusatzrechte?

Dr. Linux: Der erste Buchstabe der Auflistung gehört noch nicht zu den Schreib-, Lese- und Ausführbarkeitsrechten, sondern gibt den Typ der Datei an. Bei den Dateien in /dev handelt es sich dabei um spezielle Dateien, über die man die Hardware seines Systems anspricht.

Steht als erstes Zeichen in der Zeile ein b, so haben Sie es mit einem sogenannten Block-Device oder blockorientierten Gerät zu tun. Das ist in der Regel eine Festplatte oder Floppy oder eine Partition. Alle Daten werden blockweise auf das Gerät geschrieben und von dort gelesen, wobei das Gerät bestimmt, wie groß diese Blöcke sind. Auf blockorientierte Geräte können Sie wahlweise zugreifen, indem Sie sie mit dem mount-Befehl in den Dateibaum ein- und mit umount später wieder aushängen.

Die Kennzeichnung c bezeichnet ein Character-Device oder zeichenorientiertes Gerät. Ein solches wird sequentiell (der Reihe nach) gelesen und geschrieben, d.h., die Ein- und Ausgaben können byteweise erfolgen. Eine serielle Schnittstelle ist zum Beispiel ein zeichenorientiertes Gerät.

Beachten Sie bei diesen "Spezialdateien" auch den Bereich, in dem normalerweise die Dateigröße enthalten ist. Hier finden Sie stattdessen zwei durch Komma getrennte Werte. Beim ersten handelt es sich um die major device number, beim zweiten um die minor device number.

Greift ein Programm/Befehl auf eine Gerätedatei zu, wird dem Kernel diese Anforderung in Form der beiden Gerätenummern übergeben. Der Major-Wert bezieht sich normalerweise auf einen bestimmten Treiber des Kernels, der Minor-Wert auf das Gerät, auf das der Treiber nun zugreifen soll. Deshalb haben alle Gerätedateien für die serielle Schnittstelle den gleichen Major-Wert, aber unterschiedliche Minor-Nummern.

Kurz gefasst benutzt der Kernel die Major-Nummer, um die Anforderung dem zuständigen Treiber zu übergeben, dieser wiederum braucht die Minor-Nummer, um festzustellen, welches Gerät er benutzen soll. Es gibt ein paar Ausnahmen, aber über die stolpert man als normalsterbliche Linuxnutzerin im Allgemeinen nicht.

Befehle auf einen Schlag

Ich möchte gern anfangen, auch die Linux-Konsole zu nutzen, aber ich vergesse immer die komplizierten Dateinamen und Befehle. Kann ich nicht irgendwo ein Menü dafür abrufen?

Dr. Linux: Öffnen Sie ein Kommandozeilenfenster auf Ihrer grafischen Oberfläche. Wenn Sie hier als Shell die /bin/bash benutzen (falls Sie unsicher sind, überprüfen Sie das mit dem Befehl

user$ echo $SHELL

), drücken Sie zweimal die Tab(ulator)-Taste und beantworten die Frage

Display all 1607
 possibilities? (y or n)

mit y. Sie erhalten so eine umfangreiche Übersicht mit Befehlen bzw. Programmen.

Die Kommandozeilenfenster auf Ihrer grafischen Oberfläche sind oft so vorkonfiguriert, dass Ihnen hier ein Rollbalken zum "Blättern" bereit gestellt wird. Bei neueren X-Term(inal)s, wie Sie KDE oder GNOME mit bringen, findet sich meist auch ein Menü, in dem Sie einstellen können, ob Sie einen solchen Scrollbar haben wollen.

Abgesehen davon können Sie zum "Blättern" die Tastenkombination Shift+Bild hoch/Shift+Bild runter benutzen.

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LinuxUser 06/2012

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