In den letzten Jahren ist die Anzahl der erhältlichen Linux-Distributionen enorm gewachsen. Weltweit gibt es derzeit schätzungsweise 120 verschiedene Distributionen in den verschiedensten Sprachen und für die verschiedensten Hardware-Plattformen (Intel, Alpha, PowerPC, Motorola, ARM, …). Aber nicht nur quantitativ hat sich der Markt für Linux-Distributionen rasant entwickelt: Auch in qualitativer Hinsicht hat sich gegenüber der Urahnenzeit "1992 Slackware 1.0 ????" einiges getan. Musste man in den Geburtsstunden von Linux den Quelltext jedes nicht zur minimalen Betriebssystembasis gehörendenen Programmes noch umständlich selbst "kompilieren", locken heutzutage fast alle Distributoren mit Slogans wie "kinderleichte, grafische Installation" oder "besonders einfach zu erlernen" zum Kauf ihrer Produkte. Doch was verbirgt sich hinter diesen Werbeslogans? Nur leere Versprechungen oder eine wirkliche Revolution? LinuxUser hat sich einige der derzeit im deutschsprachigen Raum erhältlichen Linux-Distributionen für Sie angeschaut und hinsichtlich Installation, Erstkonfiguration und Praxistauglichkeit überprüft.

Benutzer anderer Betriebssyteme sind gewohnt, dass sich ihr Rechner bereits bei der Installation in einer optisch (zumindest einigermaßen) ansprechenden Weise präsentiert. Die Hersteller von Linux-Distributionen tragen dieser weit verbreiteten Vorliebe der PC-Benutzer in letzter Zeit vermehrt dadurch Rechnung, dass sie den Linux-Installationsvorgang durch grafische Tools verschönern und sich außerdem bemühen, die Basisinstallation soweit wie möglich zu vereinfachen. Doch auch nach dem eigentlichen Installationsvorgang müssen in der Regel noch einige Konfigurationsschritte durchgeführt und fehlende Programmpakete nachinstalliert werden. Hier können sich gerade für Einsteiger einige Probleme ergeben, die in der Vergangenheit nicht selten dazu geführt haben, dass hoffnungsvolle Linux-Neueinsteiger frühzeitig aufgegeben haben. Denn was nützt schon ein modernes 32-Bit-Multitasking-Betriebssystem, wenn die Soundkarte nicht dazu zu bewegen ist, auch nur einen einzigen Ton auszuspucken und selbst beim hunderdsten Konfigurationsversuch noch keine Internetverbindung herstellbar ist. Gerade hier ist der nur begrenzt leidensfähige Neueinsteiger dankbar, wenn die Distributoren benutzerfreundliche Konfigurationstools, verständliche Handbücher und kompetenten Installations-Support anbieten.

Hat man schließlich alle (potentiellen) Einstiegshürden überwunden, dann will man mit seinem neuen Betriebssytem natürlich auch produktiv arbeiten. Angenehm, wenn man bereits für (fast) alle Eventualitäten eine passende Software auf den Distributions-CDs vorfindet. Ärgerlich und vor allem teuer kann es hingegegen werden, wenn man sich jedes auch noch so kleine Tool selbst aus dem Internet herunterladen muss.

Die Entwicklung im Hardwarebereich schreitet schnell voran. Will man mit seiner neu erstandenen Highend-Grafikkarte weiterhin unter Linux arbeiten, dann ist in der Regel ein "Treiber-Update" unumgänglich. Manche Distributoren bieten die Möglichkeit, mit Hilfe ihrer Paketmanager nicht nur aktualisierte Einzelpakete, sondern komplette Distributions-Updates über das Internet herunterzuladen. Wer eine kostengünstige Internetanbindung hat, der kommt auf diese Weise längere Zeit um den Kauf einer neuen Distribution herum. Gerade solche Zusatzleistungen der Distributions-Hersteller sieht man der Außenverpackung einer Distribution oft nicht an.

LinuxUser stellt Ihnen im folgenden sechs aktuelle Linux-Distributionen vor und zeigt deren Stärken und Schwächen bei der Installation/Konfiguration und im täglichen Einsatz auf.

Best Linux

Die finnische Firma SOT liefert ihre Distribution mit vier CDs und einem knapp 400 Seiten umfassenden, englischsprachigen Handbuch aus. Nach dem Booten von CD-ROM oder den selbst erzeugten Installationsdisketten erhalten Sie zunächst die Wahl, das grafische oder das textbasierte Installationsprogramm zu starten. Das grafische Installationstool GBLI stellt sich recht schnell als enttäuschend heraus: die weitverbreitete serielle Logitech-Maus wird von GBLI weder automatisch erkannt, noch lässt sie sich mit Hilfe der Mauskonfiguration zur Mitarbeit bewegen. Zumindest bei unserem Testsystem sind wir daher gezwungen, die gesamte Installation ohne Maus durchzuführen (TAB-Taste zur Selektion und Enter/Leertaste zur Bestätigung). So etwas ist eigentlich unentschuldbar und macht die grafische Installationsroutine nahezu überflüssig. Da GBLI auch sonst noch sehr unausgereift erscheint (keine SCSI-Unterstützung, kein Update von älteren Versionen möglich), entschließen wir uns dann auch für den textbasierten Redhat-Installer.

Kaum begonnen, schon fertig? - Installationstool GBLI von Best Linux hat noch seine Macken.

Die Dialogfenster sind bis zur Tastaturauswahl in Englisch verfasst, bei der Angabe des Installationsziels erhalten wir aber schließlich doch noch eine deutsche Übersetzung. Bei der darauffolgenden Wahl der Installationsklasse bestätigen wir - nichts Böses ahnend - die Standard-Variante "typisch" und werden nach zwei Warnmeldungen mit der Tatsache konfrontiert, dass Best Linux die bereits bestehende Linux-Partition (ohne vorherige Umpartitionierungsoption) zunächst formatiert und anschließend (ohne weitere Paketauswahl) mit etwa 700 MB Software belädt. Nur die "benutzerdefinierte" Installationsklasse sieht die Möglichkeit einer manuellen Partitionierung bzw. einer individuellen Paketauswahl vor.

Auch das textbasierte Installationstool hält einige Lücken für den Einsteiger bereit.

Zehn Minuten später ist die Paketinstallation beendet und es erscheint der textbasierte Mauskonfigurationsdialog. Auch hier findet die automatische Hardware-Erkennung unsere serielle Drei-Tasten-Maus nicht von selbst und lässt uns nach Ende des Dialogs im Ungewissen, ob sie später tatsächlich funktionieren wird.

Die PCI-Erkennung gibt uns wieder etwas mehr Vertrauen in die Fähigkeiten der automatischen Hardware-Erkennung: die RivaTNT-basierte Diamond Viper V550-Grafikkarte scheint jedenfalls richtig erkannt worden zu sein. Da wir unseren Belinea-17"-Monitor in der darauffolgenden Monitorliste nicht finden, wählen wir die benutzerdefinierte Monitorkonfiguration. Nach der Angabe einer - für Hardware-Unkundige nur schwer nachvollziehbaren - Reihe von Monitorkennwerten haben wir die Konfiguration des X-Servers schließlich ebenfalls überstanden, und einem Reboot steht nichts mehr im Wege.

Wenig Neues bei Best Linux in Sachen Konfiguration.

Der Bootloader GRUB bietet zwar gleich drei verschiedene Optionen, Best Linux zu booten, die bestehende Windows-Partition lässt sich dagegen nicht mehr starten. Das Hardware-Erkennungstool "kudzu" (eine Red Hat-Entwicklung) findet unsere Realtek-Netzwerkkarte und bietet auch gleich die Möglichkeit zur Netzwerkkonfiguration. Danach erscheint der KDM-Login-Bildschirm - und siehe da: die Maus verrichtet ordnungsgemäß ihre Dienste; dafür ernüchtert die X-Server-Darstellungsqualität um so mehr.

Nach der ersten Anmeldung als Administrator root erwarten uns lediglich eine geöffnete (englischsprachige) KDE-Hilfe, der Dateimanager kfm und jede Menge Desktop-Icons. Das CD-Icon ist das einzige auf Anhieb funktionierende Laufwerkssymbol - weit und breit keine Spur, wie man Zugriff auf das SCSI-Zip oder die bestehende Windows-Partition bekommen könnte. Auch findet sich an keiner Stelle ein Hinweis, wie eine vorhandene ISDN-Karte in Betrieb zu nehmen ist. Erst ein Blick auf die Installations-CD (index.html) eröffnet neue Informationsquellen (HOWTOs).

Best Linux nach dem ersten Login.

Best Linux hat weder ein eigenständiges Konfigurationsprogramm noch einen eigenen Paket-Manager zu bieten. Die Zusatz-CDs enthalten einen relativ großen und aktuellen Fundus an überwiegend freien Programmen, wobei ein Schwerpunkt auf Spielen, Emulatoren und Netzwerk- bzw. Security-Tools zu liegen scheint. Leider liegt Best Linux kein Office-Paket im Format von StarOffice oder Applixware bei.

Standarpaketverwaltung mit Kpackage.

Insgesamt rate ich Ihnen eher vom Kauf dieser Distribution ab, es sei denn, Sie reizt die beiliegende Software so, dass Sie dafür auch gerne einige (für Linux-Neulinge unzumutbare) Hindernisse bei der Installation und Systemkonfiguration in Kauf nehmen.

Caldera eDesktop 2.4

Für jeden was dabei: Calderas Lizard lässt kaum mehr wünsche offen.

Caldera war eine der ersten Distributionen mit grafischer Installationsroutine: LIZARD hat sich daher inzwischen als ausgereiftes Standard-Installations-Tool etabliert. Für die Partitionierung unter DOS bietet Caldera Systems eine abgespeckte Version von Partition Magic, mit dessen Hilfe (und Handbuch) Sie, falls nötig, ohne größere Probleme die Linux-Partitionen unter DOS (bzw. dem DOS-Modus von Windows 95/98) erstellen können, die Sie für die weitere Installation benötigen werden. Nach dem Booten der Installations-CD (oder -Diskette) untersucht die (hervorragende) automatische Hardware-Erkennung Ihr System nach Komponenten. LIZARD präsentiert sich insgesamt sehr übersichtlich und transparent. Am rechten Bildschirmrand finden Sie jeweils eine Kurzbschreibung zum aktuellen Installationsschritt. Sollte diese einmal nicht ausreichen, dann können Sie eine separate Online-Hilfe aufrufen.

Umfangreiche Online-Hilfen gehören zum Standard beim Installations-Tool Lizard.

Das Partitionstool ist zwar etwas eigen, man kann sich aber auch als Neuling ganz gut mit ihm anfreunden. Nach der Formatierung der Linux-Partition stellt LIZARD insgesamt sieben sinnvoll vorausgewählte Paketzusammenstellungen zur Wahl. Wir entscheiden uns für die Standardinstallation, die 750 MB unserer Linux-Partition beanspruchen wird. Während die Pakete aufgespielt werden, können wir die letzten Konfiguratiosschritte durchführen, um anschließend noch etwas Zeit für das in LIZARD integrierte Pacman-Spiel zu haben. Bei der Modemkonfiguration werden ISDN-Besitzer leider etwas im Unklaren gelassen, welche Wahl sie treffen sollen. Dafür berücksichtigt LIZARD die bereits vorhandene Windows-Partition bei der Installation des Boot-Loaders. Insgesamt überzeugt Calderas LIZARD durch seine sehr gute Hardware-Erkennung und die intuitive Bedienbarkeit.

Beim ersten Caldera-Login begrüßt Sie der KDE-Wizard Kandalf.

Nach Reboot und erstem KDM-Login als Administrator root begrüßt uns Kandalf, der KDE-Zauberer, und führt durch ein (englischsprachiges) KDE-Konfigurations-Tool. Dieses entpuppt sich jedoch als nicht allzu nützlich. Insbesondere von der Erstellung der Laufwerks-Icons hätten wir noch etwas mehr erwartet: es wurden zwar bereits während der Installation alle im Testsystem vorhandenen Laufwerke erkannt (Einträge in /etc/fstab), mit Ausnahme vom CD-ROM-Laufwerk ist aber leider auch bei Caldera zunächst einmal kein Zugriff auf andere Laufwerke bzw. Partitionen möglich. Das zentrale Konfigurationstool COAS (Caldera Open Administration System) ist in das KDE-Unterverzeichis "Einstellungen" bzw. ins KDE-Kontrollzentrum integriert. Die (überwiegend englischsprachige) umfangreiche Online-Dokumentation lässt sich fast nicht übersehen.

Caldera-Konfiguration leicht gemacht mit COAS.

Für Internetanbindung sorgen kppp und kisdn (beide standardmäßig installiert). Beim Einlegen der Zusatz-CDs wird ein Autorun-Skript aktiviert, das nach Erhalt der Erlaubnis durch den Benutzer das grafische Skript "Linuxsetup" aktiviert, mit dem Sie z. B. Boot-Disketten erzeugen oder kommerzielle Pakete installieren können. Da Caldera voll auf KDE setzt, werden Sie nur sehr wenige GNOME-Anwendungen vorfinden. So bleibt Ihnen z. B. in Sachen Paket-Manager nur die Wahl zwischen rpm oder kpackage. Die Software-Pakete auf den mitgelieferten CDs sind für den reinen Desktop-Einsatz durchaus sinnvoll zusammengestellt (StarOffice, Moneydance, Compupic, …) . Falls Sie sich aber vorstellen können, Linux auch als Server oder als Entwicklungsplattform einzusetzen, dann dürften Sie mit Calderas eDesktop nach einer gewissen Zeit an Grenzen stoßen.

Auch Caldera setzt in Sachen Paket-Management auf Kpackage.

Insgesamt macht der eDesktop 2.4 einen ausgereiften und für den Desktop-Einsatz empfehlenswerten Eindruck. Wenn Sie Linux-Neueinsteiger sind, könnten Sie am Anfang eventuell noch mit ein paar kleineren Hürden in Sachen Konfiguration und Paketmanagement konfrontiert werden.

easyLinux 2.000

Komfortable Installation mit den e-Tools von easyLinux.

easyLinux ist eine deutsche Distribution, die in Distributionentests bisher eher selten berücksichtigt wurde - völlig zu unrecht, wie wir meinen. Die Konstanzer eIT GmbH ist mit easyLinux 2.000 nun in die zweite Versionsrunde gegangen und hat der Vollversion neben einem 290-seitigen Handbuch insgesamt fünf CDs beigelegt. Neben freier Software befinden sich darauf u. a. die Vollversion des Lokisoft-Adventure-Spiels Hopkins FBI, Suns StarOffice 5.1a sowie einige Testversionen kommerzieller Programme (Applixware, VMware) und Spiele (Civilization, Myth, …).

Doch nun zur Installation: Nach dem Booten von CD wird sofort das grafische Installationstool geladen, das aus diversen e-tools besteht. Ähnlich wie Calderas LIZARD glänzt das Installations-Programm durch eine sehr gute Hardwareerkennung (z. B. Radmaus) und einsteigerfreundliche Dialogfenster mit jederzeitiger Hilfe- und Rücksprungoption. In easyLinux stehen je nach Selbsteinschätzung der eigenen Linux-Kenntnisse drei verschiedene Installationsmodi zur Wahl - wir entscheiden uns für "Neuling". Sogleich bittet uns eChoice anzugeben, ob wir einen PC mit oder ohne Internetanbindung oder gar einen Laptop besitzen.

EasyLinux - hervorragende Benutzerdialoge während der Installation.

Auch das Partitionieren gestaltet sich mit eFdisk und ePartition relativ einfach. Wenn Sie Linux-Neuling sind, sollten Sie an dieser Stelle - dies gilt im Prinzip für alle Distributionen gleichermaßen - im Handbuch die Ausführungen zum Thema Partitionieren durchlesen, damit Sie nicht versehentlich auf der Festplatte wichtige Daten löschen. ePartition warnt Sie, bevor es permanente Veränderungen an der Platte vornimmt. Nach der Netzwerkkonfiguration beginnt easyLinux mit der Installation des "Basissystems". Auch die Einrichtung des Bootmanagers LILO gestaltet sich mit eLilo problemlos. Das Installationstool verabschiedet sich schließlich mit dem Hinweis, dass wir die eingelegte CD entnehmen sollen und uns beim KDM-Anmeldebildschirm als root (ohne Passwort) einloggen sollen.

Erstkonfiguration und Nachinstallation - mit eHelpAgent und eProfile kinderleicht.

Nach dem Login müssen wir in eRootPasswd zunächst ein root-Passwort festlegen; danach begleitet uns die Online-Hilfe Schritt für Schritt durch die noch erforderliche Erstkonfiguration - auch hier: vorbildlich gelöst! Mit den e-Tools ist den Entwicklern von eIT ein Meisterstück in Sachen Windows-Nachahmung und Bedienkomfort gelungen. Für jedes wichtige Systemtool unter Windows finden Sie in easyLinux ein KDE-Äquivalent (z. B. Systemsteuerung, Registry, …). Besonders wichtig ist es uns, endlich einen flimmerfreien und korrekt justierten Bildschirm zu erhalten, außerdem wollen wir zusätzliche Softwarepakete von den beiliegenden CDs installieren (eProfile). Die X-Konfiguration ist mit eXs kinderleicht.

Hardware-Einbindung im Windows-Stil

Der eIT-eigene Paketmanager eProfile bittet uns darum, eine (sehr sinnvoll zusammengestellte) Vorauswahl zu treffen, danach haben wir die Möglichkeit, Einzelpakete aus einer übersichtlich in Register angeordneten Paketauswahl zu treffen. Leider ist derzeit noch keine Suchfunktion integriert. Für die Installation von distributionsfremden Paketen müssen wir außerdem wieder auf kpackage zurückgreifen. Hier wäre aus Benutzersicht ein zentraler Paketmanager wünschenswert, der Paketabhängigkeiten nach Möglichkeit selbständig auflöst. Weiterhin trübt den ansonsten rundum positiven Eindruck etwas, dass die Laufwerkssymbole der Windows-Partition und des SCSI-ZIP-Laufwerks nicht auf dem Desktop erscheinen, obwohl sie in der Datei /etc/fstab korrekt eingetragen sind. Dafür wartet easyLinux mit einigen zusätzlichen Sahnehäubchen wie Joystick- und TV-Karten-Setup auf, und das Handbuch ist insgesamt sehr hochwertig.

"Systemsteuerung" und "regedit" unter Linux? Warum eigentlich nicht?

EasyLinux macht seinem Namen alle Ehre: Wenn Sie eine Linux-Distribution suchen, die Ihnen ohne längere Eingewöhnungsphase eine Desktop-Alternative zu Windows bietet, dann sollten Sie sich diese Distribution unbedingt näher anschauen!

Linux Mandrake 7.0

Grafisches Partitionieren - eine Innovation von Mandrake.

Mandrake hat sich von einem Red Hat-Sprössling zu einer eigenständigen Distribution entwickelt. Zu dieser Tatsache tragen inzwischen auch ein eigenes grafisches Installationsprogramm namens DrakX und das Konfigurationsprogramm DrakConf bei. Nach dem Booten von CD bzw. selbsterstellter Bootdiskette und einmaligem "Enter" am Bootprompt wird DrakX geladen, und die automatische Hardwareerkennung beginnt ihre Arbeit. Wir gelangen in ein farbenfrohes Installations-Tool, das links eine Gesamtübersicht über den Installationsprozess, unten eine Kurzhilfe zum jeweiligen Schritt und in der Mitte das eigentliche Dialogfenster präsentiert.

Sprachkauderwelsch ist bei Mandrake an der Tagesordnung.

Nach der Sprachauswahl bittet uns (jetzt in deutscher Sprache) ein weiteres Dialogfenster, aus drei Möglichkeiten die gewünschte Installationsart zu wählen. Da "Zu empfehlen" naheliegend ist, entscheiden wir uns für diesen Punkt. Leider stellt sich recht schnell heraus, dass DrakX in diesem Modus keine Paketauswahl und keine Sicherheitseinstellungs-Optionen ("Cryptographie") vorsieht. Die Paketinstallation beginnt denn auch - fast unerwartet -, nachdem wir die Partitionierung mit dem neuen grafischen Partitionierungsprogramm (Vorsicht beim Verändern bestehender Partitionen!) abgeschlossen haben.

Funktionierende Laufwerkssymbole und deutsches Benutzerhandbuch - was will man mehr?

Der weitere Installationsverlauf gestaltet sich dann ohne größere Probleme. Vor dem Reboot wird die Installations-CD ausgeworfen. LILO stellt anschließend - wie gewünscht - wahlweise Linux oder Windows zum Booten zur Wahl. Der KDM-Login bietet im Unterpunkt "Sitzungsart" neben KDE und GNOME eine ganze Reihe anderer Window-Manager zur freien Wahl. Nach dem ersten Einloggen als Administrator root erwartet uns zwar keine Online-Hilfe, dafür stehen über einen Mausklick alle Partitionen (inklusive Windows-Laufwerk) zur Verfügung. Außerdem erhalten wir mit einem Klick auf das "Doc"-Icon eine Übersicht über die verfügbare Dokumentation.

Mit dem Konfigurationstool DrakConf lassen sich die meisten (Re-) Konfigurationen von zentraler Stelle aus bewältigen. In unserem Testsystem lässt sich das Mausrad erst nach mehreren Anläufen zur Mitarbeit bewegen. Außerdem müssen wir uns das Paket "kisdn" von einer fremden Quelle besorgen, da den mitgelieferten Distributions-CDs nur das wesentlich unkomfortablere Konsolenpaket "isdn4kutils" beigelegt worden ist. RpmDrake liest neue Pakete (von CD, FTP- und WWW-Servern) ein und bietet einen schnellen Überblick über bereits installierte und noch verfügbare rpm-Pakete.

Der Softwareumfang ist mit sechs CDs überdurchschnittlich groß. Es findet sich darauf so ziemlich alles, was für den modernen Linux-Desktop Pflicht ist. Die letzten beiden CDs sind voll mit kommerziellen Demos und "Light"-Versionen aller Art. Ein besonderes Schmankerl stellt das Tool mandrakeUpdate dar, welches im Internet nach Mandrake-Mirror-Servern sucht und bei Bedarf ein Software-Update durchführt. Leider werden diese neuen Tools in den Handbüchern noch nicht näher beschrieben, so dass man selbst etwas herumspielen muss, um die Funktionsweise der Tools herauszufinden.

Update gefällig - Mandrake zeigt sich im Paketmanagement innovativ.

Dennoch: Mandrake überzeugt durch eine relativ problemlose Installation und Konfiguration und stellt nicht zuletzt dank seines üppigen Software-Umfangs (mit der Möglichkeit, bequem Online-Updates durchzuführen) auch für fortgeschrittenere Linuxer eine interessante Alternative zu den Basisdistributionen dar.

Storm Linux 2000

Das Installations-Tool von Storm ist durchgehend in Englisch und nicht immer selbsterklärend.

Die Kanadier Stormix Technologies Inc. versprechen mit ihrer Distribution, die weitverbreitete Basisdistribution Debian endlich einsteigerfreundlich umgesetzt zu haben. Neben einem (englischsprachigen) Handbuch liegen der Vollversion von Storm Linux 2000 insgesamt vier CDs sowie eine Bootdiskette bei. Nach dem Booten der Installations-CD überrascht uns Stormix mit einer Lizenzvereinbarung, wie wir sie normalerweise nur von proprietären Programmen gewohnt sind. Glücklicherweise müssen wir in diesem Fall nur die GPL-Bedingungen akzeptieren, um weitermachen zu können. Die anschließende Hardwareerkennung findet sowohl unseren SCSI-Adapter als auch das IDE-CD-ROM-Laufwerk, das als Installationsquelle dient. SCSI-Anhänger aufgepasst: bei einem Paralleltest auf einem Testsystem mit SCSI-CD-RW-Laufwerk ist die Installation an dieser Stelle zu Ende, da die Hardware-Erkennung das Quellmedium, von dem aus sie selbst gestartet wurde, nicht erkennt!

Installation von Storm-Linux: schlichte Dialoge aber teilweise geravierende Auswirkungen.

Nun wählen wir den grafischen Installationsmodus, der X-Server startet, und die durchgehend englischsprachigen Installationsdialoge beginnen. Wenn Sie Linux zum ersten Mal installieren, dann dürften Sie spätestens bei der Tastaturauswahl das erste Entscheidungsproblem haben. Weder in der mageren Online-Hilfe noch im Handbuch wird klar, welche "Key map" man im deutschen Sprachraum bevorzugt verwendet ("nodeadkeys"). Während sich die X-Server-Konfiguration eher unkompliziert gestaltet, sind wir bei der Partitionierung froh, dass es eine Rücksprung-Option gibt. Linux-Neulingen wird die Option "Express" nahegelegt. Als wir dies bestätigen, ist das Installationstool kurz davor, die gesamte Festplatte umzupflügen. Nur gut, dass wir zuvor noch gewarnt werden und dieses Vorhaben abbrechen können.

Nach dem reboot ein grafischer LILO.

Mit "Custom" erhalten wir schließlich doch noch die Möglichkeit, Partitionen nach unseren Bedürfnissen anzulegen. Bei der anschließenden Boot-Manager-Konfiguration lässt sich mit "Add" die bestehende Windows-Partition einbinden. Nach der Einrichtung von Netzwerkkarte und Zeitzone bietet das Installations-Tool eine stark eingeschränkte Paketauswahl an, die Einsteiger eher verwirren dürfte. Bevor die eigentliche Paket-Installation beginnt, dürfen wir noch zwischen KDE und GNOME als Standard-Desktop wählen.

Nach Abschluss der Installation wird die CD ausgeworfen, und ein Reboot bringt wie erwartet den grafischen Bootmanager auf den Monitor. Nach dem ersten root-Login werden wir allein gelassen. Eine eigene Erkundungstour ergibt, dass sich Storm Linux neben dem grafischen Installer in erster Linie durch zwei selbstentwickelte Tools von seiner Distributions-"Mutter" Debian unterscheidet: das Storm Administration System (SAT) und den Storm Package Manager. Während SAT eher dürftige Konfigurationsmöglichkeiten mitbringt, bietet der Paket-Manager die Möglichkeit, Online-Updates von beliebigen FTP-Mirrors durchzuführen, die Debian-Pakete anbieten.

Das Administrations-Tool von Storm-Liux enttäuscht.

Wenn Sie eine schnelle Internet-Anbindung oder gar eine Flatrate besitzen, erschließt sich Ihnen dadurch die Möglichkeit, ihre lokalen Debian-Pakete ständig auf dem aktuellstmöglichen Stand zu halten. Leider ist für dieses Tool keine Hilfe vorhanden, so dass Learning-by-Doing angesagt ist. Auch sonst sucht man in Storm Linux vergeblich nach Einsteigerhilfe und weiterführender Dokumentation. Für Linux-Einsteiger unzumutbar ist auch die Tatsache, dass sich standardmäßig weder Laufwerkssymbole auf dem Desktop befinden noch (neben dem schlichten SAT) irgendwelche sonstigen Konfigurations-Tools auffindbar sind. Damit wird ein alltagstauglicher Desktop zur langwierigen Bastelarbeit von Hand. Das beiliegende Handbuch bestätigt diese Vermutung mit einigen "grundsätzlichen" Kapiteln zu KDE und Linux-Konsolentools.

SPM - ein gelungenes grafisches Frontend zu Debians mächtigen Paket-Manager dselect.

Insgesamt kann Storm Linux sein Versprechen nicht vollständig halten, Debian benutzerfreundlicher zu machen. Einziger Lichtpunkt ist der Storm Package Manager, der die Verwaltung von Debian-Paketen gegenüber Debians entsprechendem Kommandozeilen-Tool dselect wesentlich komfortabler macht. Der erheblich größere Softwareumfang und ein geringerer Preis sprechen aber eher für den Kauf des Originals. Debian richtet sich aber eindeutig an fortgeschrittenere Linux-Anwender.

SuSE 6.4

SuSEs YaST2 wird allmählich erwachsen.

Die Distribution der Nürnberger SuSE GmbH läuft derzeit auf circa 70% aller Linux-PCs in Deutschland und ist damit momentan klarer deutscher Marktführer in diesem Segment. Neben den sechs CDs und dem vielgelobten Distributions-Handbuch liegt in der Version 6.4 erstmals ein deutschsprachiges "Quick Install Manual" bei, das Linux-Einsteigern durch die erste Installation begleiten soll. In der Tat finden wir darin neben Erläuterungen zu den einzelnen Installationsschritten jede Menge Hintergrundwissen, das insbesondere für Neulinge den Einstieg enorm erleichtert. Leider bleibt die automatische Hardware-Erkennung mit einem "pnpdump1.3.1 add card" hängen. Daran ändern auch diverse Reboots nichts - einzig der Ausbau unserer zugegebenermaßen nicht mehr ganz taufrischen ISA-Soundkarte (Terratec Maestro 32/96 SE) löst das Problem. Nicht gerade löblich für den deutschen Marktführer.

Transparente Benutzerdialoge erleichtern den Einsteigern die Entscheidung.

YaST 2 heißt das grafische Installationstool: Am linken Seitenrand werden kurze Hintergrundinfos zu den einzelnen Installationsschritten gegeben, und oben wandert ein Linux-Pinguin weiter, wenn ein weiterer Punkt abgeschlossen ist. Die Installation gestaltet sich mit Hilfe des beiliegenden Handbuchs insgesamt relativ problemlos. YaST 2 sammelt zunächst einige Einstellungsdaten und gibt abschließend einen Gesamtüberblick über die geplanten Installationsschritte. Bei der Software-Auswahl kann der Benutzer selbst entscheiden, ob er nur eine der drei Grundinstallationsarten (Minimal, Standard, Fast alles), einzelne Paketgruppen oder gar einzelne Pakete auswählen möchte. Überhaupt hat man sich bei SuSE bemüht, die Installation so transparent wie möglich zu gestalten. So erscheint z. B. während der Paketinstallation die Meldung, dass der alte Master Boot Record (MBR) mit dem Befehl "lilo -u /dev/hda" wiederherstellbar ist. Auch die anschließende X-Server-Konfiguration macht einen durchdachten Eindruck. Die "Weiter"-Taste funktioniert erst dann wieder, wenn der Benutzer mit den aktuellen Einstellungen einen X-Server-Test durchgeführt hat oder explizit auf die X-Konfiguration verzichten will. Dadurch lässt sich gut einer falschen X-Konfiguration vorbeugen, die sich beim ersten X-Start unangenehm auswirken könnte.

SuSE-Begrüßung nach dem ersten Login.

Auch die anschließende Konfiguration der Systemkomponenten lässt eigentlich keine Wünsche offen. Nach dem Reboot loggen wir uns zunächst einmal als Administrator root ein. Uns begrüßt ein großes SuSE-Fenster, das als Einstiegspunkt für Hilfe und Support dienen soll. Erfreulicherweise befinden sich alle Laufwerks-Icons mount-fähig auf dem Desktop. Das ZIP-Laufwerk hat allerdings den etwas irreführenden Namen "Windows_D" erhalten, was uns aber nicht weiter stört, da sich das Icon leicht umbenennen lässt. Etwas ungewöhnlicher ist aber schon, dass die KDE-Installation des deutschen Marktführers standardmäßig englisch spricht und manuell auf "deutsch" gesetzt werden muss.

Vater und Sohn ergänzen sich bei der Arbeit: YaST und YaST2

Insgesamt ist der derzeitige Zustand der SuSE-Konfigurations-Tools etwas irritierend. Man fragt sich gelegentlich, welches der diversen Programme wohl am besten für welchen Zweck zu wählen ist. Zumindest bei der Paketverwaltung führt zur Zeit noch kein Weg an YaST vorbei - hier hat es sich inzwischen auch gut bewährt. Es verwaltet nicht nur die beiliegenden CDs übersichtlich sondern eignet sich auch zum Einspielen distributionsfremder Pakete aus diversen Quellmedien (u. a. auch FTP). Paketabhängigkeiten löst YaST dabei falls möglich selbständig. Die mitgelieferten CDs lassen kaum mehr Wünsche offen, so dass Sie nach kurzer Eingewöhnungsphase und einigen Nachinstallationen produktiv arbeiten können.

Altbewährte Paketverwaltung mit YaST

Die SuSE GmbH hat rechtzeitig die Zeichen der Zeit erkannt und ihrer Distribution ein einsteigerfreundlicheres Gewand (YaST 2, Quick Install Manual) übergezogen.

Fazit

Alle sechs Distributions-Kandidaten sind mit dem Anspruch angetreten, leicht installierbar und konfigurierbar zu sein. Mit Ausnahme von Best Linux und Storm Linux werden die Testdistributionen diesem Anspruch auch einigermaßen gerecht, wobei das deutsche easyLinux mit seinen e-Tools gerade für Windows-Umsteiger besonders leicht zu administrieren sein dürfte. Da jeder Rechner eine andere Hardware-Zusammenstellung besitzt, können wir natürlich nicht völlig ausschließen, dass Sie bei der Installation mit der einen oder anderen Komponente auf Probleme stoßen werden, die hier unerwähnt blieben. Wenn Sie vor dem Kauf einer Distribution sicher gehen wollen, dann sollten Sie nach dem Erscheinen einer neuen Version ein paar Wochen abwarten und die distributionsspezifischen Newsgroups nach auftretenden Hardwareproblemen durchsuchen. Alle Einzelheiten haben wir noch einmal in einer Tabelle zusammengefasst.

Testüberblick

  Best Linux 2000 Caldera eDesktop 2.4 EasyLinux 2.000 Linux-Mandrake 7.0 Storm Linux 2000 SuSE Linux 6.4
URL Homepage www.bestlinux.net www.caldera.com www.easylinux.com www.linux-mandrake.com www.stormlinux.com www.suse.de
Ungefährer Preis für Vollversion 39 US-$ $99,00 $99,90 $99,90 $98,00 $98,00
Update ftp-Server / Download iso-image +/+ +/+ (Registrier.) +/+ +/+ +/+ (Debian) +/+
Bezugsquelle (unter anderen) www.bestlinux.net www.linuxland.de www.linuxland.de www.linuxland.de www.linuxland.de www.linuxland.de
Installationsmethoden
CD/Bootdisk/Festpl./Netzwerk/Win +/+/+/+/ - +/+/+/-/- +/+/-/+/- +/+/-/-/+ +/+/-/-/- +/+/+/+/-
Bootdiskette mitgeliefert/erstellbar -/+ +/+ -/+ -/+ +/+ +(2)/+
Softrepartitionierung unter DOS Fips ParitionMagic CE Fips Fips PartitionMagic CE Fips
Hinweis BIOS-Einstellungen Auf CDROM   Im Handbuch Im Handbuch Im Handbuch Im Handbuch
Installation
Installationstool grafisch/textbasiert +/+ +/+ +/- +/+ +/- +/+
Sprache Deutsch / andere Deutsch / andere Deutsch / andere Deutsch / andere Englisch Deutsch / andere
Online-Hilfe vorhanden nur bei graf. Inst. + + + -
Rücksprung-Option während Installation + (nicht überall) + + + (nicht überall) + +
Automatische Hardware-Erkennung Mangelhaft Gut Gut Gut Mangelhaft Befriedigend
Partitionierung während Installation Befriedigend Befriedigend Gut Befriedigend Befriedigend Gut
Paketauswahl Vorauswahl/Einzelpakete + / nur »Custom« +/- /nach Basisinst. Nicht bei »Zu empfehlen« Nur Zusatzpakete +/+
Qualität X-Server nach Erstkonfig. dejustiert/flimmerig Nahezu optimal Nahezu optimal Nahezu optimal Befriedigend dejustiert/flimmrig
Bootmanager GRUB / lilo Lilo / Bootmagic Lilo Lilo Lilo Lilo
Gesamturteil Installationsprozess Ausreichend Sehr gut - gut Sehr gut - gut Gut Ausreichend Befriedigend
(Erst-)Konfiguration des Systems
Onlinehilfe nach 1. Login - KDE Setup Wizard eHelpAgent - - SuSE-Hilfe
Vorhandene Online-Dokumentation + + + + - +
Laufwerks-Icons bereits auf Desktop? nur CD mountable nur CD mountable nur Floppy/CD mountable + kein Laufwerksicon +
Konfigurationstool (zentral) linuxconf / setup COAS eSystem / eNetwork DrakConf SAS yast / yast2
Unterstützung Radmaus - + + - - +
Modem / ISDN kppp / - kppp / kisdn kppp / kisdn kppp / kisdn (nachinst.) kppp / - kppp / kisdn (nachinst.)
Gesamturteil Systemkonfiguration Ausreichend Gut Sehr gut - gut Gut Mangelhaft Gut
Nachinstallation von Softwarepaketen
Standard-Paketmanager kpackage, rpm kpackage, rpm eProfile, kpackage rpmDrake, kpackage Storm Pack. Manag. yast
Handling distributionseigene Pakete CD-Index-Dateien CD-Index-Dateien eProfile: CDs einlesen rpmDrake: CDs einlesen SPM: CDs einlesen yast: fertiges Menü
Handling distributionsfremde Pakete kpackage kpackage kpackage rpmDrake Storm Pack. Manag. yast
Handling ungelöste Abhängigkeiten nur Warnung nur Warnung nur Warnung automat. Lös., wenn mögl. automat. Lös., wenn mögl. automat. Lös., wenn mögl.
Gesamturteil Paketmanagement Ausreichend Ausreichend Befriedigend Gut Sehr gut - gut Gut
Softwareumfang mitgelieferte CDs
Anzahl CDs frei/kommerziell/Sourcen drei / - / eine   zwei / zwei / eine zwei / zwei / zwei eine / zwei / eine (???) zwei / zwei / zwei (???)
Gesamturteil Softwareumfang Gut Befriedigend Gut Sehr gut - gut Gut Sehr gut - gut
Handbuch/Support
Sprache/Seitenzahl englisch / 385 Deutsch / ca. 50 deutsch / 290 deutsch / 96 + 406 englisch / 250 deutsch / 65 + 580
Gesamturteil Handbuch Befriedigend Gut-Befriedigend * Sehr gut - gut Gut Befriedigend Sehr gut - gut
Support kostenlos/kostenpflichtig 04.04.10 30 Tage / 90 Tage 90 Tage / auf Anfrage 100 Tage / auf Anfrage 30T Tel. + 90T Mail 60T Install. / a. A.
Erreichbarkeit Support WWW, news, Mailingl. Telefon / Email Email, Fax, Telef., Post WWW, news, Mailingl. Telef., Email, Mailing. Email, Fax, Telef.
Gesamturteil Desktopeinsatz
Für Anwender/Einsteiger 3,5 2,43 1,8 1,93 3,38 2,08
* Handbuch von eDesktop 2.3 bewertet, da 2.4 noch nicht vorhanden

Tabelle 2: Gewichtung

  Gewichtung Best Linux 2000 Caldera eDesktop 2.4 EasyLinux 2.000 Linux-Mandrake 7.0 Storm Linux 2000 SuSE Linux 6.4
Installation 0,25 4 1,5 1,5 2 4 3
Konfiguration 0,25 4 2 1,5 2 5 2
Paketmanagement 0,15 4 4 3 2 1,5 2
Softwareumfang 0,15 2 3 2 1,5 2 1,5
Handbuch 0,2 3 2,5 1,5 2 3 1,5

Installation und Konfiguration sind zwar von elementarer Bedeutung, da an ihnen kein Linux-Desktop-Benutzer vorbeikommt. Sie sind aber nicht Selbstzweck. Schließlich wollen Sie mit Ihrem neuen Betriebssystem ja möglichst schnell in die Produktivitäts- bzw. Vergnügungsphase ;-) eintreten. Dabei sind Sie zum einen auf die den Distributions-CDs beiliegenden Softwarepakete, bei Fehlen oder mangelnder Aktualität bestimmter Programme aber zum anderen auch auf das Einspielen distributionsfremder Pakete angewiesen. Hierfür benötigen Sie einen guten Paket-Manager, der Ihnen einen Überblick über bereits installierte bzw. noch verfügbare Softwarepakete bietet und auch unkompliziert neue Pakete einbindet. Bei solchen Aufgaben stoßen Standard-Paket-Manager wie kpackage derzeit noch an Grenzen, da sie Paketabhängigkeiten zwar auffinden, aber nicht selbständig lösen können. Tritt ein solcher Fall auf, dann müssen Sie zunächst einmal alle mitgelieferten CDs, danach schlimmstenfalls sogar das halbe Internet durchstöbern, um ein fehlendes Paket (etwa eine selten verwendete Programmbibliothek) aufzufinden. In solchen Fällen wünscht man sich in seiner Distribution einen Paketmanager, wie ihn in diesem Vergleichstest zumindest ansatzweise Linux-Mandrake (rpmDrake), Storm Linux (SPM) und SuSE (YaST) integriert haben.

Wenn Sie Linux-Einsteiger sind, dann erhoffen Sie sich natürlich vom Handbuch Ihrer neu erstandenen Distribution eine gute Einführung zu den wichtigsten Themen rund um Linux. Hier liegen die beiden deutschen Distributionen easyLinux und SuSE ganz vorne, dicht gefolgt von Mandrake.

Aber auch das beste Handbuch kann nicht alle Fragen beantworten. Daher bieten die meisten Hersteller zusätzlichen Support über klassische und neuere Kanäle. Ein Blick auf die Homepage im Internet (evtl. auch in die Newsgroups) vermittelt oft schon einen ersten Eindruck vom zu erwartenden Support. Hier haben in der Regel die größeren, international weitverbreiteten Distributionen (vor allem Debian, Red Hat, zum Teil auch Mandrake und SuSE) die Nase vorn.

Wie Sie sicherlich bereits bemerkt haben, konnte dieser Vergleichstest keinen allumfassenden Überblick über die im deutschsprachigen Raum erhältlichen Distributionen geben. Leider konnten wir bis Redaktionsschluss kein Exemplar mehr von Red Hat 6.2 erhalten. Natürlich halten wir Sie über weitere Entwicklungen auf diesem wichtigen Sektor auf dem laufenden und werden regelmäßig weitere Distributionen hinsichtlich Einsteigerfreundlichkeit und Desktop-Tauglichkeit unter die Lupe nehmen.

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