w3mini.gif

out of the box

Surfen in ASCII

Es gibt tausende Tools und Utilities für Linux. "out of the box" pickt sich die Rosinen raus und stellt jeden Monat ein Progrämmchen vor, das wir für schlichtweg unentbehrlich oder aber zu Unrecht wenig beachtet halten. Diesmal stellen wir den textbasierten WWW-Browser w3m vor.

Große und schwerfällige Browser für das World Wide Web (WWW) kennt man zur Genüge. Als leichtgewichtige und schnelle Alternative dazu hat sich im Linuxbereich lynxetabliert. Nur leider ist das Betrachten vieler Webseiten mit lynx nicht immer ein Vergnügen – wenn sie nämlich Framesoder Tabellen enthalten. Diese Lücke schließt w3m, ein Projekt des Japaners Akinori Ito.

Fernost-Import

Die w3m-Homepage (http://ei5nazha.yz.yamagata-u.ac.jp/~aito/w3m/eng/) hält zur Zeit zwei Versionen von w3m bereit: die Entwicklerversion 0.1.6 und die stabile Version 0.1.4. Natürlich lässt eine Null vor dem Komma nicht unbedingt auf absturz- und fehlerfreies Softwarevergnügen schließen, aber im praktischen Einsatz zeigen sich kaum Macken.

Wir holen uns die 0.1.4er Ausgabe und kompilieren sie selbst, da bei diesem Schritt einige Voreinstellungen getroffen werden können. Auf der Heft-CD finden Sie das Archiv im Verzeichnis ./LinuxUser/w3m/.

Interaktiv

Die Grundkonfiguration des w3m hängt nämlich davon ab, wie die Antworten auf ein paar Fragen des -Skripts ausfallen. Doch bevor es soweit ist, muss zuerst das Archiv mit den C-Quelltexten entpackt werden:

tar xzf /mnt/cdrom/LinuxUser/w3m/w3m-0.1.4.tar.gz
cd w3m
./configure

configure stellt nun die folgenden Fragen, die natürlich auch abweichend von den unten vorgeschlagenen Werten beantwortet werden können. Mit den angegebenen Antworten (<Return> steht für den einfachen Druck auf die Enter-Taste) sollte sich w3m jedoch problemlos auf den meisten Distributionen kompilieren lassen.

Which directory do you want to put the binary?
(default: /usr/local/bin) <Return>
Which directory do you want to put the support binary files?
(default: /usr/local/lib/w3m) <Return>
Which directory do you want to put the helpfile?
(default: /usr/local/lib/w3m) <Return>
Which language do you prefer?
  1 - Japanese (charset ISO-2022-JP, EUC-JP, Shift_JIS)
  2 - English (charset US_ASCII, ISO-8859-1, etc.)
[1]? 2 <Return>
Do you want to use Lynx-like key binding?
[n]? <Return>
Let's do some configurations. Choose config option among the list.
1 - Baby model    (no color, no menu, no mouse, no cookie, no SSL)
2 - Little model  (color, menu, no mouse, no cookie, no SSL)
3 - Mouse model   (color, menu, mouse, no cookie, no SSL)
4 - Cookie model  (color, menu, mouse, cookie, no SSL)
5 - Monster model (with everything; you need openSSL library)
6 - Customize
Which? 2 <Return>
Input your favorite editor program.
(Default: /bin/vi) /usr/bin/mcedit <Return>
Input your favorite mailer program.
(Default: /bin/mail) <Return>
Input your favorite external browser program.
(Default: /usr/bin/netscape) <Return>
Input your favorite C-compiler.
(Default: gcc) <Return>
Input your favorite C flags.
(Default: -O) <Return>
...
Which terminal library do you want to use?
(default: -lncurses) <Return>
Input additional LD flags other than listed above, if any:
: <Return>

Anstelle von /usr/bin/mcedit, dem Editor des Midnight Commanders, kann natürlich auch ein anderer Editor stehen. Wichtig ist, dass er mit seinem vollen Pfadnamen angegeben wird. Diesen ermitteln Sie mit which editorname, beispielsweise which joe.

Nachdem alles eingestellt ist, wird jetzt die eigentliche Kompilierung mit makegestartet und anschließend das Programm mit make install in den /usr/local-Verzeichnisast installiert.

make
su -   (root-Passwort eingeben)
make install
exit

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