Wer die aufwendig gestalteten Werbespots von Firmen wie AOL und T-Online im Fernsehen sieht, der könnte meinen, das Internet wäre eine Erfindung dieser Unternehmen und würde sich in erster Linie an Anwender der Microsoft-Betriebssysteme wenden. Doch weit gefehlt.
Linux gehört zur Familie der Unix-Betriebssysteme – alle Unix-Varianten haben einige grundlegende Eigenschaften wie etwa Multi-User- und Multi-Tasking-Betrieb, verwenden prinzipiell die gleiche grafische Oberfläche (das X Window System) und sind optimal für Vernetzung und Kommunikation ausgerüstet. Letzterer Punkt schließt eine Vielfalt von Client-Server-Systemen ein, wie sie auch beim Surfen im Internet oder Download einer Datei per FTP zum Einsatz kommen.
Als das Internet als – rein für militärische Zwecke konzipiertes – Arpanet seine Anfänge nahm, war Windows noch lange nicht in Sicht (und zugegebenerweise auch Unix nicht); das erste Unix überhaupt (dessen Entwicklung bereits 1969 begann) war jedoch schon auf Vernetzung und Mehrbenutzer-Betrieb angelegt.
Schaut man sich an, auf welchen Technologien das Internet basiert, dann sieht man schnell, dass Linux hier heimisch ist: TCP/IP-Unterstützung ist elementarer Bestandteil des Linux-Kernels, und eine bestehende Netzwerk-Konfiguration kann unter Linux im laufenden Betrieb problemlos geändert werden, ohne dass ein Reboot nötig wäre.
Die meist verbreitete Web-Server-Software ist Apache – ein Programm, dass für Unix-Systeme entwickelt wurde. Zwar gibt es auch eine Apache-Portierung für Windows 95/98, aber wie viele Leute lassen denn Ihren WWW-Server unter Windows 9x laufen?
“Die Zugangskonfiguration unter Linux ist zu unverständlich und schwer”, lautet ein altes Vorurteil. Tatsache ist, dass Sie mit einer aktuellen ISDN-Karte bzw. einem Modem in weniger als fünf Minuten online sind – die dafür nötige Software ist in aller Regel schon vorinstalliert (wer sie noch nicht hat, findet sie auf der Heft-CD). Und dann können Sie mit der ganzen Vielfalt der Unix-/Linux-Tools ins Internet einsteigen.
Titel-Thema Interne
Worum geht es in dieser Ausgabe?
- Zunächst mal um den Einstieg ins Netz. Wie Sie Ihr Modem konfigurieren und online gehen, zeigt der erste Artikel ab der folgenden Seite.
- Sind Sie dann online, geht es erst mal um die zwei wichtigsten Dienste: WWW und Mail. Wie diese unter Netscape eingerichtet werden, folgt auf Seite 14.
- Was Sie im Netz alles rund um Linux finden können, haben wir Ihnen im Artikel Linux Users Online ab Seite 18 zusammengestellt – dies ist der Auftakt unserer neuen Service-Rubrik gleichen Namens, in der wir Ihnen in jeder Ausgabe interessante Web-Seiten vorstellen.
- Mit Netscape große Mengen von Dateien herunterladen ist nicht das Wahre – darum haben wir verschiedene Download-Manager für Sie getestet. Der Vergleich beginnt auf Seite 26.
- WWW, Mail und FTP noch nicht genug? Speziell für KDE-Anwender ein Blick auf zwei Tools zum Lesen von Usenet-News und Chatten im IRC (Seite 29).
- Infos zum freien Tausch von Dateien finden Sie im Napster-Artikel (Seite 32) und bei dessen Nachfolgern, Gnutella & Co. (Seite 50).
- Wenn Sie jetzt noch einen eigenen Web-Server betreiben wollen, können Sie die dazu passenden HTML-Seiten mit einem der von uns vorgestellten HTML-Editoren (Seite 34) erstellen.
Und das Beste: die meisten vorgestellten Programme finden Sie natürlich gleich auf der Heft-CD, so dass es auch direkt losgehen kann.
Und ISDN?
Ah, Sie haben gar kein Modem? Auch nicht schlimm, denn in der nächsten Ausgabe (LinuxUser 08/2000) ist ISDN das Titelthema; vielleicht heben Sie diese Nummer bis dahin auf ;-)
Und nun gute Reise ins Netz!




